Das „Dritte Lager“ neu betrachtet: Proletarischer Internationalismus im Krieg und der nationalen „Befreiung“

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Das „Dritte Lager“1 neu betrachtet: Proletarischer Internationalismus im Krieg und der nationalen „Befreiung“

Die folgende Diskussion entstand aus einer Reihe von Begegnungen und Austauschrunden im vergangenen Jahr rund um die Geschichte und die aktuelle Bedeutung des proletarischen Internationalismus. Was diesen Diskussionen besondere Dringlichkeit verlieh, war das beunruhigende Wiederaufleben des Campismus in radikalen – und zunehmend auch in nicht mehr ganz so radikalen – Kreisen: die erneute Tendenz, die Kritik an Staaten, Krieg und kapitalistischer Herrschaft der Unterstützung des „kleineren Übels“ unterzuordnen, also eines nationalen Lagers mit der Begründung, dass die Bevölkerung, die es zu vertreten vorgibt, tatsächlich unterdrückt wird, oder von Kräften, die mit „Widerstand gegen den Imperialismus“ identifiziert werden. Von der Ukraine über Westasien bis nach Südostasien ist der Druck, sich zwischen konkurrierenden imperialistischen oder nationalen Lagern entscheiden zu müssen, wieder zu einem zentralen politischen Problem geworden.

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Nach einem siegreichen Arbeiteraufstand: Was geschah am 21. Juli 1936 in Barcelona?

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Nach einem siegreichen Arbeiteraufstand: Was geschah am 21. Juli 1936 in Barcelona?

Montag, 20. Juli, morgens

Es gab nur noch zwei Hochburgen der Faschisten: das Karmeliterkloster und den Kernbereich der Atarazanas und Militärbehörden (Dependencias).

Schon seit Tagesanbruch belagerte eine riesige Menschenmenge das Karmeliterkloster und durchbrach mit ihrer Ungeduld die Absperrung der Guardias de Asalto. Die Belagerten hatten bereits am Vorabend ihre Kapitulation angekündigt, schossen aber weiterhin auf jeden Annäherungsversuch der Belagerer. Die aktive Komplizenschaft der Mönche mit den Aufständischen, denen sie Zuflucht, medizinische Hilfe und Essen gewährt hatten, war unter den Massen, die das Kloster umzingelten, zur Gewissheit geworden, dass auch die Ordensbrüder die Maschinengewehre bedient hatten, die so viele Opfer gefordert hatten. Gegen Mittag traf Oberst Escobar ein, der eine Kompanie der Guardia Civil befehligte, und verhandelte mit den Aufständischen über ihre sofortige Kapitulation. Die Tore wurden geöffnet, und von draußen konnte man die Offiziere sehen, die sich brüderlich unter die verhassten Mönche gemischt hatten. Eine wütende Menge, die die Guardias de Asalto und die Guardia Civil überwältigte, drang in das Kloster ein und tötete Ordensbrüder und Soldaten durch Schläge, Messerstiche oder Schüsse aus nächster Nähe, um sich anschließend an einigen Leichen zu rächen. Der Leichnam von Oberst Lacasa wurde enthauptet, der von Hauptmann Domingo wurde enthauptet, verstümmelt und mit einer Säge zerlegt, und der von Major Rebolledo kastriert1. Unbekannte Milizionäre lösten eine Volksparade auf, die den Sieg mit dem aufgespießten Kopf des Obersts feierte. Ein Taxi transportierte die zerstückelten Überreste von Hauptmann Domingo zum Zoo, um sie den Raubtieren vorzuwerfen2.

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Prudhommeaux, Berneri und Spanien: zwei kritische Blickwinkel auf einen Klassenkrieg

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Prudhommeaux, Berneri und Spanien: zwei kritische Blickwinkel auf einen Klassenkrieg

À contretemps, Nr. 42, Februar 2012

von F.G.

Auf einem Kontinent, der unaufhaltsam in Richtung Nazifaschismus abrutschte, stellte das Spanien des Jahres 1936 eine doppelte Ausnahme dar. Einerseits war es das Sandkorn, das versuchte, diesen abwendbaren Aufstieg aufzuhalten; andererseits entsprang die Leidenschaft, mit der es diesen Kampf führte, eher dem Wunsch nach sozialer Emanzipation als einem strikten Antifaschismus. Im Gegensatz zur deutschen Arbeiterbewegung, die doch so mächtig war, gelang es der stark libertär geprägten spanischen Arbeiterbewegung im Juli jenes Jahres, diesen Vormarsch aufzuhalten, indem sie einen revolutionären Prozess von großem Ausmaß in Gang setzte. Man versteht daher, dass dieses leidenschaftliche Spanien zahlreiche ausländische libertäre Militante anziehen konnte. Um an der Seite ihrer spanischen Brüder zu kämpfen, die „mit dem Werkzeug in der Faust und dem Gewehr über der Schulter zu Schöpfern einer neuen Ordnung [wurden]“1. Oder einfach nur, um dabei zu sein, um zu sehen und mitzumachen.

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François Godicheau. Anarchistische klandestine Zeitungen 1937–1938: Die Stimmen der militanten Basis?

Von uns übersetzt.


François Godicheau. Anarchistische klandestine Zeitungen 1937–1938: Die Stimmen der militanten Basis?

Felipe Aláiz, ein anarchistischer Journalist und ehemaliger Chefredakteur des FAI-Organ Tierra y Libertad, wetterte kurz vor dem Bürgerkrieg in einem Buch, das die Kunst des professionellen Journalismus vermitteln sollte, gegen diejenigen, die „eine Zeitung mit einer Barrikade verwechseln“. Im Sommer 1936 vermehrten sich die libertären Zeitungen wie Barrikaden in den vier katalanischen Provinzen, angetrieben von dem kurzen, aber außergewöhnlichen Aufbruch politischer Möglichkeiten, der als Revolution bezeichnet wurde. Mit der rasanten Entwicklung der CNT, die in führende Positionen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene vorstieß, fanden die tiefen Meinungsverschiedenheiten zwischen verschiedenen Strömungen dank der Vielzahl der vorhandenen Medien einen Ausdruck: einer Solidaridad Obrera, die von den Exekutiv Komitees „übernommen“ wurde, welche die Zusammenarbeit der CNT mit der Regierung vorantrieben, und die von Jacinto Toryho diszipliniert wurde, stellten sich ab Herbst 1936 kritische Stimmen entgegen, die aus sekundären Publikationen wie Acracia, La Noche und später Ideas kamen. Dieser Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern des „neuen Kurses“ der CNT und der FAI war zugleich ein Kräftemessen zwischen Anhängern der Professionalisierung des anarchistischen Journalismus und Militanten, die eher zur Agitation als zur Propaganda neigten.

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CAMILO BERNERI. Klassenkrieg 1937, Klassenkrieg 1973

Diese Texte von Camilo Berneri sollten ursprünglich erst in der Textreihe „Textreihe zum revolutionären/anarchistischen bewaffneten Kampf auf der iberischen Halbinsel ab den 1970er, Teil II -Über die Gruppe MIL-GAC, eine einzigartige proletarische bewaffnete Erfahrung“, erscheinen, diese Texte werden dennoch auch hier veröffentlicht, auch mit der Einleitung die damals‚ Ediciones Mayo 37‘ schrieb, weil sie ein elementarer Teil der revolutionären anarchistischen Kritik die damals zur Sprache kam, sind. Wir haben schon eine ähnliche Sammlung von Berneri veröffentlicht, aber ohne der Einleitung von Ediciones Mayo 37, einige Texte wiederholen sich daher.

Freundinnen und Freunde von Mayo 37


CAMILO BERNERI. Klassenkrieg 1937, Klassenkrieg 1973

[Einleitung des Artikels von Camilo Berneri. Zwischen der Revolution und den Schützengräben]

[Vorwort Ediciones Mayo 37]:

Vielleicht ist der Sieg der Revolution erst möglich, wenn die Konterrevolution vollendet ist. Karl Marx

Camilo Berneri, ein italienischer anarchistischer Militanter, war zweifelsohne einer der klarsten und radikalsten Kämpfer der Revolution, die am 19. Juli 1936 in Spanien begann. Seine kompromisslose revolutionäre Haltung, die er in den Kolumnen seiner Zeitschrift „GUERRA DE CLASES“, aber auch in den Schützengräben der Aragon-Front und auf den Barrikaden von Barcelona zum Ausdruck brachte, diente dazu, das ganze Ausmaß des kühnen Kampfes des spanischen Proletariats und die Gefahren, die ihm drohten, aufzuzeigen. Sein Tod im Jahr 1937 durch die stalinistisch-kapitalistische Konterrevolution bestätigte auf tragische Weise die Weisheit seiner Prognosen und Warnungen.

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Thesen über den Spanischen Bürgerkrieg und die revolutionäre Situation, die am 19. Juli 1936 in Katalonien entstand

Von uns übersetzt.


Thesen über den Spanischen Bürgerkrieg und die revolutionäre Situation, die am 19. Juli 1936 in Katalonien entstand

Agustín Guillamón

These Nr. 1

Vom 17. bis 19. Juli 1936 gab’s einen Militärputsch gegen die Regierung der Republik, angezettelt von der Kirche, dem Großteil der Armee, Faschisten, Bourgeoisie, Großgrundbesitzer und Rechte. Die Vorbereitungen für diesen Staatsstreich wurden von der republikanischen Regierung geduldet, die dank der Koalition der Volksfront die Wahlen im Februar 1936 gewonnen hatte.

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Die Abschaffung des Eigentums – Marie Louise Berneri (1944)

Gefunden auf history is what, die Übersetzug ist von uns.


Die Abschaffung des Eigentums – Marie Louise Berneri (1944)

Aus „War Commentary: For Anarchism“, Mitte Juni 1944, London, Großbritannien

In der Ausgabe von War Commentary von Mitte März bat uns einer unserer Leser, die Ansichten der Anarchisten zum Thema Eigentum ausführlicher zu erläutern. Wir antworteten ihm, indem wir kurze Auszüge von Proudhon, Bakunin, Kropotkin und Tolstoi wiedergaben. Aus all diesen Texten ging klar hervor, dass Anarchisten Eigentum verurteilen, da es auf Ungerechtigkeit beruht und durch Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt erlangt wird. Sie verurteilten es darüber hinaus als „gleichzeitig Folge und Grundlage des Staates“ und als etwas, das einen korrumpierenden Einfluss auf die privilegierten Klassen ausübt, während die Armen hungern und körperlich wie moralisch zermalmt werden.

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Amerikanischer Imperialismus entlarvt – Marcus Graham (1943)

Gefunden auf history is what, die Übersetzung ist von uns.


Amerikanischer Imperialismus entlarvt – Marcus Graham (1943)

Aus „War Commentary: For Anarchism“, Mitte Oktober 1943, London, Großbritannien

DIE MASKE & DAS GESICHT

Wenn man sich von dem leiten lässt, was gemeinhin als „öffentliche Meinung“ bezeichnet wird – die in der Realität jedoch von jedem erdenklichen Instrument geprägt wird, das den herrschenden Mächten zur Verfügung steht –, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die Ziele der Vereinten Nationen von der höchsten und reinsten Art sind, die man sich vorstellen kann. Mehr noch: Diese Ziele, so wird uns versichert, wecken große Hoffnungen auf eine bessere Zukunft und ein glücklicheres Leben für den „einfachen Mann“.

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„Los Amigos de Durruti – Die Geschichte und Texte einer Gruppe von anarchistischen Revolutionären während der Spanischen Revolution (1936–1939)“

Gefunden auf anarchist news, die Übersetzung ist von uns. Dieser Text von Nikos Maziotis, in dem er einen Résumé der ‚Agrupación los Amigos de Durruti‘ anhand eines Buches von Agustín Guillamón macht, stellt er als einen der Hauptwidersprüche, und Lehre, der Niederlage des revolutionären Proletariats 1936 die Frage der Macht. Als ob die konsequente und kohärente Praxis des Proletariats sich vor allem entlang der Machtfrage stellt. Eine sehr problematische (und falsche) Positionierung seinerseits, die nicht eine semantische Frage ist, sondern nur inhaltlich und praktisch gelöst werden kann. Wir stellen diese seine These als Antithese zu einer kommenden wichtigen Debatte zur Erfahrung und Niederlage des revolutionären Proletariats von 1936.

Freude und Freundinnen von ‚Los Incontrolados‘


Text von Nikos Maziotis für die Publikation „Los Amigos de Durruti“

„Los Amigos de Durruti – Die Geschichte und Texte einer Gruppe von anarchistischen Revolutionären während der Spanischen Revolution (1936–1939)“

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DIE ANARCHISTISCHE GRUPPE LOS AMIGOS DE DURRUTI IN DER SPANISCHEN REVOLUTION (1937–1938)

Im Herbst 2024 schickten mir einige Gefährten eines anarchistischen Kollektivs aus Barcelona per Post ins Domokos-Gefängnis Agustín Guillemons Buch über Los Amigos de Durruti. Los Amigos de Durruti benannt nach dem legendären Anarchisten Buenaventura Durruti, der im November 1936 im von den franquistischen Truppen belagerten Madrid getötet wurde, waren eine Gruppe anarchistischer Revolutionäre, die während der Spanischen Revolution und des Bürgerkriegs von 1936–39 in Barcelona und Katalonien aktiv waren, genauer gesagt in der Zeit von März 1937 bis Februar 1938. Mit meinen sehr rudimentären Spanischkenntnissen – die ich mir ohne Lehrer im Korydallos-Gefängnis angeeignet hatte, als ich dort von 1998 bis 2001 wegen eines anderen Falls inhaftiert war, der nichts mit dem „Revolutionären Kampf“ zu tun hatte (ein Bombenanschlagsversuch auf das Entwicklungsministerium im Jahr 1997 sowie der Besitz von Waffen und Sprengstoff) – und mit Hilfe eines Spanisch-Griechisch-Wörterbuchs gelang es mir, dieses Buch zu übersetzen, das die Geschichte dieser Gruppe schildert, die meiner Meinung nach eine der wichtigsten ist, was politische Lehren im Rahmen nicht nur der spanischen, sondern auch der globalen revolutionären und anarchistischen Bewegung angeht.

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Ein kritischer Blick auf die spanische Revolution – Ricardo Fuego

Gefunden auf libcom, die Übersetzung ist von uns.


Ein kritischer Blick auf die spanische Revolution – Ricardo Fuego

Ein Essay aus dem Jahr 2010, in dem der Autor die Niederlage der spanischen Revolution nicht auf deren Verrat durch eine naive und inkompetente Führung zurückführt, sondern auf die Tatsache, dass „wenn das spanische Proletariat Abkürzungen und Anführer mehr schätzte als seine eigenen Interessen, dann lag das daran, dass objektive und subjektive Schwierigkeiten seinem Potenzial im Wege standen, ein Maß an Klassenautonomie zu erreichen, das ausreichte, um auf solche Vermittlungen verzichten zu können“.

Ein kritischer Blick auf die spanische Revolution – Ricardo Fuego

Anmerkung des Autors

Dieser Text ist kein Aufsatz eines professionellen Historikers; es handelt sich lediglich um eine Sammlung von Notizen, die ich mir nach der Lektüre einiger Texte zu diesem Thema und nach Gesprächen mit Menschen mit den unterschiedlichsten Ansichten gemacht habe. Er ist auch nicht als Einführung in das Thema gedacht; es wird vorausgesetzt, dass der Leser über gewisse Grundkenntnisse bezüglich dessen verfügt, was als die spanische Revolution bezeichnet wird.

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