Gefunden auf materiales x la emancipación, die Übersetzung ist von uns.
Auf zu einer globalen Kriegsökonomie
Veröffentlicht am 8. Mai 2026
Das anhaltende Wachstum der weltweiten Militärausgaben, deren Konzentration auf eine Handvoll Mächte, die rekordverdächtige Expansion der Rüstungsindustrie und die zunehmende Integration von ziviler und militärischer Ökonomie zeigen, dass der heutige Kapitalismus auf eine Form der permanenten Kriegsökonomie zusteuert, in der Zerstörung und ihre methodische Vorbereitung zu Mechanismen der Reproduktion des Systems werden.
Krieg, Faschismus und Klassenkampf
Krieg und Faschismus sind kein Zufall, der von wahnsinnigen Anführern und grausamen, unsolidarischen Ideologien ausgelöst wird, sondern das unvermeidliche Ergebnis des historischen Verlaufs des Kapitalismus. Krieg ist der authentischste Ausdruck der veralteten, irrationalen und kriminellen Natur des heutigen Kapitalismus.
Die politische Macht liegt nicht bei Individuen wie Donald Trump, Wladimir Putin oder Xi Jinping, sondern bei den gigantischen industriellen und finanziellen Kapitalkonzentrationen, die die verschiedenen Staatsapparate lenken, kontrollieren und manipulieren.
Der Zweite Weltkrieg kam nicht zustande, weil Hitler verrückt war, sondern weil der Nationalsozialismus und der Faschismus, aber auch die Demokratien und die Sowjetunion versuchten, die Massenarbeitslosigkeit und die ökonomische Krise durch öffentliche Investitionen und Investitionen in die Rüstungsindustrie zu lösen. Verrückt war das kapitalistische System, das in den 1930er Jahren in einer extrem schweren Depression steckte und keinen anderen Ausweg sah als eine globale Kriegsökonomie: genau wie heute.
Heute zeigt sich diese Dynamik in einem immer deutlicher werdenden Trend hin zu einer globalen Kriegsökonomie. Die weltweiten Militärausgaben haben nach mehr als einem Jahrzehnt kontinuierlichen Wachstums etwa 2,8 Billionen Dollar pro Jahr erreicht – den höchsten jemals verzeichneten Stand. Diese Ausgaben machen bereits rund 2,5 % des weltweiten BIP aus, wobei mehr als die Hälfte auf wenige Mächte konzentriert ist.
Die wichtigsten Militärhaushalte verdeutlichen diese Konzentration des Rüstungskapitals: Die USA liegen bei über 900 Milliarden Dollar jährlich, China bei über 330 Milliarden, Russland liegt bei rund 190 Milliarden, während Mächte wie Deutschland und Indien die 90–100 Milliarden deutlich übersteigen. Das sind keine isolierten Zahlen, sondern Ausdruck einer strukturellen Neuordnung der weltweiten Ökonomie rund um den Krieg.
Der Anstieg der Ölpreise kommt innerhalb gewisser Grenzen den verschiedenen nationalen Bourgeoisien zugute: der US-amerikanischen, die zu einem der weltweit führenden Produzenten und Exporteure geworden ist; der russischen; und auch der iranischen, die ihr Rohöl selbst unter Konfliktbedingungen weiterhin auf dem Weltmarkt platziert.
Der mit den steigenden Energiekosten verbundene Anstieg der Inflation schadet den Großunternehmen im Wesentlichen nicht, da sie die Kosten auf die Preise abwälzen. Betroffen sind hingegen die Proletarier, deren Reallöhne sinken. Auf diese Weise wird die Inflation zu einem indirekten Umverteilungsmechanismus zugunsten des Kapitals.
Der Krieg dient nicht nur geopolitischen Interessen, sondern nährt direkt den industriellen und technologischen Apparat. Die 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt erwirtschaften bereits einen Jahresumsatz von fast 700 Milliarden Dollar, der stetig wächst. Die Zerstörung und die Produktion von Vernichtungsmitteln werden so zu einem Schlüsselsektor für die Akkumulation. Und sie eröffnen Perspektiven für künftige Pläne zum Wiederaufbau des Zerstörten.
Europa bietet ein besonders deutliches Beispiel: Die Militärausgaben sind im zweistelligen Bereich gestiegen und haben ein Niveau überschritten, das seit dem Kalten Krieg nicht mehr erreicht wurde. Zivile Industrien stellen um, Aufrüstungspläne nehmen zu und die Staaten leiten öffentliche Mittel in den militärisch-industriellen Komplex. Deutschland löst die Produktionskrise seiner Automobilindustrie, indem es sie in eine Rüstungsindustrie umwandelt.
Dieser Trend bestätigt, dass Krieg keine Anomalie ist, sondern ein struktureller Bestandteil des Kapitalismus in seiner aktuellen Phase. Die permanente Kriegsvorbereitung, die Militarisierung der Ökonomie und die Integration zwischen Staat und Rüstungsindustrie bilden eine globale Kriegswirtschaft, in der Produktion und Zerstörung Teil desselben Kapitalverwertungszyklus sind.
Die Aufstockung der Verteidigungshaushalte bedeutet immer und überall Kürzungen bei den Haushalten für Bildung, Gesundheit, Sozialleistungen und Renten. Es ist das bekannte Dilemma zwischen Butter und Kanonen.
Und diese kranke und kriminelle Ökonomie kann nur zum Krieg führen; zu einem Krieg, der als Motor und Selbstzweck betrachtet wird. Orwell hat das bereits in seinem Roman 1984 vorausgesehen.
Die Verflechtung der Interessen rivalisierender Mächte zeigt, dass die Widersprüche zwischen Staaten nicht absolut sind. Die Bourgeoisien konkurrieren, aber sie kooperieren auch, treiben Handel und profitieren gegenseitig, selbst in Konfliktsituationen. Die grundlegende und letzte Rivalität besteht zwischen dem chinesischen und dem US-amerikanischen Staatskapitalismus.
Für die internationale Bourgeoisie zählt nicht so sehr, wer siegt, sondern dass es Krieg gibt, dass er Überschüsse vernichtet, die Produktion ankurbelt und die Arbeiterklasse diszipliniert. Der imperialistische Krieg ist letztendlich ein Krieg gegen das weltweite Proletariat.
Erklärungen zur Verteidigung der Demokratie oder des Antiimperialismus verschleiern diese Realität. Hinter der demokratischen Maske herrscht die Diktatur des Kapitals. Freiheiten werden nur insoweit gewährt, wie sie die Akkumulation nicht behindern; in Zeiten von Krise und Krieg werden sie bis zur Karikatur beschnitten oder ganz abgeschafft.
Die Parteien der liberalen Linken entwaffnen die Arbeiter politisch, indem sie sich darauf beschränken, den Kapitalismus zu verwalten. Da sie keine echte Alternative bieten können, bereiten sie den Boden für den Vormarsch des Faschismus, der die Unzufriedenheit in autoritäre und reaktionäre Auswege lenkt.
Der Zweite Weltkrieg forderte rund achtzig Millionen Tote und Vermisste. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist HEUTE der Fortbestand der Menschheit in Gefahr. Die Revolution ist keine Utopie, keine chimäre oder unmögliche Idee: Sie ist eine dringende materielle Notwendigkeit.
Die Menschheit steht also vor einer historischen Entscheidung: nicht zwischen Demokratie und Faschismus, sondern zwischen Krieg oder Revolution. Die einzige wirkliche Alternative ist die zwischen Revolution und Barbarei. Man muss nur den Fernseher oder das Radio einschalten, um zu verstehen, dass die Barbarei bereits da ist: in Gaza, im Westjordanland, im Libanon, im Iran, in der Ukraine, in Minneapolis…
Gegen den Krieg zwischen den Staaten – durch den Klassenkampf!
Krieg dem Krieg!
Agustín Guillamón
Barcelona, Mai 2026