Gefunden auf informativo anarquista, die Übersetzung ist von uns.
(Griechenland) Gefährt*innen festgenommen wegen des Brandes in der Marfin-Bank im Jahr 2010, bei dem drei Arbeiter*innen ums Leben kamen
Am 5. Mai 2010 wurde in Griechenland ein Generalstreik ausgerufen. Während der großen Demonstration, die durch die Straßen von Athen zog, kam es zu Angriffen auf staatliche und kapitalistische Einrichtungen, Zusammenstößen mit der Polizei und einem Versuch der Demonstranten, ins Parlament einzudringen.
Inmitten der weit verbreiteten Unruhen wurde die Fassade der Filiale der Marfin-Bank von einer Gruppe Vermummter verwüstet, die das Gebäude in Brand setzten, ohne zu wissen, dass sich im Inneren noch Angestellte befanden. Drei Bankangestellte, die von den Sicherheitskräften gezwungen worden waren, am Ort zu bleiben, und deren Fluchtwege durch mehrere verschlossene Türen versperrt waren, kamen bei dem Brand ums Leben.
Diese Ereignisse lösten eine heftige gesellschaftliche Kontroverse aus, auch innerhalb anarchistischer Kreise: Spannungen, Spaltungen, Isolation, Aufrufe zur Denunziation und Fragen zur revolutionären Gewalt. Die Presse und die Machthaber nutzten die Situation gnadenlos aus und versuchten, aus den Todesfällen den größtmöglichen politischen Nutzen zu ziehen, um die Ausdrucksformen des anarchistischen Kampfes in Griechenland einzudämmen und zu unterdrücken.
Einige Zeit später, im Jahr 2013, wurden einige Anarchist*innen wegen ihrer Beteiligung an dem Brand festgenommen, aber schnell freigesprochen. (A.d.Ü., Text auf Spanisch)
Zur gleichen Zeit wurden Führungskräfte und Sicherheitspersonal der Bank wegen ihrer Verantwortung verurteilt, da sie angeordnet hatten, sich trotz der sich ausbreitenden Unruhen in der Gegend weder zurückzuziehen noch Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Im April 2026, mehr als sechzehn Jahre nach den Ereignissen, wird eine anonyme E-Mail an die Polizei geschickt, in der eine Reihe von Namen und Angaben zu den Urheber*innen des Brandanschlags genannt werden. Mit einem vorgetäuschten Schuldgefühl und angeblich, um das eigene Gewissen zu beruhigen, werden die Identitäten derjenigen preisgegeben, die direkt an dem Brand beteiligt gewesen sein sollen. Die Nachricht ist so plump, dass darin sogar einige Gefährt*innen erwähnt werden, die zu diesem Zeitpunkt bereits im Gefängnis saßen.
Die Polizei richtet ihre Ermittlungen erneut auf diese Informationen aus und gleicht die Daten mit den Akten des Antiterror-Dienstes ab, insbesondere mit Fotos, die bei Hausdurchsuchungen im Jahr 2020 wegen Sprengstoffbesitzes beschlagnahmt wurden. In einer regelrechten Zeitreise gelingt es der Polizei, auf alten Urlaubsfotos einiger der in der E-Mail genannten Personen Teile der Kleidung zu identifizieren, die von einigen der vermummten Personen beim Brandanschlag auf die Bank getragen wurde. Der Repressionsschlag war bereits vorbereitet.
Am 10. Juli 2026 findet eine Reihe von Hausdurchsuchungen statt, bei denen zwei Haftbefehle gegen Gefährten aus dem anarchistischen Milieu vollstreckt werden; ein dritter Haftbefehl wird ins Vereinigte Königreich geschickt, gegen eine Gefährtin, die dort vor Jahren gelebt hat.
Der Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, feierte die Festnahmen ausgelassen: „Unsere Demokratie ist stark und triumphiert am Ende immer. Sie triumphiert nicht aus Rache. Ihre Siege haben mit der Durchsetzung von Rechten und der Rechtspflege zu tun“,
Von den Solidaritätsgruppen in Griechenland hieß es: (A.d.Ü., Text auf Spanisch)
„Wir unterstützen bedingungslos unsere Freunde und Gefährten, die Namen und Lebenswege, ein Leben und Träume haben und die zu jeder Zeit unsere wertvollen Gefährten waren. Ein Leben, das von den Werten der Solidarität, des Widerstands und der Selbstorganisation geprägt ist – darauf sind wir genauso stolz wie unsere Gefährten.“
Die beiden Gefährten wurden bis zum Abschluss der Ermittlungen inhaftiert, während die Gefährtin sich noch im Auslieferungsverfahren nach Griechenland befindet.