Auf ddt21 gefunden, die Übersetzung ist von uns. Ein weiterer sehr interessanter, wie immer und alles diskutierbar und in Frage zu stellen, Beitrag aus Frankreich der sich mit dem Krieg in der Ukraine auseinandersetzt, genauso wie die Rolle angeblicher „Anarchisten und Anarchistinnen“. Hierbei handelt es sich um die englische Übersetzung dieses Textes, welches auf der Seite zu finden ist und selber darauf aufmerksam macht, dass es gewisse Veränderungen gibt. Wir haben sicherheitshalber es mit dem Original verglichen. Wir schreiben es der Offenheit halber auf, auch wenn es wahrscheinlich niemand interessiert.
Lebewohl zum Leben, Lebewohl zur Liebe…
Ukraine, Krieg und Selbstorganisation
„Die Frage, mit der wir heute konfrontiert sind, ist, ob die Losung von Liebknecht: „Der Feind ist im eigenen Land!“ für den Klassenkampf heute noch genauso gültig ist wie 1914.“ Fragte Otto Rühle im Jahr 1940.
Clausewitz‘ Satz vom „Nebel des Krieges“ beschreibt treffend die Medienflut – oder das Sperrfeuer -, dem wir seit dem 24. Februar 2022 im Ukrainekrieg ausgesetzt sind. Beide Lager führen einen Propagandakrieg, der durch die sozialen Medien noch verschärft wird. Die Ukrainer haben die Oberhand: Auf ihrer Seite gibt es eine Fülle von Bildern (von Zivilisten und Reportern aufgenommen), auf der russischen Seite weit weniger (keine Smartphones für die Soldaten, keine Zivilisten, wenige Reporter). Dies führt unter anderem zu einer Überfülle an sichtbaren zerstörten russischen Fahrzeugen. Was den Menschen im Westen (uns eingeschlossen) gezeigt wird, ist jedoch nur ein Teil des wahren Bildes. Außerdem führt der Einsatz von Algorithmen dazu, dass Informationen, die bereits bestehende Standpunkte untermauern, mehr Gewicht erhalten. Wie der antike Grieche Diagoras wollen wir alle die Erklärung finden, die zu unseren Überzeugungen passt, aber in Kriegszeiten erdrückt die Datenflut das Denken. Es ist schwer, eine kritische Distanz zu wahren und einen kühlen Kopf zu bewahren, um zu verstehen, was vor sich geht und was wir dagegen tun können. Dies gilt umso mehr, wenn wir in einem kriegführenden oder kollaborierenden Land leben. Weiterlesen