Roi Ferreiro, Jenseits der Demokratie

Hier ein Text von Roi Ferreiro, ein Mitglied der aufgelösten Gruppe CICA, eine weitere Kritik und Auseinandersetzung mit der Demokratie. Der Text blickt auf die Thematik auf eine andere Art, ist auch sehr historisch, setzt sich aber auch sehr mit etymologische Entwicklungen auseinander und macht ihn daher lesenswert und diskussionswert, wenn auch wir einige Vorschläge die er macht klar ablehnen, ansonsten ein weiterer Beitrag für diese Debatte.


Roi Ferreiro, Jenseits der Demokratie

Geschrieben zwischen dem 18. März und dem 23. Mai 2009.

Einleitung

Die Moderne hat auf das klassische Griechenland und Rom als primitive Referenzen für ihre politische Kultur zurückgeblickt. Diese waren die ersten Klassengesellschaften im modernen Sinne, die sich durch die Entstehung von Staat und Handel auszeichneten – zum Nachteil der vorpolitischen Formen, die noch auf der Religion beruhten und in denen politische und priesterliche Macht eng miteinander verbunden waren. Aus diesen beiden grundlegenden Merkmalen lässt sich die Entstehung und Entwicklung der demokratischen politischen Formen des athenischen Griechenlands und der römischen Republik erklären. Weiterlesen

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(1880 Piotr Kropotkin) Der Geist der Revolte

Gefunden auf anarchist library, die Übersetzung ist von uns.

Wie wir schon auf unserer Veranstaltung/Diskussion zum ‚Aufständischen Anarchismus‘ sagten, ist es historisch nicht möglich den Anarchismus von der aufständischen Praxis der Massen zu trennen. Wir werden in kommender Zeit mehrere Artikel veröffentlichen, bzw. übersetzen die genau dass unterstreichen, es handelt sich hier um Artikel/Texte aus verschiedenen Epochen und Ländern, die unser Wissen nach auch noch nie zuvor ins Deutsche übersetzt worden sind. Dies ist der zehnte Text in der Reihe.

Dieser Artikel erschien erstmals 1880 in Le Révolté.


Piotr Kropotkin, Der Geist der Revolte

Es gibt Zeiten im Leben der menschlichen Gesellschaft, in denen die Revolution zu einer zwingenden Notwendigkeit wird, in denen sie sich selbst als unvermeidlich verkündet. Überall keimen neue Ideen auf, die sich ihren Weg ins Licht bahnen und im Leben Anwendung finden wollen; überall stoßen sie auf die Trägheit derer, deren Interesse es ist, die alte Ordnung aufrechtzuerhalten; sie ersticken in der erstickenden Atmosphäre von Vorurteilen und Traditionen. Die anerkannten Vorstellungen von der Verfassung des Staates, von den Gesetzen des sozialen Gleichgewichts, von den politischen und ökonomischen Beziehungen zwischen den Bürgern können der unerbittlichen Kritik nicht länger standhalten, die sie täglich bei jeder Gelegenheit untergräbt – im Salon wie im Kabarett, in den Schriften der Philosophen wie im täglichen Gespräch. Politische, ökonomische und soziale Institutionen zerbröckeln; die unbewohnbar gewordene Gesellschaftsstruktur behindert, ja verhindert sogar die Entwicklung der Saat, die in ihren beschädigten Mauern aufgeht und um sie herum entsteht. Weiterlesen

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(1921, Malatesta) Die revolutionäre „Eile/Hast“

Gefunden auf marxists.org, die Übersetzung ist von uns.

Wie wir schon auf unserer Veranstaltung/Diskussion zum ‚Aufständischen Anarchismus‘ sagten, ist es historisch nicht möglich den Anarchismus von der aufständischen Praxis der Massen zu trennen. Wir werden in kommender Zeit mehrere Artikel veröffentlichen, bzw. übersetzen die genau dass unterstreichen, es handelt sich hier um Artikel/Texte aus verschiedenen Epochen und Ländern, die unser Wissen nach auch noch nie zuvor ins Deutsche übersetzt worden sind. Dies ist der neunte Text in der Reihe.


Die revolutionäre „Eile/Hast“

Verfasst am: September 6, 1921 Quelle: Umanità Nova, Nr. 125, 6. September 1921

Beschäftigen wir uns noch einmal mit dem Artikel von G. Valenti, der von der Zeitung Giustizia aus Reggio Emilia veröffentlicht wurde Valenti hält sich damit auf, alle Massen aufzuzählen, die der subversiven Propaganda gleichgültig oder feindlich gegenüberstehen. In Bezug auf die Vereinigten Staaten behauptet er, dass es 60 (?) Millionen Katholiken gibt, die in religiösen Vereinigungen organisiert sind, in die Kirche gehen und zu Gott beten, und er fordert die Anarchistinnen und Anarchisten auf, unter diesen 60 Millionen Menschen Propaganda zu machen, wenn sie die Revolution beschleunigen wollen. Er behauptet, dass nur 4,5 Millionen der 40 Millionen Produzenten in Organisationen organisiert sind, von denen die meisten immer noch gegen den Sozialismus sind. Er fordert auch die Gewerkschafter/Syndikalisten auf, die Arbeiterinnen und Arbeiter in Gewerkschaften/Syndikate zu organisieren, wenn sie die Revolution wirklich beschleunigen wollen. Er behauptet, dass nur eine Million von fünfundzwanzig Millionen Wählerinnen und Wählern bei den letzten Wahlen für Debs gestimmt haben, er erinnert daran, dass im Süden sozialistische Rednerinnen und Redner von patriotisch angehauchten Mobs verprügelt und aus den Städten vertrieben werden; schließlich fordert er die Kommunistinnen und Kommunisten auf, im Süden für ihre 21 Punkte zu werben, anstatt „die Sozialistinnen und Sozialisten zu nerven, sie zu akzeptieren“ Weiterlesen

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(1922, Malatesta) Die anarchistische Revolution

Gefunden auf marxists.org, die Übersetzung ist von uns.

Wie wir schon auf unserer Veranstaltung/Diskussion zum ‚Aufständischen Anarchismus‘ sagten, ist es historisch nicht möglich den Anarchismus von der aufständischen Praxis der Massen zu trennen. Wir werden in kommender Zeit mehrere Artikel veröffentlichen, bzw. übersetzen die genau dass unterstreichen, es handelt sich hier um Artikel/Texte aus verschiedenen Epochen und Ländern, die unser Wissen nach auch noch nie zuvor ins Deutsche übersetzt worden sind. Dies ist der achte Text in der Reihe.


Die anarchistische Revolution

Geschrieben: ~1922 Quelle: Anarchy Archives

Die Revolution ist die Schaffung neuer lebendiger Institutionen, neuer Gruppierungen, neuer sozialer Beziehungen; sie ist die Zerstörung von Privilegien und Monopolen; sie ist der neue Geist der Gerechtigkeit, der Brüderlichkeit und der Freiheit, der das gesamte soziale Leben erneuern, das moralische Niveau und die materiellen Bedingungen der Massen anheben muss, indem er sie auffordert, durch ihr direktes und gewissenhaftes Handeln für ihre eigene Zukunft zu sorgen. Revolution ist die Organisation aller öffentlichen Dienste durch diejenigen, die in ihnen im eigenen Interesse und im Interesse der Allgemeinheit arbeiten; Revolution ist die Zerstörung aller Zwangsbindungen; sie ist die Autonomie der Gruppen, der Gemeinden, der Regionen; Revolution ist die freie Föderation, die durch den Wunsch nach Brüderlichkeit, durch individuelle und kollektive Interessen, durch die Bedürfnisse der Produktion und der Verteidigung hervorgerufen wird; Revolution ist die Konstituierung unzähliger freier Gruppierungen, die auf den Ideen, Wünschen und Vorlieben der Menschen beruhen; Revolution ist die Bildung und Auflösung tausender repräsentativer, bezirklicher, kommunaler, regionaler und nationaler Gremien, die, ohne eine gesetzgebende Gewalt zu haben, dazu dienen, die Wünsche und Interessen der Menschen in der Nähe und in der Ferne bekannt zu machen und zu koordinieren, und die durch Information, Rat und Beispiel handeln. Die Revolution ist die Freiheit, die sich im Schmelztiegel der Tatsachen bewährt hat – und sie dauert so lange, wie die Freiheit dauert, das heißt, bis es anderen gelingt, unter Ausnutzung der Müdigkeit, die die Massen überkommt, der unvermeidlichen Enttäuschungen, die auf übertriebene Hoffnungen folgen, der wahrscheinlichen Irrtümer und menschlichen Fehler, eine Macht zu bilden, die, unterstützt von einer Armee von Wehrpflichtigen oder Söldnern, das Gesetz festlegt, die Bewegung an dem Punkt festhält, den sie erreicht hat, und dann die Reaktion beginnt. Weiterlesen

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(Antipolitika) Man kann den Imperialismus nicht mit Anti-Imperialismus bekämpfen

Dieser Text erschien in der dritten Nummer der anarchistischen Publikation aus dem Balkan, namens Antipolitika. Wir finden nicht nur die komplette Ausgabe sehr gut, interessant und lesenswert, sondern finden dass einige der Artikel aus mehreren Gründen ins Deutsche übersetzt werden müssen.

Der hier vorhandene Text interessiert uns vor allem angesichts der Debatte um den falschen Antagonismus zwischen Imperialismus und Anti-Imperialismus, zum Thema siehe auch Gegen die leninistische Position zum Imperialismus von Antithesi. Darüber hinaus sehen wir die falsche und inflationäre Verwendung dieses, und nicht nur dieses, Begriffes im Krieg in der Ukraine, wo alle Seiten die andere als imperialistisch beschimpfen. Nun denn, hier ein Text der hoffentlich etwas Klarheit verschaffen kann. Weiterlesen

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(1905) Albert Libertad, Das patriotische Vieh

Gefunden auf der Seite der spanischsprachigen Anarchistischen Bibliothek, der erste Text von Albert Libertad den wir übersetzten und veröffentlichen richtet sich gegen das Militär, ein kurzer hervorragender Text.


(1905) Albert Libertad, Das patriotische Vieh

Auf in die Kaserne! Auf in die Kaserne! Komm, zwanzigjähriger Junge, Mechaniker oder Lehrer, Maurer oder Zeichner, streck dich auf dem Bett aus… auf dem Bett von Prokrustes.1 Du bist zu groß…. wir werden dich schrumpfen. Das ist die Kaserne… hier stellst du dich nicht schlau an, hier gibst du nicht an… alle sind gleich, alle Brüder… Brüder in was? In Dummheit und Gehorsam, natürlich. Weiterlesen

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Octavio Alberola – Baja California: Versuchte Aufstände

Hier gefunden, die Übersetzung ist von uns. Ein Text über die anarchistischen Aufstände in Mexiko zu Beginn des 20sten Jahrhunderts.

Wie wir schon auf unserer Veranstaltung/Diskussion zum ‚Aufständischen Anarchismus‘ sagten, ist es historisch nicht möglich den Anarchismus von der aufständischen Praxis der Massen zu trennen. Wir werden in kommender Zeit mehrere Artikel veröffentlichen, bzw. übersetzen die genau dass unterstreichen, es handelt sich hier um Artikel/Texte aus verschiedenen Epochen und Ländern, die unser Wissen nach auch noch nie zuvor ins Deutsche übersetzt worden sind. Dies ist der achte Text in der Reihe.


Octavio Alberola

Baja California: Versuchte Aufstände

Erschien in “Anarchy: A Journal of Desire Armed” #42, Herbst ’95 — Vol. 14, No. 4.

„Lasst das Volk die Fabriken, die Minen usw. in Besitz nehmen“. Der Aufstand musste die Lunte der Revolution entzünden, und diese musste zur sozialen Emanzipation der Arbeiterinnen und Arbeiter führen. Fünf Monate lang währte die Hoffnung … bis sie von einer Koalition politischer Interessen zunichte gemacht wurde. Weiterlesen

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Über die Sabotage als eine der schönsten Künste

Aus dem Buch „Del Tiempo En Que Los Violentos Tenían Razón“ (Aus der Zeit als die Gewalttätigen Recht hatten), welches 2006 erschien, herausgebracht vom leider nicht mehr existierenden Verlagsprojekt „Editorial Klinamen“ und von der anarchistischen Publikation aus Asturien „Llar“. Die Übersetzung ist von uns.


Über die Sabotage als eine der schönsten Künste

Asturisches Institut für vergleichenden Vandalismus

Es ist nie schlecht, bestimmte Texte noch einmal zu lesen. Wir hoffen, dass du nicht nur nach dem „Neuesten“ suchst, sondern auch das aufnimmst, was du sicher auf verschiedenen Websites finden kannst, was wir aber für notwendig halten, von Zeit zu Zeit zu wiederholen. Dieser Text wurde in Llar Nr. 33 veröffentlicht. Weiterlesen

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Der Betrug des „revolutionären Syndikalismus“

Aus dem Spanischen von uns übersetzt. Hier ein weiterer Text von Anarchistinnen und Anarchisten die den Syndikalismus/Gewerkschaftswesen kritisieren. Wenn auch sehr auf die iberische Realität geschneidert, sind Kritiken inne die der Kritik am Syndikalismus/Gewerkschaftswesen inhärent sind. Die Kritiken richten sich vor allem gegen die CNT und die CGT, dabei sind viele der Beispiele zwar nicht mehr aktuell, haben aber an ihrer Gültigkeit nichts verloren, weil sie auch die Ursache für die Konflikte waren die unter anderem zu diesen Kritiken geführt haben.


Der Betrug des „revolutionären Syndikalismus“1.

Über, wie alle Gewerkschaften/Syndikate versuchen, die bestehende Ordnung zu erhalten, indem sie sie schminken.

Der historische Sinn des Syndikalismus/Gewerkschaftswesen

Der Ursprung der Gewerkschaften/Syndikate geht auf die Zeit zurück, als der Kapitalismus seine Expansion begann. Sie wurden notwendig, um die Arbeits- und Überlebensbedingungen innerhalb des Systems erträglich zu machen. Es stimmt zwar, dass es nicht die Kapitalistenklasse war, die die Gewerkschaften/Syndikate ins Leben rief (und sie anfangs auch nicht direkt förderte), aber die Bourgeoisie selbst erkannte und respektierte schließlich ihre Rolle, da sie die proletarische Gewalt kanalisierte und in eine Vielzahl von isolierten Kämpfen zerstreute und so die Gefahr unkontrollierbarer Explosionen vermied. Weiterlesen

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(Gilles Dauvé) Eine Kritik an Graeber und Wengrows The Dawn of Everything

Gefunden auf troploin, die Übersetzung ist von uns.


Eine Kritik an Graeber und Wengrows The Dawn of Everything

„Revolutionär“ (Sunday Times), „Unwiderstehliche anarchische Energie“ (The Times), „Ikonoklastisch“ (The Guardian), „Eine Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, frei zu sein“ (Washington Post)… David Wengrow und David Graebers The Dawn of Everything. A New History of Humanity ist ein viel gelobter Bestseller. Wie kann ein breiter historischer Überblick, der von bekennenden Anarchistinnen und Anarchisten geschrieben wurde, von der Mainstream- und der „bourgeoisen“ Presse so begeistert aufgenommen werden? Weiterlesen

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