Update zur Situation in der JVA Köln-Ossendorf X

Hülya wurde nun wieder verlegt und zwar in das Haus 10 der JVA. Das ist das Untersuchungshafthaus. Der Knast argumentierte, das es zu viele Konflikte mit Frau Linnartz gibt und diese somit nicht mehr stattfinden. Das kann man vielleicht auch als einen kleinen ‘‘Erfolg‘‘ betrachten. Dennoch muss sie den Umschluss mit anderen Gefangenen beantragen. Also jeden Tag einen Sinnlosen Antrag stellen. An Freizeitaktivitäten mit anderen Gefangenen kann sie immer noch nicht teilnehmen, das geht nur alleine.

Hülya geht es gut und freut sich weiterhin über Post.

Freiheit für alle Gefangenen

Hülya A.
Buchnummer 83209
JVA Köln
Rochusstrasse 350
50827 Köln

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Schriften/Briefe von Gabriel Pombo da Silva

Per Mail erhalten, wir haben es so gut übersetzt wie es möglich war, da wir keine gelernten Übersetzer*innen sind, bitten wir wie bei jedem Text, auf Nachsicht im Thema Grammatik und Rechtschreibung. Soligruppe für Gefangene

Da unser anarchistischer Gefährte Gabriel bis zum heutigen Tag keine offiziellen Kommuniqués verfasst hat, sollen diese Worte genau ein Kommuniqué/eine Tagebuchschrift sein, aber auch eine Möglichkeit, mit denjenigen Menschen und Gefährt*innen, die mehr Gleichgesinnte sind, zu verschiedenen Themen worüber er denkt und was für eine Meinung er dazu hat, zu teilen.

Gabriel selbst bat seine Gefährtin ausdrücklich darum, jene Fragmente (der Briefe an sie) auszuwählen, in denen er über die aktuelle Situation nachdenkt – über Fragen, die von Interesse sind, analysiert und/oder spekuliert: das „Corona-Virus“ im Gefängnis, die rechtliche Situation oder die Umstände seiner Gefangenschaft.

Gabriel ist bei guter Gesundheit und ist ermutigt und bereit für den Krieg, der ihn in den Kerkern des spanischen Staates erwartet. Wir wissen immer noch nicht, ob die „Behörden“ ihn trotz des endgültigen Urteils des Obersten Gerichtshofs von Lissabon, das die Übergabe an den spanischen Staat bestätigt, ausliefern werden, ohne den von „covid-19“ im Gefolge der „Pandemie“ ausgerufenen „Ausnahmezustand“ zu berücksichtigen. Tatsächlich verhindert derselbe „Ausnahmezustand“ (angeblich) die Übergabe von Gefangenen an andere Länder während ihrer gesamten Dauer.

Weitere Informationen werden folgen.

Freiheit für Gabriel!

Freiheit für alle!

Lang lebe die Anarchie!

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8. März 2020

Gestern, als ich die Nachrichten im Fernsehen hörte (sah), ahnte ich, dass diese elenden Leute uns ohne Besuche lassen würden, und heute… Nun, heute war ein beschissener Tag… Weiterlesen

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Im Angesicht der Heiligen Familie des Kapitals, lasst uns unser Leben durch sozialen Antagonismus verteidigen

Veröffentlich von Grupo Barbaria, von uns übersetzt.

In diesem Artikel wollen wir auf die Fragen eingehen, die sich aus dem aktuellen Alarmzustand ergeben, den die Regierung von Pedro Sanchez in Spanien verordnet hat, sowie auf die Maßnahmen, die sie am Dienstag, dem 17. März, angekündigt hat. Wir leben in Zeiten einer tiefen sozialen Krise, einer Gesundheitskrise, die gleichzeitig mit einer Wirtschaftskrise, dem Klimawandel, psychologischen und politischen Krisen usw. verbunden ist. In Wirklichkeit stehen wir vor der Krise einer Welt, die zu kollabieren beginnt, die aus ihrer historischen Zeit herausläuft: Es ist die Welt des Kapitals. Es ist die Krise des Kapitals.

Nationale Einheit? Zu wessen Verteidigung?

Man sagt uns, dass Krankheit und Ansteckung keine Klasse, keine Ideologie, keine Rasse kennt, dass sie alle gleichermaßen angreift und dass wir als Spanier gemeinsam, mit Einheit, mit sozialer Disziplin reagieren müssen, weil wir Mitglieder einer großen Nation sind. Alle politischen Parteien sind sich einig. Abgesehen von den Nuancenunterschieden aufgrund politischer Marketingbedürfnisse verteidigen Gewerkschaften, Geschäftsleute und Banken die Maßnahmen der Regierung. Sie alle sind vereint, denn wir sitzen im selben Boot, unserem Land, gegen einen gemeinsamen Feind, den Coronavirus. Es wird uns nicht besiegen, sagt man uns. Am Ende dieser Monate wird alles zur vermeintlichen Normalität von vorher zurückkehren, zur Normalität des Kapitals. Pedro Sanchez wiederholt besessen und jedes Mal aufs Neue, dass dies nur eine vorübergehende Krise sei.

Die Bourgeoisie hat Angst. Weiterlesen

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Chile, Kapitalismus und Katastrope. Notizen für einen einfachen Beitrag zum andauernden Krieg

Geschrieben am 1. April 2020 und veröffentlich am 7. April 2020, gefunden auf dem Blog panfletos subversivos, von uns übersetzt.

„Das menschliche Virus kann nun isoliert und behandelt werden.“

W. S. Burroughs.

Wir gehen von der folgenden Prämisse aus:

I

Die Katastrophe ist der humanistische demokratische Kapitalismus.

Aus dieser Ausgangsprämisse leiten wir die folgenden Konsequenzen ab:

II

Die repräsentative Demokratie ist zur Bedingung der Möglichkeit der kapitalistischen Produktions- und Vergesellschaftungsform geworden. Weiterlesen

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Das Covid-19-Regime aus einer revolutionären Klassenperspektive in sieben Schritten

Ursprünglich veröffentlicht auf Angry Workers of the World am 19. März 2020, es wurde auf Spanisch von Agintea Hausten übersetzt und nun von uns.

Das Coronavirus hat alles überflutet. Trotz der Angst und Panik (oder Verleugnung), die sich ausgebreitet hat, ist eines sicher: Die Risse im System zeichnen sich für alle sichtbar ab. Wie kann die Linke so reagieren, dass sie das Minenfeld der Verstärkung des Staates vermeidet und gleichzeitig sicherstellt, dass die Menschen vor den Profit gestellt werden? Wie kann die Selbstorganisation, wie z.B. Gemeindegruppen, die sich herausbilden, um gefährdeten Menschen zu helfen, erleichtert und vor allem als Vehikel genutzt werden, um unsere Forderungen zu erfüllen?

Wir könnten uns einfach darauf verlassen, dass eine Krise bedeutet, dass außerordentliche Maßnahmen von oben durchgeführt werden. Wir können aus den Turbulenzen des globalen Kapitalismus, die diese Pandemie mit sich bringt, nur dann Kapital schlagen, um eine egalitärere Gesellschaft voranzutreiben, wenn wir eine echte Macht an der Basis haben, die von der gegenseitigen Unterstützung bis zum Arbeitsplatz reicht. Das bedeutet, langfristig in unseren Gemeinschaften verwurzelt zu sein, innerhalb und außerhalb der Mauern des Arbeitsplatzes. Zu diesem Zweck haben die Angry Workers ein Buch darüber geschrieben, wie dies geschehen könnte, basierend auf unseren Erfahrungen der letzten sechs Jahre in West-London. Es gibt keine Abkürzungen! Weiterlesen

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Zusammenbruch des kapitalistischen Systems? [Einige Anmerkungen zu den aktuellen Ereignissen]

Gefunden auf Barbaria, von uns übersetzt

Wir teilen den folgenden Text, der in der mexikanischen Region von unseren Gefährten im Bulletin Contra la contra Nummer 3 vom März 2020 veröffentlicht wurde.

Seit 2019 zeigt die Weltwirtschaft Anzeichen einer Verlangsamung und prognostiziert für 2020 eine bevorstehende Krise. Als ob dies nicht schon genug wäre, hat sich seit Anfang dieses Jahres der zwischen den USA und Russland geführte Handelskrieg um den Ölpreis verschärft, was zu einem drastischen Rückgang des Rohölpreises geführt hat, wovon diejenigen Länder profitieren, die über ausreichende Reserven verfügen (Russland und Saudi-Arabien), um ihre Produktion an die niedrigen Preise anzupassen. Auf der anderen Seite hat der Ausbruch des neuen Coronavirusstamms „Covid-19“, der seit Ende letzten Jahres in China verheerende Schäden angerichtet hat, die Grenzen überschritten und den Rest der Welt in Mitleidenschaft gezogen und damit der drohenden Wirtschaftskrise vorgegriffen. Die Weltwirtschaft steckt bereits mitten in der Krise, die Verwalter der Macht warten auf die großen finanziellen Rettungsmaßnahmen, die Bourgeoisie beginnt unter dem Vorwand der glücklichen „Quarantäne“ Fabriken zu schließen und Beschäftigte zu entlassen. Die Katastrophe steht unmittelbar bevor. Weiterlesen

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Italien, Lehrzeit bis in alle Ewigkeit

Gefunden auf und übersetzt von Ausnahmezustand 2020, Original von Finimondo

“Auf allen Ebenen: politisch, moralisch, spirituell, materiell, wird man erfahren, was hinter dem Fortschritt steht: der Tod.

Was für eine Herausforderung! Entweder das Auschwitz der Natur oder das Stalingrad der Industrie

Jede Predigt ist nutzlos. Der Fortschritt wird sich nur selbst aufhalten, dank der Katastrophen, die er verursachen wird”.

So schrieb Mitte der 1970er Jahre ein Schweizer Dichter, dessen Name nicht auf der Liste der Vorläufer der Katastrophenpädagogik steht, die den Anhängern des “Schrumpfungsparadigmas” [decrescita] so sehr am Herzen liegt. Ihr unbestrittener Lehrer Serge Latouche äußerte sich immer auf optimistische Weise, dass Katastrophen, das Bewusstsein zu wecken im Stande seien; ja… aber welches? Das der politischen Klasse, getrieben von der Kraft der Ereignisse, eine verlorene Menschlichkeit die durch eine lang anhaltende toxische Abhängigkeit vom Konsumismus taub, blind und stumm gemacht wurde, wieder auf den richtigen Weg der Bescheidenheit zu bringen. Es handelt sich um eine Überzeugung, die auch heute noch nach außen dringt, wo etwa die Hälfte der Weltbevölkerung zu Hause eingesperrt ist, um einem Virus zu entgehen, von dem angenommen wird, dass er für den Tod von über 100.000 Menschen auf der ganzen Welt verantwortlich ist. Weiterlesen

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[Covid19] Der Staat mit der Atemschutzmaske, Miguel Amorós

Gefunden auf panfletos subversivos, von uns übersetzt

Zu seinem großen Bedauern seit dem 7. April 2020 in seinem Haus eingesperrt.

Die gegenwärtige Krise hat einige Wendungen in der sozialen Kontrolle des Staates bedeutet. Das Wichtigste in diesem Bereich war bereits recht gut etabliert, weil die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, die heute herrschen, es verlangten; die Krise hat den Prozess nur noch beschleunigt. Wir nehmen gewaltsam als eine Masse von Manövern an einer Generalprobe teil, um die herrschende Ordnung angesichts einer globalen Bedrohung zu verteidigen. Das Coronavirus 19 war der Grund für die Wiederaufrüstung der Herrschaft, aber eine nukleare Katastrophe, eine klimatische Sackgasse, eine unaufhaltsame Migrationsbewegung, eine anhaltende Revolte oder eine schwer zu bewältigende Finanzblase wären dennoch gleich schwierig gewesen zu bewältigen. Die Ursache ist jedoch nicht unbedeutend, und die wahrhaftigste ist der globale Trend zur Konzentration des Kapitals, das, was führende Politiker unterschiedslos Globalisierung oder Fortschritt nennen. Dieser Trend korreliert mit der Tendenz zur Machtkonzentration und damit zur Stärkung des staatlichen Eindämmungs-, Desinformations- und Repressionsapparates. Wenn das Kapital die Substanz eines solchen Eies ist, ist der Staat die Schale. Eine Krise, die die globalisierte Wirtschaft gefährdet, eine Systemkrise, wie man heute sagt, provoziert eine fast automatische Abwehrreaktion und setzt bereits im Vorfeld vorbereitete Disziplinar- und Strafmechanismen in Gang. Das Kapital tritt in den Hintergrund, und dann erscheint der Staat in seiner ganzen Fülle. Die ewigen Gesetze des Marktes können Urlaub nehmen, ohne dass ihre Gültigkeit geändert wird. Weiterlesen

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Update zur Situation in der JVA Köln-Ossendorf IX

Hülyas Situation hat sich nicht wirklich verändert. Sie ist weiter im geschlossenen Vollzug, unter strengsten Sicherheitsbedingungen (Einzelzelle mit Videoüberwachung, Post und Kommunikationskontrolle, regelmäßige Zellenrazzia, Leibesvisitationen und den üblichen
Schikanen gegenüber rebellischen und politischen Gefangenen, dass z. B. Post nicht oder nicht komplett durchkommt, Erpressungen was Anwälte, Kommunikation oder die Veröffentlichung über die Zustände im Knast angeht, etc)… Zudem hat sie zwei weitere
Disziplinarverfahren mit Freizeit- und Aktivitätssperre, sowie Einzelfreistunde bis gestern (13.04) bekommen, da sie den Anstalts- und Bereichsleiter*innen Frau Linnartz und Herrn Buhr-Simons ihre Meinung gesagt hat, was deren Schikane, Repression und Bestrafungslogik angeht.
Trotzdem lasst sich Hülya von all diesen Machtspielchen und der Knastsystem-Unterdrückung nicht brechen und ist weiter stark und kämpferisch.
Sie freut sich weiter über Post und jegliche Form von Solidarität!

Hülya A.
Buchnummer 83209
JVA Köln
Rochusstrasse 350
50827 Köln

SOLIDARITAT MIT HÜLYA UND ALLEN REBELL*INNEN UND KAMPFER*INNEN!
AUF DASS ALLE KNASTMAUERN FALLEN!!!
FREIHEIT FUR ALLE!!!

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Krankheit und Kapital (von Alfredo Maria Bonanno)

Veröffentlicht in “AnarchismoNr. 67, Mai 1991, S. 18-19

Krankheit, verstanden als eine Fehlfunktion des Organismus, ist nicht etwas ausschließlich Menschliches. Auch Tiere leiden an Krankheiten, und selbst Dinge in ihrem eigenen Sinne haben Mängel in ihrer Funktion. Die Vorstellung von Krankheit als einer Anomalie ist die klassische Idee, die von der medizinischen Wissenschaft entwickelt wurde.

Die Antwort auf die Krankheit, vor allem dank der positivistischen Ideologie, die heute in der Medizin vorherrscht, ist die einer Heilung, die aus einer externen Intervention besteht, die aus bestimmten Praktiken ausgewählt wird und deren Ziel es ist, die Bedingungen einer vermeintlichen Idee von Normalität wiederherzustellen.

Trotz allem wäre es ein Irrtum zu glauben, dass die Suche nach den Krankheitsursachen immer mit diesem wissenschaftlichen Bedürfnis nach Wiederherstellung der Normalität Hand in Hand gegangen ist. Jahrzehntelang basierten die Heilmittel nicht auf Studien über die Ursachen, da diese damals absolut fantastisch waren. Heilmittel hatten ihre eigene Logik, vor allem wenn sie auf empirischem Wissen über die Naturkräfte beruhten. Weiterlesen

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