Zu der Ausgabe Nummer 15 der anarchistischen Zeitschrift „In der Tat“, eine Kritik und warum Wörter viel bedeuten, über rhetorische Stilmittel und die Praxis daraus

Zu der Ausgabe Nummer 15 der anarchistischen Zeitschrift „In der Tat“, eine Kritik und warum Wörter viel bedeuten, über rhetorische Stilmittel und die Praxis daraus

Einleitung

Der folgende Text ist von uns als Kritik an der Ausgabe Nummer 15 der Publikation In der Tat verfasst worden. In dieser Ausgabe wurde neben anderen Texten zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine ein Interview mit dem Resistance Comittee abgedruckt, das sich als anarchistisch bezeichnet und an der Seite und unter der Kontrolle des ukrainischen Militärs in diesem Konflikt kämpft. Nun mag es ja manchen Menschen egal sein, ob sich andere Menschen und Gruppen als anarchistisch bezeichnen ohne es zu sein und uns ging es in der nachfolgenden Kritik auch nicht darum einen reinen oder wahren Anarchismus, so fern es denn so etwas überhaupt geben sollte, zu predigen, womit wir aber ein Problem haben ist, wenn sich Menschen, in diesem Fall das Resistance Comitte, Anarchistinnen und Anarchisten nennen, während sie gleichzeitig gegen anarchistische Grundprinzipien verstoßen, indem sie anstatt den Staat zu zerstören oder zumindest danach zu streben dies zu tun, Hand in Hand mit der nationalen Armee einen Staat verteidigen, und wenn solchen Gruppen dann auch noch eine Plattform in Form eines Interviews geboten wird, dann erachten wir es als notwendig dies anzusprechen und aufs Schärfste zu kritisieren. Denn dieses Interview ließ jede Schärfe oder kritisches Nachfragen auf kläglichstes vermissen, ganz im Gegenteil der interessierte Leser durfte am Ende noch erfahren wie er diese konterrevolutionären Vaterlandsverteidiger und staatstreuen „Anarchisten“ und „Anarchistinnen“ unterstützen kann, aber dazu mehr im Text. Continue reading

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Anarchismus und der nationale Befreiungskampf (1976), von Alfredo Maria Bonanno

Einleitung der Soligruppe für Gefangene

In unserer Reihe zu Staat-Nation und Anarchismus haben wir den Text Anarchismus und der nationale Befreiungskampf aus dem Jahr 1976 von Alfredo Bonanno übersetzt, der 1976 von Bratach Dubh Edition unter dem Titel Anarchism and the National Liberation Struggle auf englisch veröffentlicht worden ist. Wir haben uns entschieden diesen Text zu veröffentlichen, auch wenn wir ihn nicht für einen der gelungensten Texte von Bonanno halten, da er dennoch einen wichtigen Beitrag zur Debatte des Verhältnisses und Verhaltens zu nationalen Befreiungskämpfen darstellt, demzufolge Nationalismus und Nation, und eine gute Grundlage zu Diskussionen bezüglich dieser Frage, zusammen mit den beiden anderen von uns veröffentlichten Texten zu dieser Thematik, bietet. Auch wenn oder gerade weil die Frage, wie sich Anarchisten und Anarchistinnen in Bezug auf sogenannte Befreiungskämpfe verhalten sollten, immer noch aktuell ist und immer wieder auftauchen wird, siehe beispielsweise Rojava oder Katalonien, sollte der folgende Text durchaus auch in Rücksicht auf die historischen Gegebenheiten seiner Entstehungszeit gelesen werden und zwar in den siebzigern des letzten Jahrhunderts als die nationalen Befreiungskämpfe in Europa, beispielsweise in den Regionen Nordirland und des Baskenlandes, erbittert und in einer krassen Intensität geführt wurden. Dabei zeigt sich in dem Text eine ambivalente Haltung zur Frage der Unterstützung nationaler Befreiungskämpfe, die zwar am Ende bejaht wird zuvor aber mit vielen abers und Bedingungen, was die eigentlichen Ziele anbelangt eingeschränkt wird. Einverstanden sind wir auch nicht mit dem im Text positiv dargestellten Aspekt der Zusammenhalt erzeugenden Ethnie. Auch wenn wir die Existenz von so etwas wie Ethnien, die eine Verbindung zwischen Menschen schaffen, die über dieselbe regionale Herkunft verfügen, nicht unbedingt leugnen wollen, haben wir doch ein Problem damit, wenn diese als Basis für Zusammenhalt und Kämpfe, die immer Befreiungskämpfe vom Joch des Kapitalismus sein sollten, dienen sollen, wo doch viel mehr der Klassenantagonismus zwischen Besitzenden und Besitzlosen, Regierenden und Regierten, Bourgeoisie und Proletariat und das daraus folgende Klassenbewusstsein Grundlage der Solidarität und des gemeinsamen Kampfes ist. Das es bei den sogenannten nationalen Befreiungskämpfen für Anarchisten und Anarchistinnen letztendlich immer um die Zerstörung des Kapitalismus und des Staates gehen sollte und nicht um die Schaffung neuer kleinerer kapitalistischer Staaten, die sich nationalistisch legitimieren, wird im Text zwar deutlich, aber unserer Ansicht nach leider auch nicht deutlich genug.


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Nationalismus und Sozialismus, Paul Mattick 1959

Gefunden auf marxists.org, die Übersetzung ist von uns. Abgesehen dass dieser Text aus der Zeit in dem er geschrieben wurde verstanden werden soll, stellt er weiterhin die richtigen Fragen die sich alle Revolutionäre die alle kapitalistischen Staaten zerstören stellen sollten. Ein weiterer Beitrag, wenn auch sehr alt, zur Textreihe Kritik und Auseinandersetzung mit dem Nationalismus und dem Krieg in der Ukraine unter anderem.


Nationalismus und Sozialismus, Paul Mattick 1959

Quelle: American Socialist, Bd. 6, Sept. 1959, Nr. 9, S. 16-19;

Anmerkung der Redaktion: Wir sind sicher, dass unsere Leser in dem folgenden Artikel des langjährigen sozialistischen Schriftstellers Paul Mattick, dessen Beiträge bereits im American Socialist erschienen sind, viele wertvolle Einsichten finden werden. Herr Mattick streitet hier mit Nachdruck für die von Rosa Luxemburg und anderen vor dem Ersten Weltkrieg vertretene These der so genannten „nationalen Frage“. Continue reading

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(Chile) NATION UND ANARCHISMUS

Gefunden auf der anarchistischen Publikation aus den Baskischen Ländern, Ekintza Zuzena, die Übersetzung ist von uns.

Einleitung von uns,

Die Geschichte der Völker, die eine Geschichte haben, ist die Geschichte des Klassenkampfes. Die Geschichte der Völker, die keine Geschichte haben, ist, wie wir mit gleicher Wahrheit sagen werden, die Geschichte ihres Kampfes gegen den Staat.“ Pierre Clastres, Die Gesellschaft gegen den Staat1

Über die leere Verwendung des Wortes Volk (People, Popolo, Pueblo, Peuple, usw.) kann vieles gesagt werden, etymologisch ist dieses Wort, je nach Sprache, je nach Intention, wie ein Stück nasser Seife, desto mehr man versucht dieses festzuhalten, desto eher entgleitet es einem aus der Hand, also eine sogenannte Polysemie. Continue reading

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(Argentinien) GEGEN DEN LIBERALISMUS UND SEINE FALSCHEN KRITIKER

Gefunden auf oveja negra, die Übersetzung ist von uns

(Argentinien) GEGEN DEN LIBERALISMUS UND SEINE FALSCHEN KRITIKER

Montag, 18. Juli 2022

Die Präsenz dessen, was wir vorschnell als „liberale Rechte“ bezeichnen könnten, sorgt in Argentinien für Aufregung und Unbehagen, wenn nicht sogar für Wut und Abscheu. Wir meinen damit Milei und die Unterstützer von „La libertad avanza“, die reaktionären Youtuber, die Ökonomie mit antifeministischem Spott vermischen. Auf eine etwas merkwürdige Art und Weise werden liberale Prämissen mit reaktionärer Kritik an aktuellen Debatten wie der Abtreibungsfrage kombiniert. So haben sich bestimmte Verfechter des extremen Liberalismus direkt oder indirekt mit anderen Sektoren verbunden, die sich explizit mit Themen wie Nationalismus, Familie, „Gender-Ideologie“ und „kulturellem Marxismus“ befassen, und das alles mit einer gehörigen Portion Verschwörungstheorie. Continue reading

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(Bulgarien) Konflikt – Das wahre Ende der Geschichte ist das Ende des Krieges

Gefunden auf der Seite von Grupo Barbaria, die Übersetzung ist von uns, ein weiterer Beitrag, dieses Mal aus Bulgarien, zu der internationalistischen Perspektive revolutionärer Gruppen gegen den Krieg in der Ukraine.


(Bulgarien) Konflikt – Das wahre Ende der Geschichte ist das Ende des Krieges

Wir veröffentlichen eine Übersetzung des Textes der bulgarischen Gruppe Konflikt aufgrund ihrer klar internationalistischen Positionen gegen den kapitalistischen Krieg und gegen die Verwendung des Proletariats, egal auf welcher Seite, als Kanonenfutter für die Aufrechterhaltung des Systems. Hier kannst du das Original sehen.

Was wir vielleicht erleben, ist nicht nur das Ende des Kalten Krieges oder der Höhepunkt einer bestimmten Periode der Nachkriegsgeschichte, sondern das Ende der Geschichte als solche: das heißt, der Endpunkt der ideologischen Entwicklung der Menschheit und die Universalisierung der westlichen liberalen Demokratie als endgültige Form der menschlichen Regierung“. Francis Fukuyama, 1989 Continue reading

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(Chile) Drei Artikel aus dem Knast von Mónica Caballero Sepúlveda, Juli 2022

Gefunden auf publicación refractario, die Übersetzung ist von uns

Kommuniqué der anarchistischen Gefährtin Mónica Caballero Sepúlveda aus dem Gefängnis von San Miguel, Santiago, einem vom chilenischen Staat besetzten Territorium.

10. Juli 2022

Wir sehen uns in der dringenden Notwendigkeit, über die aktuelle Situation zu kommunizieren, die wir seit etwa einem Monat wiederholt und in aufsteigender Weise durchmachen. Innerhalb des Traktes, das uns die Gendarmerie (A.d.Ü., Schließer) zugewiesen hat, haben wir ein geschlossenes und abgesondertes Regime (A.d.Ü., Haftbedingungen), das im Gegensatz zum Rest der Gefängnisbevölkerung für jede Fleißarbeit, die wir innerhalb des Gefängnisses und des Ausgangs zum Hof zu verrichten haben. Dieses Regime bringt es mit sich, dass uns der tägliche Ausgang zum Hof nicht gewährt wird, der nur eine Stunde am Tag beträgt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels sind wir seit mehr als 100 Stunden eingesperrt. Continue reading

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(Italien) Sagen wir es klar und deutlich: Wir wollen, dass Alfredo von der Isolationshaft 41bis./ rauskommt, von der Bezmotivny-Redaktion.

Gefunden auf publicación refractario, die Übersetzung ist von uns

(Italien) Sagen wir es klar und deutlich: Wir wollen, dass Alfredo von der Isolationshaft 41bis./ rauskommt, von der Bezmotivny-Redaktion.

11. Juli 2022

Unser Vorschlag ist nicht der einer speziellen Kampagne gegen 41bis oder gegen Gefängnisse: nicht weil wir diese Einrichtungen mögen oder weil wir denken, dass jemand dort eingesperrt werden sollte, sondern weil wir glauben, dass es dringend notwendig ist, von einem „einfacheren“ Ziel auszugehen, wohl wissend, dass wir unseren Kampf, der für die soziale Revolution ist, noch nicht einmal begonnen haben, wenn wir es erreicht haben. Continue reading

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Kritischer Kommentar zur politischen Ausrichtung des Textes von Kolektivně proti Kapitálu – Mouvement Communiste

Hier ein weiterer Text in Form einer Kritik an Mouvement Communiste, zum Krieg in der Ukraine, die Übersetzung ist von uns.


Kritischer Kommentar zur politischen Ausrichtung des Textes von Kolektivně proti Kapitálu – Mouvement Communiste

Einleitung von Class War – Tridni Valka

Der folgende Beitrag, der uns von Gefährten und Gefährtinnen aus dem Projekt des Proletarchivs geschrieben und zugesandt wurde, setzt sich kritisch mit einem Text von Collectively Against Capital – Mouvement Communiste (KPK/MC) auseinander. Wie der Titel schon sagt, wendet er sich gegen die unterschiedlichen Positionen zum Krieg in der Ukraine, die nicht nur von KPK/MC, sondern auch von anderen Gruppen und Organisationen vertreten werden. Continue reading

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(Paul Mattick) Reform oder Revolution

Einleitung von der Soligruppe für Gefangene,

zu unseren kommenden Text – KEIN ANARCHISTISCHES PROGRAMM, Eine Kritik ananarchistischemIdealismus, Ideologien und Reformismus – setzen wir fort mit der Reihe an Texten, alles Übersetzungen, die sich mit der Thematik des Reformismus auseinandersetzen, dieses Mal aber vor allem das Thema Krieg und die Teilnahme oder nicht-Teilnahme, die Befürwortung oder die Ablehnung im selben. Denn eins sollte nicht vergessen werden, außer der sozialen Revolution, dem Klassenkrieg oder dem sozialen Krieg, sind alle Kriege immer die des Kapitalismus. Continue reading

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