(Frankreich) Zwei Briefe vom anarchistischen Gefangenen Damien

Gefunden auf Publicación Refractario, die Texte wurden am 14. März und am 2. April veröffentlicht. Die Übersetzung ist von uns.

1) Wörter des anarchistischen Gefangenen Damien

14. März 2020

Hallo Gefährt*innen, danke für eure Unterstützung.

Ich wurde wegen Raub verhaftet, während ich auf der Flucht war. Die Bullen sind darauf gekommen dass ich auf der Flucht war und sie haben mich geschnappt.

Tatsächlich war es so, dass die Polizeibeamten, die ich nach der Verprügelung die sie mir gegeben hatten, öffentlich angezeigt hatte, führte zu einem weiteren Repressionsfall. Sie reichten eine Anzeige gegen mich wegen Verachtung und Rebellion ein. Ich wurde nie vor Gericht gerufen, weil die Bullen die Dokumente, die mich über den Prozess informierten, gefälscht hatten. Weiterlesen

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(Chile) Verhaftung von Francisco Solar “Cariñoso”

Am 17. Mai fand in Chile vor dem Fernsehsender „Mega de Chile“ eine Kundbebung in Solidarität mit allen Gefangenen die im Laufe der Revolte, aber auch davor, eingesperrt worden sind. Organisiert wurde diese Protestaktion von der „coordinadora 18 de octubre“.

Dort wurde der Anarchist Francisco Solar, vor allem bekannt als “cariñoso”, festgenommen. Als diese Nachricht verfasst wurde, sprich am 17. Mai, wurde Francisco vor dem Haftrichter gebracht und uns ist es nicht bekannt ob er seitdem in Untersuchungshaft sitzt, oder unter Anklage rausgelassen wurde.

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(S.I.) Minimale Definition der revolutionären Organisationen

Einleitung von uns, mit den beiden Texten die wir heute auf unseren Blog veröffentlichen, sprich diesen und Weder Intellektualismus noch Dummheit,  sowie die Artikeln und Nachrichten über Repression, revolutionärer Geschichte und jede kritische Anaylse der Situation um den Coronavirus, die wir sowieso weiterhin veröffentlichen werden, fangen wir auch eine Reihe von historischen und gegenwärtigen Texten an, die sich kritisch mit der Frage der Organisation auseinandersetzten. Genauso wie deren entfremdeten Figur, den Militanten und deren Ideologie, die Militanz.

Sie dienen als ein Leitfaden zum nachdenken, denn obwohl wir diese Texte wichtig finden, sind wir nicht mit allem einverstanden. Denn wie immer ist es wichtig das Anarchist*innen selber nicht irgendwelche Ideen kanonisieren, sie zu einem Mantra verkommen lassen oder diese als eine Ideologie hochstilisieren.

Alle diese Texte dienten vielen anarchistischen Kreisen, vor allem den radikalen und aufständischen, um eine Grundlage für ihre Theorien und Praxen auszuarbeiten. Wir werden sehen wohin dass führen wird.

Soligruppe für Gefangene und ein paar andere Anarchist*innen

Minimale Definition der revolutionären Organisationen

(Diese Definition wurde von der 7.Konferenz der Situationistischen Internationale angenommen.)

In Erwägung, dass das einzige Ziel einer revolutionären Organisation die Abschaffung der vorhandenen Klassen durch einen Weg ist, der keine neue Teilung der Gesellschaft mit sich bringt, nennen wir jede Organisation revolutionär, die konsequent zur internationalen Verwirklichung der absoluten Macht der Arbeiterräte hinarbeitet, so wie sie durch die Erfahrung der proletarischen Revolutionen dieses Jahrhunderts entworfen worden ist.
Eine solche Organisation bietet eine einheitliche Kritik der Welt, oder sie ist nichts. Mit einheitlicher Kritik meinen wir eine Kritik, die sowohl gegen alle geographischen Zonen, in denen sich verschiedene Formen der sozio-ökonomischen Macht eingerichtet haben, als auch global gegen alle Aspekte des Lebens ausgesprochen wird. Weiterlesen

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(USA) Weder Intellektualismus noch Dummheit

Weder Intellektualismus noch Dummheit

Von Willful Disobedience Volumen 2, Nr. 11., Übersetzung von uns

Im Kampf gegen Herrschaft und Ausbeutung muss jedes Individuum jedes Instrument ergreifen, das er sich zu eigen machen kann, jede Waffe, die er autonom einsetzen kann, um diese Gesellschaft anzugreifen und sein Leben wiederzuerlangen.

Natürlich werden die Instrumente, die einzelne Individuen auf diesem Weg einsetzen können, je nach ihren Umständen, Wünschen, Fähigkeiten und Bestrebungen variieren, aber angesichts der Hindernisse, denen wir uns gegenübersehen, ist es lächerlich, eine Waffe abzulehnen, die ohne Beeinträchtigung der Autonomie eingesetzt werden kann und auf ideologischen Vorstellungen beruht. Weiterlesen

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(Spanien) Es ist nicht die Krise des Virus, es ist die Krise des Kapitals

Dieser Text wurde von der Grupo Barbaria am 8. Mai veröffentlich, die Übersetzung ist von uns

Es ist nicht die Krise des Virus, es ist die Krise des Kapitals

Da mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung eingesperrt (A.d.Ü., durch die Ausgangssperre) ist und weltweit ein Großteil der Produktion und des Warenverkehrs eingestellt wurde, befinden wir uns in einem Kontext, der völlig neu zu sein scheint. Es wäre jedoch unmöglich zu versuchen, die gegenwärtige Situation zu erklären, ohne die unlösbare Krise zu verstehen, in der sich das kapitalistische System befindet. Krise um Krise hat dieses System sofortige Lösungen für die Hindernisse gegeben, denen es sich gegenüber sah. Diese Auswege häufen eine Reihe von Widersprüchen innerhalb des Kapitalismus an, die früher oder später in die Luft gesprengt werden. Es ist unerlässlich, die Analyse des aktuellen Kontexts aus einer Perspektive anzugehen, die die Krise des Coronavirus als einen weiteren historischen Meilenstein betrachtet, der alle noch offenen Rechnungen aufhäuft, die auf diesem Weg hinterlassen wurden. Weiterlesen

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(Chile) 1. Mai: „Sie töten mich, wenn ich nicht arbeite, und wenn ich arbeite, töten sie mich “

Geschrieben von Proletarixs en Revuelta, wir haben es auf Materiales X La Emancipación gefunden, die Übersetzung ist von uns

(Chile) 1. Mai: „Sie töten mich, wenn ich nicht arbeite, und wenn ich arbeite, töten sie mich “

An einem kalten Morgen aufzuwachen, sich nicht gut ausgeruht zu haben, ängstlich über die Zukunft nachzudenken. Zusammen mit einer großen Zahl von Menschen, die wie einer selbst zur Arbeit gehen müssen, auf einen Bus oder eine U-Bahn warten. Auch der Transport ist voll. Wie groß war der Sicherheitsabstand? Eineinhalb Meter? Zwei Meter? Sicher ist nur, dass es unmöglich ist, sie aufrechtzuerhalten. Die kollektive Fortbewegung wird gemacht, um uns in engen Menschenmengen zu transportieren. Je mehr Menschen in einen kleineren Raum kommen, desto besser. Umso besser für diejenigen, die davon profitieren, versteht sich. Aber das spielt keine Rolle. Wir müssen weitermachen. Zum Arbeitsplatz gelangen, wahrscheinlich in einem geschlossenen Raum, mit schlechter Belüftung, wenigen und begrenzten Schutzmaßnahmen, außer denen, die aus individueller oder kollektiver Initiative entstanden sind. Und so setzen wir uns den ganzen Arbeitstag lang der Gefahr aus, dass die Medien in Paranoia umschlagen. Der Tag endet mit der Rückkehr nach Hause. Eine Stunde oder mehr Reisezeit.

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(Spanischer Staat) Gesundheit als Prozess: ein Brief von einer Familien- und Gemeindekrankenschwester

Dieser Artikel wurde auch in der anarchistischen Straßenzeitung Aquí y Ahora Nr. 9 veröffentlicht. Die Übersetzung ist von uns.

Gesundheit als Prozess: ein Brief von einer Familien- und Gemeindekrankenschwester

Wir Gesundheitsfachkräfte sind keine Superhelden oder Superheldinnen. Für den Staat halten wir Gesundheitsfachleute die Produktivkörper des kapitalistischen Systems so „gesund wie möglich“, damit sie Arbeitskräfte bleiben und weiterhin Kapital produzieren.

Das Gesundheitssystem ist jetzt nicht überlastet. Das Gesundheitssystem war bereits vor dem Coronavirus und der Angstpandemie überlastet. Diese Ausnahmesituation hat der Überlastung ein Ende gesetzt. Die Kürzungen und der mangelnde Wert, den der Staat dem Gesundheitsprozess, der Förderung einer gesunden Umgebung, dem Gesundheitswesen und seinen Fachkräften beimisst, haben die Situation überwältigend gemacht. Weiterlesen

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(Spanischer Staat) Die Pandemie der Repression und des Alarmzustandes

Dieser Artikel erschien in der Nr. 9, der anarchistischen Straßenzeitung Aquí Y Ahora Nr. 9, aus Madrid, von uns übersetzt.

Die Pandemie der Repression und des Alarmzustandes

Für die große Mehrheit von uns ist dies unsere erste Pandemie. Wir sind Neulinge in Quarantäne- und Alarmzuständen, und dieses neue Szenario, das sich mit schwindelerregender Geschwindigkeit entwickelt, hat praktisch jeden Tag neue Maßnahmen umgesetzt, mit der Begründung, dass mehr oder weniger, die Menschheit von einem Virus verwüstet werden würde.

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Ludd, Hypermodernität/Hypermoderne und Neototalitarismus in Zeiten des COVID19

Gefunden auf Indymedia Barcelona, am 6. Mai veröffentlich, geschrieben von Tomas Ibañez. Tomas ist seit den 60ern, damals noch in Frankreich, in der anarchistischen Bewegung. Damals war er in den FIJL und ab den Mitte 70ern beteiligte er sich bei der CNT die wieder legalisiert wurde. Er hat seit dem einige Bücher zur Geschichte der anarchistischen Bewegung veröffentlicht, sowie andere Themen und beteiligt sich regelmäßig an aktuellen Debatten und beim veröffentlichen von Texten in anarchistischen Publikationen. Dieser Text wurde von uns übersetzt. Weiterlesen

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[Analyse] Die Medizin als Religion

Gefunden auf Artillería Inmanente, von uns übersetzt

Dass die Wissenschaft zur Religion unserer Zeit geworden ist, das woran Menschen glauben, ist seit langer Zeit offensichtlich. Im modernen Westen haben drei große Glaubenssysteme koexistiert und bestehen bis zu einem gewissen Grad auch weiterhin nebeneinander: Christentum, Kapitalismus und Wissenschaft. In der Geschichte der Moderne haben sich diese drei „Religionen“ notwendigerweise mehrmals miteinander verflochten, sind von Zeit zu Zeit in Konflikt geraten und haben sich dann auf verschiedene Weise versöhnt, bis sie allmählich zu einer Art friedlicher und artikulierter Koexistenz, wenn nicht gar zu einer echten Zusammenarbeit im Namen des gemeinsamen Interesses kamen.
Die neue Tatsache ist, dass zwischen der Wissenschaft und den beiden anderen Religionen ein unterirdischer und unerbittlicher Konflikt wiederbelebt wurde, ohne dass wir es bemerkt haben, dessen siegreiche Ergebnisse für die Wissenschaft heute vor unseren Augen liegen und in beispielloser Weise alle Aspekte unserer Existenz bestimmen. Dieser Konflikt betrifft nicht, wie in der Vergangenheit, Theorie und allgemeine Prinzipien, sondern sozusagen die kulturelle Praxis. In der Tat kennt die Wissenschaft, wie jede Religion, verschiedene Formen und Ebenen, durch die sie ihre eigene Struktur organisiert und ordnet: Die Ausarbeitung eines subtilen und rigorosen Dogmatismus entspricht in der Praxis einem äußerst breiten und kapillaren Kulturkreis, der mit dem zusammenfällt, was wir Technologie nennen.
Es ist nicht verwunderlich, dass der Protagonist dieses neuen Religionskrieges jener Teil der Wissenschaft ist, in dem die Dogmatik weniger streng und der pragmatische Aspekt stärker ist: die Medizin, deren unmittelbarer Gegenstand der lebende Körper des Menschen ist. Versuchen wir, die wesentlichen Merkmale dieses siegreichen Glaubens festzulegen, mit denen wir uns immer mehr auseinandersetzen müssen.
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