Wir haben diesen Text von Paul Mattick ausgegraben weil er, trotz der Jahre die seit seiner Veröffentlichung vergangen sind, immer noch unglaublich aktuell ist. Würde man einige Namen ändern, würde der Text als eine Kritik gegen die jetzige Bewegung wirken die sich die Rettung der Umwelt, der Erde, usw., auf die Fahne geschrieben hat. Denn nach wie vor wird die Gesellschaftsform in der wir leben, die des Kapitalismus, nicht in Frage gestellt, sondern nur gewisse Ausdrücke von ihr. Wir wollen nicht viel mehr dazu sagen, man kann es ja selber lesen.
Soligruppe für Gefangene
Paul Mattick, Kapitalismus und Ökologie
Vom Untergang des Kapitals zum Untergang der Welt
1976
Die Geschichtlichkeit der Natur ergibt sich aus dem vor mehr als hundert Jahren von Carnot und Clausius entdeckten zweiten Hauptsatz der Thermodynamik oder der in den Wärmetod endenden zunehmenden Entropie. Unser Erdenleben hängt von der ständigen Energiezufuhr durch Sonnenstrahlung ab, die sich, wie langsam auch immer, mit wachsender Entropie vermindert. Die hier in Frage kommenden Zeitspannen sind vom menschlichen Standpunkt aus gesehen zu unbestimmt und zu ungeheuerlich, um praktisch in Betracht gezogen zu werden. Nichtsdestoweniger hat das Entropiegesetz eine stets vorhandene, direkte Einwirkung auf die Erde und damit auf das Schicksal der Menschheit. Zur Befriedigung ihrer Energiebedürfnisse stehen den Menschen, außer der Sonne, die Bodenschätze der Erde zur Verfügung. Deren Ausnutzung beschleunigt jedoch die Verwandlung von ‚freier’ in ‚gebundene’ Energie, d.h. Energie, die den Menschen nicht mehr zur Verfügung steht und zum Wärmetod degradiert. In anderen Worten, die vorhandenen Energiequellen haben nur einen einmaligen Nutzen. Mit ihrer Erschöpfung hört das menschliche Leben auf, und zwar sehr lange vor dem Erkalten der Sonne, da alle natürlichen Schätze der Erde nicht mehr Energie enthalten, als in ein paar Tagen Sonnenlicht zu finden ist. Weiterlesen →