Quelle: Alfredo M. Bonanno: „Anarchismus und Aufstand“, Edition Irreversibel in Zusammenarbeit mit Konterband Editionen, ohne Ort, August 2014.
Alfredo M. Bonanno
Anarchismus und Aufstand
Einleitung
Mit der Herausgabe von dieser Zusammenstellung von Texten, in einer Übersetzung, so hoffen wir, die ihrer ursprünglichen Konsistenz einigermassen gerecht wird (oder zumindest ihr korrektes Verständnis ermöglicht, im Gegensatz, leider, zu einigen bisher zirkulierenden Übersetzungen), möchten wir der deutschsprachigen anarchistischen Bewegung ein Buch zur Verfügung stellen, das dazu beitragen kann, unsere Horizonte zu erweitern. Die Probleme, die hier behandelt werden, können uns ein Bild von der Potenzialität einer anarchistischen Bewegung verschaffen, die sich manchmal dagegen zu sträuben scheint, sie in ihrem ganzen Umfang zu erfassen. Eine Potenzialität, sicher, die auch beängstigen kann, angesichts der immensen Verantwortung, vor die sie uns stellt. Verantwortung vor unserem eigenen Gewissen, versteht sich, vor niemandem sonst, vor unserem Gewissen als Anarchisten, bewusst über das Elend dieser Welt und über die unaufschiebbare Notwendigkeit von einer gewaltsamen Revolution, um der Ausbeutung und der Unterdrückung ein Ende zu setzen. Je mehr wir uns dieser Dringlichkeit und gleichzeitig unserer Potenzialität gewahr werden, desto mehr verlangt dieses Gewissen, uns zu involvieren, uns einzusetzen, uns aufs Spiel zu setzen, und zwar mit unserem ganzen Selbst. Und das Gewissen, wie man weiss, kann oft der erbarmungsloseste Richter sein. Viel beruhigender ist es, die Widrigkeit und die Mängel der Umstände festzustellen, und in einer selbstgerechtfertigten Marginalisierung unser Dasein zu fristen.
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