Der Ziegelbrenner, eine anarchistische Zeitschrift aus den 1920ern

„Kein Gott wird dir helfen, kein Programm, keine Partei, kein Führer, kein Stimmzettel, keine Masse, keine Einigkeit. Nur ich selber kann mir helfen. Und in mir selber werde ich allen Menschen helfen, deren Tränen fließen.“ Der Ziegelbrenner

Die soziale Revolution kann nur in Präsenz konjugiert werden, aber jede Tat, jede Handlung hat ihre Gegenwart, so wie sie ihre Vergangenheit haben wird. Denn die Vergangenheit kommt ständig auf uns zu, wie später alles vergeht und vergessen wird.

Für uns als Gruppe, für uns als Individuen, ist der Anarchismus daher nie nur eine Sache, entweder der Vergangenheit oder der Gegenwart. Sie besteht aus beidem und nur so können wir die Verben der Aktion, der Revolte, der Solidarität, der Affinitäten, der Verbindlichkeit, der sozialen Revolution konjugieren. Wer nur in der Zukunft konjugiert macht nie was, wer nur in der Vergangenheit konjugiert bleibt in dieser stecken und wer nur im Präsenz konjugiert verläuft sich. Zu viele anarchistische Gruppen und Anarchist*innen schweben im Delirium der Vergangenheit, was sie immer daran hindern wird im hier und jetzt handeln zu können, was ihnen aber gleichzeitig auch diese Stärke und Zuversicht gibt zu wissen was zu tun ist, weil sie sich ja ausschließlich auf die Vergangenheit stützen. Das beste Beispiel ist, dass Ausgraben der Leichen der Plattform, oder anderer linker Auswüchse der kapitalistischen Konterrevolution, wie Konzepte der Avantgarde, der Partei, der Kader, der Disziplin, den Anführer, des Glaubens, der Moral zwischen richtig und falsch… Genauso wie das ewige und ständige Erinnern und Orientieren an die soziale Revolution von 1936, der Machnobewegung, der Aufstände in Patagonien, Paris 1968… aber mittlerweile auch näher stattgefundene Ereignisse, wie die Aufstände 2008 in Griechenland oder die vermeintliche Revolution in Rojava. Weiterlesen

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Italien, Trentino, Manifest über die Operation Panico, Ghespe im Hungerstreik

und von Round Robin och noch

Trentino, Manifest über die Operation Panico, Ghespe im Hungerstreik

EIN AUFLEUCHTEN DER ERINNERUNG UND DER RACHE.

Am Silvesterabend 2017 fanden die Digos in Florenz ein handwerkliches Gerät in den Rolladen der mit Casapound verbundenen faschistischen Buchhandlung „il Bargello“. Ohne Schutz haben sie eingegriffen und vielleicht wegen der Feierlichkeiten betrunken, lässt ein Polizist des Sprengkommandos es zu, dass das handwerkliche Gerät vor seinem Gesicht expldiert und wird schwer verletzt.

Etwa einen Monat später wird die Operation Panico begonnen, bei der in zwei verschiedenen Razzien Vorsichtsmaßnahmen gegen verschiedene Anarchisten und Anarchistinnen getroffen werden, darunter einige Hausarreste und Inhaftierungen. Gleichzeitig werden auch die zehnjährigen Squats „Villa Panico“ und „la Riottosa“ geräumt. Weiterlesen

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Verlegung mehrerer gefangener Anarchist*innen in Italien, neue Adressen

Von uns übersetzt, Quellen: Croce Nera Anarchica, Round Robin

Der anarchistische Gefährte Luca „Stecco“ Dolce wurde auf die AS2 in Ferrara verlegt. Um ihm zu schreiben:

Luca Dolce
Via Arginone 327
Ferrara 44122 FE
Italia/Italien

Marco wurde ins Gefängnis von Saluzzo verlegt, also um ihm zu schreiben, ist die Adresse:

Marco Bisesti
Casa di reclusione Rodolfo Morandi
Region Bronda n. 19/B
12037 SALUZZO
Italia/Italien

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Italien, Ghespe im Hungerstreik

Von uns Übersetzt, von Round Robin


Ghespe im Hungerstreik

Wie wir erfahren haben, hat ab dem 30.05.19 auch Ghespe aus Solidarität mit Anna und Silvia einen Hungerstreik angefangen.

 

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Italien, Operation Prometeo: Update; neue Adressen der inhaftierten Anarchist*innen

Quelle: mpalothia, übersetzt von abc wien

Am Dienstag, den 21. Mai 2019 wurden Natasha, Beppe und Robert im Rahmen einer repressiven Operation namens “Prometeo” (“Prometheus”) verhaftet, die von der ROS der Carabinieri durchgeführt wurde. Es kam auch zu einigen Hausdurchsuchungen.

Der Hauptvorwurf lautet “Angriff mit terroristischen oder subversiven Absichten”, da sie für die Versendung von drei Paketbomben verantwortlich gemacht werden, die im Juni 2017 an p. m. Rinaudo (Staatsanwalt in vielen Prozessen gegen die Antagonist*innen-Bewegung und Anarchist*innen) und Sparagna (Staatsanwalt im Prozess um die Operation “Scripta Manent”) und Santi Consolo, damals Direktor des DAP (“Department of Penitentiary Administration”) von Rom, geschickt wurden.

Sie sind nicht der “assoziativen” Straftat beschuldigt (z.B. Artikel 270 oder 270bis, c. p.). Eine Gefährtin wurde in Frankreich verhaftet und wird wahrscheinlich in Kürze nach Italien verlegt. Weiterlesen

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Italien, Erklärung von Silvia und Anna zum Beginn ihres Hungerstreiks im Gefängnis von L’Aquila

Quelle: anarhija, übersetzt von abc wien

Am Morgen des 29. Mai 2019 fand vor dem Gericht von Turin die erste Anhörung im Prozess gegen einige Anarchist*innen wegen der Besetzung des Corso Giulio 45 (Turin) statt. Eine der Angeklagten ist Silvia, die am 7. Februar im Rahmen der repressiven Operation “Scintilla” und der Räumung des Asilo Occupato in Turin verhaftet wurde. Die Gefährtin verlas per Videokonferenz (die ihre Anwesenheit bei den Anhörungen verhindert) einen von ihr und Anna verfassten Text, in dem beide den Beginn eines Hungerstreiks gegen die Haftbedingungen und Einschränkungen im AS2-Teil des Gefängnisses von L’Aquila ankündigten […]

Wir erinnern daran, dass die anarchistische Gefährtin Anna Beniamino seit dem 6. September 2016 aufgrund der Operation “Scripta Manent” inhaftiert ist. Am 24. April wurde sie erstinstanzlich zu 17 Jahren und vier weitere Gefährten zu 5 bis 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Revolutionäre Solidarität mit den Gefährt*innen im Hungerstreik und mit allen gefangenen Anarchist*innen!

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Spanien: Kritik und Selbstkritik (von innen heraus) an die Gruppe der kämpfenden Gefangenen

Einleitung von uns, sprich, von der Soligruppe für Gefangene

Wir hatten vor kurzem einen Text über den letzten Hungerstreik, wobei wir gerade nicht wissen ob dieser noch läuft, der in den Knästen innerhalb des spanischen Staates stattfand, veröffentlicht. Dieser Text, der von einem Gefangenen veröffentlicht wurde, der sich an den Kämpfen innerhalb der Mauern seit langem beteiligt, haben wir übersetzt, weil er eine Auseinandersetzung sucht und viele Fragen stellt, die wir selber nicht beantworten können, bzw., auch deren Aktualität und Richtigkeit bestätigen können, aber wir finden es wichtig ihm auch hier einen Raum zu geben.

Die bloße Existenz der Gefängnisse ist ein Ausdruck von Folter gegen Menschen, sowie Lohnarbeit Ausdruck von der Sklaverei der Lohnarbeit ist, sowie Patriarchat Ausdruck der spezifischen und zusätzlichen Herrschaft über Frauen ist. Detailliert wollen wir hier nicht eingehen, weil wir uns nicht im Detail verlaufen wollen, an all dem was wir zerstören wollen, damit die Menschheit sich als eine freie Gemeinschaft gründen kann.

In den Knästen im spanischen Staat, fanden in den letzten Jahren nicht nur viele Selbstmorde statt, sondern viele Gefangene sind in den Knästen sind1, sehr hoch war die Anzahl in Katalonien – wo die Knäste vom Bundesland (Comunidad Autonoma) und nicht von der Zentralregierung verwaltet werden – zusätzlich werden nicht wenige Gefangene durch verschiedenste Methoden in den Knästen ermordet. Sei es durch die Verweigerung einer medizinischen Behandlung (Tote durch Krebs, AIDS, Drogensucht), einer psychischen Behandlung und einer langen Liste an weiteren Dingen. Knäste sperren hausgemachte Konflikte, Widersprüche und Probleme der Herrschaft des Kapitalismus ein um sie auszumerzen. Knäste können und werden all dies nicht lösen können, sondern vor allem sollen Menschen unter einer gewisse Kontrolle gebracht werden. Weiterlesen

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Italien, Operation Renata: Stecco wurde verlegt – neue Adresse!

Quelle: mpalothia, übersetzt von abc wien

Der anarchistische Gefährte Luca Dolce, bekannt als Stecco, ist aus dem Gefängnis von Tolmezzo (in der Provinz Udine) in das Gefängnis von Ferrara verlegt worden – in die Abteilung AS2 (Hochsicherheit 2), wo die im Fall Scripta Manent verurteilten anarchistischen Gefährten inhaftiert sind. Stecco ist seit 19. Februar 2019 im Gefängnis und wurde zusammen mit sieben anderen Anarchist*innen im Rahmen der repressiven Operation “Renata” verhaftet.

[…]

Seine neue Adresse:

Luca Dolce
C. C. di Ferrara
via Arginone 327
44122 Ferrara
Italia (Italien)

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Belgien: Durchführung des Prozesses gegen 12 Anarchist*innen

Übersetzung von uns, Quelle: La Lime

Durchführung des Prozesses gegen 12 Anarchisten

Am Dienstag, dem 28. Mai, wurde das Urteil im Prozess gegen 12 Anarchist*innen in Brüssel gefällt.

Zur Erinnerung: Sie wurden wegen „krimineller Vereinigung“ und einer Reihe anderer „Delikte“ verfolgt, die im Rahmen von Kämpfen auf anarchistischen Grundlagen stattfanden. Bei dem Prozess im vergangenen Monat hatte die Staatsanwaltschaft Arbeitsstrafen oder andere Haftstrafen für die verschiedenen Angeklagten gefordert. Die Verteidigung hatte auf Unzulässigkeit des Verfahrens und Freispruch plädiert.

Das Gericht entschied schließlich, dass das Verfahren unzulässig war, was bedeutet, dass sie freigesprochen wurden!
Nur eine Person, die nicht in die angebliche Vereinigung der Übeltäter*innen einbezogen war, wurde wegen Übergriffs auf einen Polizisten verurteilt, aber es gab keine Strafe für diese Handlungen. Weiterlesen

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Flugblatt in Solidarität mit Juan

Übersetzung von uns, Quelle: Round Robin

FREIHEIT UND SOLIDARITÄT MACHEN ANGST

In Europa, und insbesondere in Italien, entsteht ein immer rücksichtsloseres, unmenschliches, sklavenhaftes und klassengesellschaftliches Modell [der Gesellschaft].

Per Dekret, das vorgibt, keine Gefahren und Dringlichkeiten zu sein, werden die letzten Ausdrücke von Würde und Widerstand gegen den faschistischsten Kapitalismus angegriffen.

Der Versuch ist der Aufbau einer immer prekäreren, gespaltenen, machtlosen und verzweifelten Menschheit, die daher Gegenstand von Ausbeutung und Manipulation ist.

Es gibt einen echten Krieg gegen die Armen sowie einen Krieg zwischen den Armen, der von rassistischer Propaganda und terroristischen Regierungen angeheizt wird.

Koloniale Kriege im Ausland um das Aufkaufen von Ressourcen. Mit Waffen und Stacheldraht gepanzerte Grenzen und ein Klima des Krieges innerhalb der Nationalstaaten: Lager für Migrant*innen und Hindernisse aller Art für die Erteilung von Aufenthaltstiteln, auch aus humanitären Gründen; Almosen für [das Erhalten der] Staatsbürgerschaft; Arbeitsverträge und befristetes Leben; Gesundheit und Bildung immer weniger zugänglich und prekär; besondere Überwachung von Internationalist*innen, Daspo1 und Straßenpapieren2 für diejenigen, die ihre Meinung äußern und für bessere Lebensbedingungen kämpfen; Gefängnis für Migrant*innen und Italiener*innen, die der Autorität und den Elend trotzen. Weiterlesen

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