Kronstadt Journal IX

Kronstadt Journal IX

Trotz der Bombardierung und der Angriffe auf Kronstadt, war die Rote Armee, angeführt von Trotzki nicht auf die Verteidigungen der Insel vorbereitet. Die Aufständischen können alle Angriffe abwehren und hinterlassen viele tote Rotarmisten die die Tscheka am Nacken hat, damit keiner auf die Idee kommt, doch abzuhauen oder sich den Aufständischen anzuschließen.

Die Bevölkerung von Kronstadt wird aufgrund der militärischen Situation dazu aufgefordert, die Fenster in der Nacht zu verdunkeln.

 

„Höre zu Trotzki“, erklärte die Kronstädter Izvestiia am 9. März, „die Führer der Dritten Revolution verteidigen die wahre Macht der Sowjets gegen die Schandtaten der Kommissare.“

(…)

„Am 9. März, dem Tag nach dem gescheiterten Angriff auf die Rebellenhochburg, sprach der bolschewistische Führer Kamenjew auf dem Zehnten Parteitag in Moskau. Die militärische Situation in Kronstadt, sagte er, sei „langwieriger“ geworden, als irgendjemand erwartet hatte, so dass die Liquidierung der Meuterei nicht „zu früher Stunde“ vollendet werden würde. In ihrem Bestreben, die Rebellion niederzuschlagen, bevor sie Hilfe von außen erhalten oder sich auf das Festland ausbreiten konnte, hatten die Autoritäten zu voreilig gehandelt, mangelhafte Vorbereitungen getroffen und eine unzureichende Menge an Truppen und Ausrüstung eingesetzt, mit dem Ergebnis, dass der Angriff mit schweren Verlusten zurückgeschlagen wurde. Aber jetzt drängte die Zeit noch mehr, denn bald würde das Eis zu schmelzen beginnen. So bereitete der bolschewistische Die BevüKommandeur Tuchatschewski dringend einen zweiten Angriff in viel größerer Stärke als zuvor vor.“ Paul Avrich, Kronstadt 1921

 

Tags zuvor, am 8. März, sendete Kronstadt folgende Übertragung in die Welt hinaus:

„An alle… an alle… an alle… an alle…

Kameraden, Arbeiter der Welt! Die Kommunisten haben unseren Aufstand für die wahre Sowjetmacht zur Meuterei erklärt. Aber nicht wir sind die Meuterer, sondern sie.

Die werktätigen Massen haben freie Neuwahlen zu den Sowjets gefordert. Aber die bolschewistischen Behörden, mit dem verdammten Feldmarschall Trotzki an der Spitze, haben beschlossen, den Willen des werktätigen Volkes zu unterdrücken, was auch immer dabei herauskommen mag. Sie verteidigen die Partei-Autokratie mit Hinrichtungen von Werktätigen und mit Gewalt gegen deren Familien.

Die Kommunisten verleumden uns und behaupten, unsere Führer seien Generäle der Weißen Garde. Sie sagen, dass wir uns an Finnland verkauft haben und dass es uns Unterstützung versprochen hat.

Wir schwören vor dem Weltproletariat, dass wir nicht von Generälen der Weißen Garde geführt werden und dass es keine Verhandlungen mit Finnland über militärische oder produktionstechnische Unterstützung gegeben hat und auch nicht geben kann. Wir sind für die Zeit, die zum Sturz der Kommunisten notwendig ist, mit militärischer Ausrüstung und Produkten versorgt.

Sollte sich unser Kampf jedoch in die Länge ziehen, so sind wir möglicherweise gezwungen, zum Wohle unserer verwundeten Helden, Kinder und der Zivilbevölkerung auf die Hilfe von außen zurückzugreifen.

Die Kommunisten maskieren ihre Schwäche mit der Behauptung, dass sie uns eine Gnadenfrist geben. In Wirklichkeit können sie nicht die Kräfte sammeln, die notwendig sind, um die Dritte Revolution der Werktätigen zu erwürgen.

Es ist drei Tage her, dass sie den ersten Schuss abgefeuert und das erste brüderliche Blut vergossen haben. Wir kämpfen für die gerechte Sache und haben die Herausforderung angenommen. Die Garnison und die werktätige Bevölkerung Kronstadts, die das schändliche kommunistische Joch abgeworfen haben, haben beschlossen, bis zum Ende zu kämpfen.

Mit kameradschaftlichem Gruß,

DAS PROVISORISCHE REVOLUTIONÄRE KOMITEE VON KRONSTADT“

Dieser Aufruf erschien in der Izvestia Nr.8, welches am 10. März 1921 veröffentlicht wurde.

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