Von Fabrizio Calvi, gefunden auf Info Kiosques, von uns übersetzt. Wir wollen und werden uns in kommender Zeit wieder der revolutionären Geschichte widmen und auch uns mit der baskischen, iberischen, englischen französischen und italienischen Geschichte der Arbeiter*innen Autonomie beschäftigen, ob bewaffnet oder nicht. Wir haben nach besten Gewissen nach den Originalnamen aller hier aufgelisteten Gruppen gesucht und haben leider nicht alle bestätigen können, ob sie genau so stimmen. Viel Spaß
Februar 1977: In Italien bricht plötzlich der Aufstand der Studenten, der Arbeitslosen, der Subproletarier aus. Einige Monate später veröffentlichen italienische und ausländische Zeitungen auf der Titelseite ein Foto eines Demonstranten mit maskiertem Gesicht, der in einer fast perfekten Schussposition das Feuer auf die Polizei in Mailand eröffnet. Seitdem haben wir uns an diese gewalttätigen Bilder gewöhnt, politische Angriffe, der Tod von Demonstranten durch Kugeln scheint so selbstverständlich geworden zu sein wie eh und je. Aber es wäre ein Fehler, von dieser Bewegung nur die von den Medien vorgebrachten Fakten zu behalten. Es gibt noch etwas anderes als die sensationellen Bilder hinter dieser Revolte. Und es ist diese andere Sache, die uns herausfordert. Die Ereignisse in Italien werfen eine Reihe von Fragen auf, die uns alle betreffen: Der Eurokommunismus1 unternimmt seine ersten Schritte bei der staatlichen Hilfe und eröffnet damit die Debatte über die gewaltlose Machtübernahme der Linken. Am Tag nach der chilenischen Tragödie, scheint der Kompromiss im Frühjahr 1977 seinen Höhepunkt erreicht zu haben: Seit den Parlamentswahlen vom 20. Juni 1976 setzt die Christdemokratie (DC) ihre Herrschaft dank des Schweigens der PCI (Kommunistische Partei Italiens) fort, die so in immer gefährlicheres Terrain gezogen wird. Auf die Billigung von Antiterrorgesetzen und eines Sparplans der Regierung reduziert, sahen die Kommunisten die Zahl der Stimmen der Dissidenten von Tag zu Tag wachsen. Dank einer seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfolgten Politik gelangte die PCI schließlich an die Schwelle des Thronsaals. Doch der Moment ist heikel; die Verzweiflung der aus dem Kreislauf von Produktion und Konsum ausgeschlossenen sozialen Schichten wächst. Es ist diese Verzweiflung, die plötzlich auf die Straßen der großen Metropolen der Halbinsel gedrungen ist. Italien wirft daher das Problem eines Systems auf, in dem das Fehlen wirtschaftlicher Lösungen und einer taktischen Vereinbarung zwischen Christdemokraten und Oppositionsparteien noch gewalttätigere linke Opposition illegal ablehnt, sie zu Gesetzlosen macht und sie „kriminalisiert“. Weiterlesen