(Chile) Covid-19, Klassenkampf und die Zukunft der Revolte in der chilenischen Region

Gefunden auf Vamos hacia la vida, von uns übersetzt

Am 18. April war es einen Monat her, dass die von Piñera geführte Regierung nach der Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung für 90 Tage den Katastrophenzustand verordnete: Auf diese Weise wurde die demokratische Diktatur des Kapitals, die durch den am 18. Oktober begonnenen proletarischen Aufstand entlarvt worden war, unter dem Vorwand, die Personen zu schützen, offen formalisiert. Seitdem ist der Antagonismus zwischen der kapitalistischen Wirtschaft und den menschlichen Bedürfnissen deutlich geworden, und Millionen von Menschen konnten sich selbst davon überzeugen, dass in einer Gesellschaft, die nicht für die gemeinschaftliche Befriedigung menschlicher Bedürfnisse organisiert ist, die Verbreitung eines Virus den Charakter eines Unglücks für die arbeitende Bevölkerung hat, die gezwungen ist, zwischen Tod durch Virus und Tod durch Hunger, zwischen Krankheit und Nichtzahlung der Miete zu wählen. Der COVID-19 ist gekommen, um die Widersprüche des kapitalistischen Lebens zu vertiefen und den Prozess der weit verbreiteten Wirtschaftskrise und Rezession, der sich seit 2008 zusammengebraut hatte, zu beschleunigen. Das Coronavirus ist in der Tat nicht tödlicher als andere Krankheiten, aber seine Bedeutung und seine Auswirkungen auf die kapitalistische Weltgesellschaft lassen sich durch den globalen Kontext erklären, in den sein Auftreten eingebettet ist. In Wirklichkeit ist der größte Auslöser für die hohe Zahl der Todesfälle und Infektionen niemand anderer als die kapitalistische Sozialorganisation, und das gilt nicht nur für dieses neue Virus, sondern lässt sich verallgemeinern auf die Millionen von Todesfällen, die jedes Jahr in der Welt durch heilbare Krankheiten in einer Gesellschaft auftreten, in der ein reicher Mensch niemals daran sterben wird, dass er zu viel Geld hat, aber ein armer Mensch immer daran sterben wird, dass er es nicht hat. Weiterlesen

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Arbeiten unter dem Coronavirus-Regime

[Ursprünglich von Angry Workers of the World am 24.März 2020 veröffentlich. Auf spanisch von Agintea Hausten, übersetzt, dann von uns]

Einleitung von uns: Wie bei vielen anderen Texten die wir bis jetzt, zum Thema Coronavirus – verbunden mit der Kritik an Herrschaft und Kapitalismus, was eh nicht zu trennen ist – übersetzt, oder übernommen haben, wollen wir hervorheben, dass wir nicht mit allem einverstanden sind, was auf diesen selbst steht. Wir finden dass in der jetzigen Zeit es dennoch wichtig ist, dass jede radikale Kritik, an Kapitalismus und Herrschaft, zu verbreiten ist. Alles andere überlassen wir dem kritischen Denken aller Leser*innen.

Während viele in der Linken warteten und die Regierung baten, ihnen zu sagen, was sie tun sollen, haben viele Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt begrenzte, aber echte Schritte in Richtung Arbeiterkontrolle unternommen. Spontane Streiks haben sich von Autofabriken in Italien auf Kanada und die Vereinigten Staaten ausgebreitet; in Brasilien brach eine Reihe von Streiks in Call-Centern aus; in Spanien, Frankreich und New York sind die Amazonas-Arbeiter gegangen; in Peru streiken öffentliche Reinigungskräfte und Minenarbeiter; in Bangalore weigern sich Bekleidungsarbeiter, Fabriken ohne Schutzausrüstung zu betreten.

Wir können bereits eine Politisierung in dieser kurzen, globalen Klassenbewegung erkennen. Weiterlesen

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(Italien) Andreas Krebs – Auszug aus dem Tagebuch

Gefunden auf Indymedia

Napoli, il 22. Marzo 2020

Gefangene die dringend ins Krankenhaus mussten, so auch ich, wird die Ausführung wegen dieser Corona Virus Geschichte verwehrt und so vegetieren die Kranken vor sich hin. Mein Zustand hat sich in den letzten Wochen so verschlechtert, dass ihr alle die mich persönlich kennen, erschrecken würden! Ich bin sehr zusammen gefallen, ein Fliegengewicht und stehe ständig unter Schmerzen. Die Ärztin macht nichts und untersucht die Gefangenen auch nicht, obwohl die Beamten sich wegen ihr schon beschwert haben. Denn mittlerweile protestieren die Gefangenen auch für mich, da sie meinen Verfall hautnah miterleben. Doch nicht nur die, auch das Pflegepersonal, das ja mitterlerweile auch so aussieht. Denn sie tragen alle Mundschutz und Hanfdschuhe, das ist vom Ministerium so festgehalten und angeordnet. Die Anstalt befürchtet das es noch zu grösseren Protesten und Ausschreitungen kommen könnte und sie versucht wirklich alles.
Es gab Übergriffe auf Beamte die einfach nicht belangt wurden und die Gefangenen nur für kurze Zeit weggesperrt hat. Also man sieh, sie haben Angst!
Ich hörte sogar Beamte darüber reden wie sie sagten: Lasst uns an die Arbeit gehen ohne Angst. Nun hat das Ministerium 1600 Tablets zur Verfügung gestellt, damit alle Haftanstalten so den Besuch per Skype durchführen können. Auch in einer anderen Anstalt wurden mittlerweile Handys zum Einsatz verteilt, damit auch wirklich alle Gefangenen zu Hause anrufen dürfen. Natürlich sind alle Gefangenen extrem gereizt weil kein Besuch stattfindet und es genügt nur ein kleiner Funke der alles zur Explosion bringt!
Auf der Mauer gehen sie mittlerweile Streife mit Schnellfeuergewehren und vor der Anstalt befinden sich weitere fünfhundert Einsatzkräfte zum Einschreiten. Weiterlesen

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(Italien) Plexiglas, Wasserfälle und Antifaschismus

Gefunden auf Ausnahmezustand 2020

Es gibt so etwas wie einen Raum, ein Raum in dessem Inneren Windstille herrscht, abgeschirmt von dicken Wänden Plexiglas, in welchem Inneren sich die neue technokratische Elite aufhält, die dort arbeitet, dorthinein nur einlädt, wen sie wünscht, und in die hinein nichts dringen darf, was stören könnte. Wenn wir früher als Anarchisten gegen Politiker kämpften so sind wir heute zunehmends in der Situation, wo wir gegen einen Plexiglaswürfel kämpfen, der aber unerreichbar ist (der aber sehr wohl mit Energie und Informationen versorgt werden muss und diese Verbindungen können nicht alle abgeschirmt werden). Das Problem der Massen ist der Wunsch nach Dialog mit diesem Würfel, einen Dialog, der niemals stattfinden kann, weil dieser sakrale, sterile Ort abgeschirmt ist. All die Massen an Kritiken an den Massnahmen in denen wir uns heute wiederfinden, sind als würde man am tiefsten Talspunkt einer Burg stehen und diese Kritiken, am Wasserfall vorbei an den höchsten Punkt der Burg schreien wollen, dort wo der Fürst sitzt. In einer solchen Situation befinden wir uns heute. Die Linke und darunter speziell hervorzuheben die radikale Linke, hat sich glorreich hervorgetan als Umgarner und Komplize die Herrschaftsphantasien wahr werden zu lassen. Abgesehen von den offensichtlichsten aller Neuerscheinungen der herrschaftlichen Vorgehensweisen, möchte ich hier ein paar wenige genauer betrachten. Weiterlesen

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La Oveja Negra, Jahr Neun, Nummer 69, April 2020

Wir haben die Nummer 69 der anarchistischen Publikation aus Argentinien, Oveja Negra (Schwarzes Schaf), komplett übersetzt, denn diese widmet sich auch mit der Thematik des Coronavirus und Kapitalismus. Hier findest du das Original: La Oveja Negra 69

 

Coronavirus und soziale Fragen

Wir befinden uns in einem Ausnahmezustand, wenn auch innerhalb der kapitalistischen Norm. Die Staatsvernunft kennt keine Ausnahmen, sondern Regeln. Es ist nicht das Ende der Welt. Und es ist nicht notwendig, aufgrund höherer Gewalt eine Aussetzung der Reflexion oder der Aktion einzuleiten.

Der Kapitalismus ist eine tägliche Katastrophe. Als ernstes Problem stellt er jedoch nur das dar, was er sofort zu lösen versucht. Was er bereits als unvermeidlich naturalisiert hat, wird Teil seiner Normalität. Deshalb zielen alle Vorschläge, die nicht auf den Kampf gegen den Kapitalismus abzielen, nur darauf ab, seine Katastrophe zu verwalten.

Zu den vermeintlichen Fakten dieser Gesellschaft gehört die „Tatsache“, dass nach Schätzungen von UNICEF, Weltbank und Weltgesundheitsorganisation täglich 8500 Kinder auf der Welt an Unterernährung sterben. Es ist schnell geschrieben, vierstellig… aber es ist ein unbeschreibliches Grauen. Reicht es nicht, zu verzweifeln? Zu denken, dass diese Gesellschaft zu nichts mehr geht? Bedeutet das nicht, dass alles verändert werden muss? Stellt dies nicht die Welt, in der wir leben, bloß? Oder muss eine Pandemie in den Städten ankommen, wo diejenigen von uns, die die Stimme haben, sich zu beklagen, und die Mittel haben, sich zu wundern und zu klagen? Weiterlesen

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Das Virus und der Geldbaum

Gefunden auf International Perspektive und von uns übersetzt

Die virale Krise hat sich zu einer globalen Krise der gesellschaftlichen Reproduktion entwickelt, deren Ende nicht abzusehen ist. Mit der Schließung von Fabriken, Büros, Schulen und zahllosen anderen Einrichtungen sind viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit dem Verlust von Einkommen, Wohnraum und Zugang zu grundlegenden Überlebensressourcen konfrontiert. Unterdessen geht die tödliche Pandemie weiter und breitet sich auf die ärmsten Länder der Welt aus, die noch weniger bereit sind, sie einzudämmen. Die ganze Welt steht unter Schock. Das Vertrauen in die Weisheit unserer kapitalistischen Herren und in ihre Fähigkeit, mit den gegenwärtigen Gefahren umzugehen, wird erschüttert. Die imposanten Marmorsäulen der Regierungs- und Finanztempel sehen nicht mehr so robust aus. Es wächst das Gefühl, dass all dies am Rande des Zusammenbruchs stehen könnte. Viele haben Angst. Viele griffen zu Panikkäufen (insbesondere die Anhäufung von Toilettenpapier, was darauf hindeutet, dass Toilettenpapier zur postapokalyptischen Währung werden könnte :). Einige, die ein Ziel für ihre Angst suchten, misshandelten die Asiaten. Viele kümmerten sich mehr um die Schwächsten, halfen einander, zeigten Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen und den Kranken. Diese spontanen Reaktionen weisen in die entgegengesetzten Richtungen, in die die Welt gehen könnte.

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Il lato cattivo – Covid-19 und darüber hinaus

Text von Il lato cattivo zum Coronavirus.

Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch Unbekanntes.“1

In einer wirtschaftlich beschädigten, doch politisch stagnierenden Welt muss der Schock manchmal „von aussen“ kommen, von Faktoren oder Ereignissen, die ursprünglich weder strikt wirtschaftlich noch politisch sind, und, im gegenwärtigen Fall, nicht einmal strikt menschlich. Nicht dass Epidemien als rein biologisches Phänomen qualifiziert werden könnten2, doch es scheint uns offensichtlich, dass diese Episode des ewigen Kampfes zwischen dem Menschen und den Krankheitserregern, der heute den Namen Covid-19 trägt, deswegen eine so dramatische Wende nimmt, weil er mit jener besonderen Umwelt verbunden ist – die ihrerseits rein gesellschaftlich ist – in welcher er sich abspielt. Dass auf wirtschaftlicher Ebene ein „perfekter Sturm“ aufziehen würde, das wussten wir schon lange3. Dass er mit einer grossflächigen Pandemie einhergehen würde, war schwer vorauszusehen. Diese Tatsache ist definitiv ein neues Element im Szenario, das vorsichtig und nüchtern analysiert werden muss: Zu häufig ist gesagt worden, dass nichts mehr wie zuvor sein würde aufgrund irgendwelcher absolut unbedeutender Verschiebungen. Trotzdem ist die konkrete Lebensweise eines steigenden Teils der Weltbevölkerung schon stark davon betroffen (auf dem Papier etwa drei Milliarden in Quarantäne am 25. März) und die Tendenz wird wahrscheinlich weiter in diese Richtung gehen. Die wenigen Leute, die glauben, dass sie nach drei Wochen leichter Quarantäne in Begleitung von Netflix ihren grauen Alltag wiederfinden werden, dürften letztendlich enttäuscht sein. Nicht nur und nicht wirklich, weil der berühmte Höhepunkt der Epidemie auf sich warten lässt, sowohl in Italien, als auch anderswo (Frankreich, Spanien usw.), sondern vor allem, weil die Rückkehr zu einer scheinbaren Normalität in der wirtschaftlichen Aktivität und der täglichen Mobilität zu einem Zeitpunkt erfolgen wird, wo die Epidemie immer noch andauern und beträchtliche Kontrollmassnahmen und Sicherheitsdispositive zur Folge haben wird, um eine zweite Welle der Ansteckung und des Todes zu verhindern. Das gilt allen voran für jene Länder, wo die neomalthusianische Versuchung der „Herdenimmunität“ mehr oder weniger abgelehnt worden ist. Weiterlesen

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Gegen die Akzeptanz

Von R.M. geschrieben und von uns übersetzt

Am 8. April 2020 auf spanisch von Periodioco Anarquia – Zeitung Anarchie -veröffentlicht.


Wenn Philosophie eine diskursive, rationale und systematische Ordnung ist, dann ist dies der ideale Zeitpunkt für sie, d.h. nach neuen Formen und Bedeutungen zu suchen, zu ordnen. Auf jeden Fall befindet sich die Welt heute nicht im Chaos, sondern eher in einer Unordnung der Sinne und Unsicherheiten. Obwohl dies interessant ist, können wir nicht optimistisch sein, denn wir haben gesehen, was die Macht mit „Krisen“ und Momenten der Unsicherheit macht. Immer wieder nutzen die Mächtigen/Herrschenden das Durcheinander zu ihrem vollen Vorteil. Kriege, Epidemien, Revolten, alle dienen dazu, ihre Herrschaft zu verstärken. Nun, uns zu ordnen und zu befehlen sollte nicht mit dem Aufhalten von uns verwechselt werden. Tatsächlich ist dies der schlechteste Zeitpunkt, um stehen zu bleiben. Im Gegenteil, wir müssen uns auf das Abenteuer einlassen, verschiedene Anordnungen der Welt, verschiedene mögliche Realitäten zu schaffen und zu erleben, damit wir nicht in die Welt zurückkehren müssen, wie sie vor einigen Monaten war. Ordnen, den Dingen andere Bedeutungen geben, bedeutet notwendigerweise, neue Dinge zu erfahren. Subversiver ausgedrückt: Widerstand leisten, sich selbst organisieren, zu erschaffen und dieses System angreifen. Weiterlesen

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Der westliche Despotismus, von Gianfranco Sanguinetti

Ein paar Zeilen zu Gianfranco Sanguinetti,

er war ein Mitglied der italienischen Sektion der Situationistischen Internationale. Seine erste bekannte Schrift war Il Reichstag brucia? (Brennt der Reichstag?), welche sich mit dem Anschlag am 12. Dezember 1969 in Mailiand an der Piazza Fontana auseinandersetzt. An jenem Anschlag starben 16 Personen und über 80 wurden verletzt. Sanguinetti machte damals den italienischen Staat für diesen Anschlag verantwortlich. Tragisch sollte auch der Werdegang des Anarchisten Guiseppe Pinelli werden, der für den Anschlag beschuldigt wurde und unter der Aufsicht des Kommissars Luigi Calabresi, aus den Fenster im vierten Stock rausgeworfen wurde. Seit vielen Jahren ist bekannt dass die Verantwortlichen für den Anschlag faschistische Gruppen waren die mit der NATO zusammengearbeitet haben. Ein Beispiel der sogenannten Theorie der Spannung.

Später veröffentlichte er das Buch Über den Staat und den Terrorismus, bei dem er sich mit dem „schmutzigen Krieg“ des italienischen Staates, währen der Ani die Piomo – Bleierne Jahre, gegen die revolutionäre und antagonistische Bewegung, auseinandersetzt. Vor allem mit der Frage in wie weit die Geheimdienste mit faschistischen Gruppen zusammenarbeite.

Dieser Text erschien auf spanisch am 15. April und wurde von uns veröffentlich


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Kapitalistische Krise, Pandemie und das Programm der Revolution

Gefunden auf Vamos hacia la vidavon uns übersetzt

„Marx wies selbst darauf hin, daß das abstrakte Schema der Kapitalentwicklung nicht ausreicht, um Voraussagen über die wirkliche Bewegung zu machen. Alle Krisen des Kapitalismus müssen aus den empirisch gegebenen Verhältnissen erklärt werden, »aus der realen Bewegung der kapitalistischen Produktion, Konkurrenz und Kredit6«. Die Wertanalyse der Kapitalentwicklung postuliert, daß sich »die Möglichkeit von Krisen… bei der Betrachtung der allgemeinen Natur des Kapitals ergibt, ohne daß noch die weiteren realen Verhältnisse entwickelt, (…)“ (Paul Mattick, „Marx und Keynes“, 1969)

Die gegenwärtige Bewegung in der Gesellschaft im Allgemeinen (wir sprechen von der ganzen Welt) tendiert zu einer Zersetzung der traditionellen Formen der bourgeoisen Herrschaft.
Der in den letzten Jahrzehnten durch Kredit und Konsum geförderte soziale Frieden ist längst gebrochen; das Proletariat in verschiedenen Teilen der Welt hat sowohl mit Stärke als auch mit Schwäche gehandelt und gegen ihre Bedingungen der Ausbeutung, des Elends und der Ausgrenzung demonstriert.
[…] Die soziale Zersetzung des Kapitalismus wird zwangsläufig zu einer Konfrontation zwischen Proletariat und Staat führen.

[…] Diese kapitalistische Umstrukturierung (die zu einer Mobilisierung aller Schichten der Gesellschaft führt) geht immer auf Kosten des Proletariats, und das Proletariat, so schwach es in seiner gegenwärtigen Phase subjektiv auch sein mag, wird es nicht kampflos aufgeben, um sein Leben zu verteidigen.”. (Nummer drei der Zeitung „Anarchie und Kommunismus“, „Der alte und vergessene Klassenkampf“ – Periódico ‘Anarquía y Comunismo’ Nº3, “La vieja y olvidada lucha de clases”, 2015)

Es scheint, dass die kapitalistische Krise endlich auszubrechen beginnt. Was für uns tragisch ist, ist die Tatsache, dass sie uns um die Ohren fliegt. Während die Krise für die Expert*innen der kapitalistischen Ökonomie eine Art Gemeinplatz war, der nur die Existenz ihrer eigenen Grenzen und ihres Zersetzungszustandes bestätigte, wird sie uns heute präsentiert und übertrifft jede Lehre, die man aus ihren Handbüchern ziehen könnte, indem sie jeden dazu bringt, seine eigene historische Epoche in Frage zu stellen: Wird es eine vorübergehende Krise sein oder wird sie der Anfang vom Ende sein? Wird die Menschheit die wirtschaftlichen Zahlen überwinden und ihre Bedürfnisse durchsetzen können, oder wird sie sich wieder als Kanonenfutter für die Umstrukturierung des Marktes anbieten?

Wie wir sehen, und wie immer, gibt es viele Fragen und wenige Antworten. Weiterlesen

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