Ein paar Gedanken zum Klassenkampf und zum proletarischen Internationalismus im aktuellen Kontext von imperialistischen Kriegen und Aufständen

Gefunden auf proletarios revolucionarios, die Übersetzung ist von uns.


Ein paar Gedanken zum Klassenkampf und zum proletarischen Internationalismus im aktuellen Kontext von imperialistischen Kriegen und Aufständen

Internationalistischer Kommunismus gegen Imperialismus und gegen antiimperialistische Sozialdemokratie

Vor einem Monat haben wir auf unserem Instagram-Account eine kurze Erklärung der antikapitalistischen Arbeiter Irans gepostet, in der diese Gefährten sagen, dass das, was in diesem Land passiert, ein Klassenkampf ist, dass sowohl die islamische Regierung als auch ihre monarchistische Opposition kapitalistisch sind und dass die einzige radikale Lösung der autonome und antagonistische Kampf der Arbeiterklasse für die kommunistische Revolution im Iran und auf der ganzen Welt ist. Der Beitrag kam bei den meisten unserer Leser gut an.

Einige Linke des Kapitals haben uns aber die folgenden Perlen der Bourgeoisie zugespielt: „Es ist ein geopolitischer Konflikt, kein Klassenkonflikt”, „Es sind gewalttätige Proteste, die von den USA und Israel gegen die populäre, antiimperialistische und revolutionäre Regierung des Iran finanziert und geleitet werden”.

Darauf haben wir geantwortet, indem wir den Kampf des Proletariats in der iranischen Region gegen den bourgeoisen iranischen Staat verteidigt und den Antiimperialismus als Anhängsel desselben imperialistischen Krieges und des innerbourgeoisen Streits radikal kritisiert haben. Außerdem haben wir betont, dass es sich nicht um einen Konflikt zwischen Nationen, sondern zwischen Klassen handelt; daher hat in der kommunistischen Analyse die Klassenanalyse Vorrang vor der geopolitischen Analyse.

Daraufhin warfen uns die Linken des Kapitals weitere Perlen der Bourgeoisie entgegen: „Wenn ihr den Antiimperialismus, den Antizionismus und den Islamismus kritisiert, dann seid ihr proimperialistisch, prozionistisch und islamfeindlich”, „ihr idealisiert das Proletariat und die Aufstände”, „ihr verwechselt Projekt mit Slogan”, „es ist ein religiöser Kampf, kein Klassenkampf” usw.

Gegen all diesen sozialdemokratischen Mist und um klar zu machen, dass wir nicht falsch verstanden werden, müssen wir sagen, dass wir gegen Imperialismus, Kolonialismus, Zionismus, Islamismus, Faschismus usw. aus einer proletarischen, kommunistischen und internationalistischen Perspektive, sind. Diese revolutionäre Position wollen wir im Folgenden genauer erklären.

7 Präzisierungen zur internationalistischen kommunistischen Position heute

1. Wir stehen mit dem internationalen Proletariat gegen die internationale Bourgeoisie und damit gegen alle Staaten ohne Ausnahme bis zu ihrer Abschaffung.

Im kapitalistischen Weltsystem sind alle Staaten ohne Ausnahme (Iran, Israel, USA, China, Russland, Ukraine, Palästinensische Autonomiebehörde, Venezuela usw.) kapitalistisch oder Bourgeois. Alle Staaten ohne Ausnahme sind nationale Fraktionen der weltweiten Bourgeoisie und des weltweiten Staates, die mit unterschiedlichen Hierarchien – von der Spitze bis zur Basis dieser Pyramide – miteinander konkurrieren, um mehr Kapital und mehr Macht als die anderen zu akkumulieren und sich den globalen Mehrwert, die Märkte und die strategischen Ressourcen des Planeten aufzuteilen.

Das ist so, weil neben der Ausbeutung der Arbeitskraft und dem Warenaustausch der Wettbewerb einer der Hauptmotoren der kapitalistischen Produktions- und Reproduktionsweise als Totalität oder als historisch-globales System ist. Tatsächlich ist die Logik und Dynamik der Funktionsweise kapitalistischer Staaten, sowohl „intern” als auch „extern”, eine Kombination aus Wettbewerb und Komplizenschaft zwischen ihren Fraktionen.

In diesem Rahmen gibt es nicht nur einen Imperialismus, sondern mehrere Imperialismen, die miteinander konkurrieren und heute im Krieg stehen: vor allem der US-Imperialismus und sein Block, zu dem Israel und die Ukraine gehören, gegen den chinesischen Imperialismus und seinen Block, zu dem Russland, der Iran und Palästina gehören.

Die interimperialistische Konkurrenz ist wiederum nur auf der Grundlage der Ausbeutung und Ausbeutung des internationalen Proletariats möglich, aber auch auf der Grundlage seines Widerstands (im Gegensatz zu dem, was einige sogenannte „Marxisten” und „Anarchisten” behaupten, gibt es im Iran, in Palästina, Venezuela usw. sehr wohl eine Bourgeoisie, ein Proletariat, Mehrwert und Klassenkampf).

Die Grundlage der internationalen Beziehungen sind Klassenverhältnisse, die von Natur aus konfliktreich sind, denn wo Ausbeutung herrscht, gibt es Konflikte, wo Herrschaft herrscht, gibt es Widerstand.

Im Grunde genommen ist Krieg also weniger ein „geopolitischer Konflikt” oder ein Konflikt zwischen Nationen, sondern vielmehr ein Konflikt zwischen Klassen – und Klassenfraktionen – auf internationaler Ebene.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Grundlage des Imperialismus die kapitalistische Ausbeutung und damit der Klassenkampf ist, der Motor der Geschichte der Klassengesellschaft.

Noch deutlicher – und das ist entscheidend und unterscheidet außerdem die Revolutionäre von den Reformisten aller Länder in Bezug auf den Krieg –: Letztendlich ist jeder kapitalistische und imperialistische Krieg ein Krieg gegen das Proletariat: entweder um es als „überflüssige Bevölkerung” zu vernichten und die Weltwirtschaft in der Krise wieder anzukurbeln, oder um es als „gefährliche Klasse” für die bourgeoise Ordnung zu vernichten, vor allem wenn es an Aufständen und Revolten teilnimmt, wie es während des gesamten 21. Jahrhunderts, dem „Zeitalter der Unruhen”, der Fall war.

Und umgekehrt: Die Kämpfe des Proletariats gegen „seinen eigenen Staat“ in „seinem eigenen Land“ sind lokale Schlachten im globalen Krieg gegen die internationale Bourgeoisie, gegen das kapitalistische Weltsystem oder, wenn man so will, gegen den Imperialismus.

Ja: Kapitalismus, Imperialismus, Krieg, Konterrevolution und Klassenkampf sind untrennbar miteinander verbunden … und instabil; sie bilden eine unteilbare Totalität … aber auch eine dynamische und sich verändernde, die sich nicht nur in ihr Gegenteil, sondern in eine neue Welt, in eine höhere Gesellschaftsform verwandeln kann, und zwar durch – und nur durch – den Klassenkampf und die weltweite kommunistische Revolution.

Deshalb ist unsere Position als internationalistische Kommunisten: das Weltproletariat gegen alle imperialistischen Mächte und Blöcke und damit auch gegen alle Nation-Staaten. Das Weltproletariat gegen den kapitalistischen Weltstaat, bis dieser abgeschafft und durch die Weltkommune ersetzt ist.

2. Wir sind für die Niederlage aller kriegführenden Nation-Staaten, genauer gesagt, für die Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen revolutionären Klassenkampf. Kurz gesagt, das ist es, was revolutionärer Defätismus und proletarischer Internationalismus bedeuten.

Eine andere Art, diese Position auszudrücken, lautet: „Kein Krieg außer dem Klassenkrieg“ im „eigenen Land“ gegen die „eigene Bourgeoisie“ und den „eigenen Staat“, bis diese vollständig abgeschafft sind.

Das Gegenteil davon ist der Defensivismus des einen oder anderen bourgeoisen Nation-Staates im Krieg (z. B. Ukraine, Palästina, Iran, Venezuela) unter dem Banner des „Antiimperialismus“ seitens vieler Sozialdemokraten, Chauvinisten und Konterrevolutionäre, die sich als „Marxisten“ und „Anarchisten“ tarnen. Diese Position wird auch als „Lagerdenken“ (Campismus) bezeichnet, weil sie eines der Lager oder imperialistischen Blöcke im Krieg verteidigt.

Nun, wir konsequenten Internationalisten und Defätisten sind Anti-Defensivisten oder Anti-Lagerdenker (Anti-Campisten). Wir sagen klar und deutlich, dass nur die weltweite kommunistische Revolution den imperialistischen Krieg oder den Kapitalismus und seine Kriege abschaffen kann.

In diesem Rahmen stehen wir für den Kampf des Proletariats der iranischen Region gegen den bourgeoisen iranischen Staat, den Kampf des amerikanischen Proletariats gegen den bourgeoisen amerikanischen Staat, den Kampf des Proletariats der venezolanischen Region gegen den bourgeoisen venezolanischen Staat und so weiter in allen Regionen oder Ländern ohne Ausnahme.

Folglich für die Vereinigung und Radikalisierung des globalen Klassenkampfs bis zur Abschaffung der globalen Klassengesellschaft. Denn da es heute nicht nur die Arbeiterklasse, sondern auch die Kapitalistenklasse gibt, wird sich das Proletariat nur dann wirklich vereinen, wenn es für seine eigene Abschaffung als Klasse kämpft, d. h. im Zuge der kommunistischen Revolution, die entweder weltweit sein wird oder gar nicht.

Eine einzige Klasse: ein einziger Kampf bis zur weltweiten kommunistischen Revolution.

3. Wir sagen, dass nur durch die Abschaffung der globalen kapitalistischen Klassengesellschaft Imperialismus, Kolonialismus, Zionismus, Islamismus, Faschismus usw. abgeschafft werden können.

Es geht nicht darum, nur einen oder mehrere Tentakel abzuschneiden, sondern den Kopf des gesamten kapitalistischen Oktopus abzuschneiden. Es geht nicht darum, nur einen oder mehrere Äste abzuschneiden, sondern die Wurzel des morschen Baumes selbst zu entfernen.

Das Gleiche gilt für seine falschen Kritiker und Gegner oder für seine Tentakel oder Äste auf der linken Seite: den Antiimperialismus, den Antikolonialismus, den Antizionismus, den Antifaschismus usw. Denn die soziale Revolution ist entweder antikapitalistisch, total und global oder sie ist keine. Alles andere ist nicht nur eine Verzerrung und Abkehr vom Klassenkampf, sondern kapitalistische Konterrevolution in verschiedenen Verkleidungen.

4. Wir sind gegen den Kapitalismus, seine rechtsextremen Verteidiger und vor allem gegen seine falschen Kritiker von links.

Die Linke des Kapitals oder die historische und internationale Sozialdemokratie ist der falsche Kritiker und Gegner des Kapitalismus, weil ihr Programm darin besteht, ihn vom Staat aus zu reformieren, nicht ihn abzuschaffen und zu überwinden, d. h. die neue ausbeutende und herrschende Klasse zu sein.

Infolgedessen positioniert sie sich im interbourgeoissen Kampf und im imperialistischen Krieg immer zugunsten der einen oder anderen staatlich-nationalen Fraktion der weltweiten herrschenden Klasse, in diesem Fall zugunsten des imperialistischen Blocks China-Russland-Iran gegen den imperialistischen Block USA-NATO-EU-Israel. Alle diese Blöcke stehen über und gegen das Proletariat der genannten Länder. Ein Beispiel: einheimische Stalinisten-Antiimperialisten, die öffentlich ihre „Solidarität mit der Islamischen Republik Iran” gegen die „von der CIA und dem Mossad vorangetriebene Farbrevolution” bekunden, die „den sozialen Fortschritt zerstören will, den der Iran in fünf Jahrzehnten Revolution erreicht hat” (sic.). Einfach nur widerwärtig.

Die Geschichte des Klassenkampfs im 20. Jahrhundert zeigt, dass Antiimperialismus, nationale Befreiung, nationale Souveränität usw. paradoxerweise immer ein Anhängsel eines imperialistischen Lagers oder Blocks im Krieg gegen ein anderes waren und gleichzeitig die kapitalistische Modernisierung durch die Nation-Staat an den Rändern des Weltkapitalismus vorangetrieben haben. Genau das ist die Sozialdemokratie oder die Linke des Kapitals in ihrer „dritte-weltistischen”1 oder antiimperialistischen und nationalistischen Version. Kurz gesagt: Antiimperialismus und Nationalismus gegen das Proletariat und die Revolution.

Deshalb ist Imperialismus/Antiimperialismus, genau wie Faschismus/Antifaschismus, eine falsche Dichotomie oder eine Formel, die Verwirrung stiftet. Ganz im Gegenteil, der wahre Antagonismus auf historisch-globaler Ebene besteht zwischen Proletariat und Bourgeoisie, Revolution und Konterrevolution, Kommunismus und Kapitalismus.

Innerhalb dieses wahren Antagonismus gibt es wiederum den Antagonismus zwischen Kommunismus und Sozialdemokratie. Denn die Sozialdemokratie kooptiert oder vereinnahmt das Proletariat, um seinen Klassenkampf gegen die Klasse in einen innerbourgeoisen Kampf und imperialistischen Krieg umzulenken. Denn – das darf man nicht vergessen – das Hauptziel der Sozialdemokratie ist es, die neue Kapitalistenklasse innerhalb jeder Nation-Staates zu sein, sei es durch Wahlen (Wahlkampf) oder durch Waffen (bewaffneter Reformismus). Die Sozialdemokratie ist die Konterrevolution im Gewand einer „Revolution” innerhalb des Proletariats. Die Sozialdemokratie ist also der Hauptfeind innerhalb des Proletariats selbst.

Deshalb sind wir als internationalistische Kommunisten oder revolutionäre Minderheiten des internationalen Proletariats gegen alle Fraktionen oder Varianten der historischen und internationalen Sozialdemokratie: Antiimperialisten, Antikolonialisten, Nationalisten, Islamisten, Antizionisten, Antifaschisten, Stalinisten und „Marxisten“ -Leninisten im Allgemeinen, „Anarchisten”, Campisten oder Verteidiger eines Staates im Krieg (Ukraine, Palästina), postmoderne antikoloniale Linke usw., weil in der Realität keiner von ihnen antikapitalistisch, sondern prokapitalistisch und damit konterrevolutionär ist.

5. Wir idealisieren oder romantisieren das Proletariat und seine Kämpfe nicht. Das Proletariat hat kein „kommunistisches” und internationalistisches Wesen. Eine ausgebeutete Klasse zu sein, macht es nicht automatisch zu einer revolutionären Klasse. Das Proletariat ist ein lebendiger oder sich entwickelnder Widerspruch.

Tatsächlich vereint das Proletariat in sich alle Widersprüche und Kämpfe, die das kapitalistische Sozialgefüge durchziehen, da es dessen Grundlage und Mehrheit bildet. Dies gilt umso mehr in einer weltgeschichtlichen Periode mit konterrevolutionärem Charakter, wie es die Gegenwart noch immer ist – auch wenn sich am Horizont bereits einige Elemente und Tendenzen einer vorrevolutionären Epoche abzeichnen, beispielsweise im Iran und in den USA aufgrund ihrer „inneren Kriege” oder Klassenkriege.

In diesem Rahmen ist das Proletariat gespalten, und es gibt Fraktionen, die für die Interessen nationaler und internationaler bourgeoiser Fraktionen a, b oder c kämpfen, um zu überleben oder sich als ausgebeutete und beherrschte Klasse weiter zu reproduzieren.

Um es klarer zu sagen: Wenn diese oder jene Fraktion des Proletariats in diesem oder jenem Land (zum Beispiel im Iran und in Venezuela) für diese oder jene Regierung und/oder diese oder jene imperialistische Macht kämpft, dann tut sie das aus Gründen des materiellen Überlebens, so wie in der Antike oder zu Beginn des Kapitalismus einige Sklaven aus dem gleichen Grund für ihre Herren kämpften.

Im Gegensatz dazu kämpft das Proletariat für die weltweite soziale Revolution (1848, 1871, 1917-1923, 1936-1937, 1968-1977, 2026-2037-2049?), weil es keine andere historische Alternative mehr hat, um seine kollektiven Bedürfnisse zu befriedigen. Die Revolution ist eine materielle oder physische Tatsache, weil sie durch materielle oder physische Bedürfnisse bestimmt wird.

Es sind die materiellen Existenzbedingungen, die die Interessen, Kämpfe und den Charakter der historischen Periode des Klassenkampfs auf der ganzen Welt bestimmen, nicht der Wille, das Bewusstsein oder die Aktivität seiner Teilnehmer. (Dies ist ein ABC der materialistischen Geschichtsauffassung, an das man sich von Zeit zu Zeit selbst und andere erinnern sollte.)

Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist das Proletariat gespalten und untereinander zerstritten, weil es als revolutionäre Klasse schwach ist. Und diese Schwäche des Proletariats als revolutionäre Klasse macht die Bourgeoisie, die extreme Rechte und die Sozialdemokratie stark, da sie unterschiedliche soziale und politische Verkörperungen derselben kapitalistischen Konterrevolution sind. Mehr noch: In einer konterrevolutionären Periode oder einem konterrevolutionären Kontext wie dem aktuellen ist die Mehrheit des Proletariats konterrevolutionär.

Aber die widersprüchliche und ungleiche Entwicklung des Kapitalismus und der Klassenkampf bringen auch Teile des Proletariats hervor, die dafür kämpfen, nicht mehr in der kapitalistischen sozialen Hölle zu überleben, sondern anders zu leben. Genauer gesagt, proletarische Fraktionen, die gegen Arbeit/Kapital und den Staat, gegen alle Fraktionen der Bourgeoisie, gegen die extreme Rechte und die Sozialdemokratie und vor allem gegen ihren eigenen Status als Arbeiterklasse kämpfen. Der Kapitalismus bringt seinen eigenen Totengräber hervor: das revolutionäre Proletariat. (Das ist ein ABC der materialistischen Dialektik, an das man sich von Zeit zu Zeit auch selbst und andere erinnern sollte.)

Nun ist der revolutionäre Kampf in der Realität unrein, widersprüchlich und kontingent. Das bedeutet nicht, dass die extreme Linke des Kapitals, die sich selbst als „revolutionäre Linke” bezeichnet, wirklich revolutionär ist, geschweige denn, dass wir der reformistischen und opportunistischen Aktivität Zugeständnisse machen, ganz und gar nicht. Es bedeutet, dass der revolutionäre Kampf unweigerlich mit den nicht-revolutionären und konterrevolutionären Kämpfen anderer Fraktionen des Proletariats vermischt ist und mit ihnen konfrontiert wird (zum Beispiel bei den aktuellen Massenprotesten im Iran, wo sich auf den Straßen unfreiwillig antikapitalistische und pro-Räte-Proletarier mit pro-monarchistischen Proletariern vermischen und beide mit Pro-Islam-Regime-Proletariern usw. konfrontiert sind).

Dies führt dazu, dass die Kämpfe des Proletariats im Allgemeinen in der aktuellen historischen Periode oder im „Zeitalter der Unruhen” widersprüchlicher, komplexer und begrenzter sind. Kurz gesagt, ein Chaos, dessen Ausgang ungewiss ist, weil es je nach den konkreten Bedingungen und dem Kräfteverhältnis sowohl zu einem revolutionären Umbruch als auch zur Wiederherstellung der kapitalistischen Ordnung führen kann.

Ja, der Klassenkampf ist heute ein Chaos, weil er aus dem systemischen Chaos hervorgeht, in dem sich der historische und weltweite Kapitalismus befindet.

Daher gibt es Widersprüche und Chaos auch innerhalb des proletarischen Internationalismus und des revolutionären Defätismus, sowohl in der Praxis (zum Beispiel und vor allem im Kampf des proletarischen Gazas sowohl gegen die Besetzung durch die israelische Armee als auch gegen die bewaffneten Apparate der palästinensischen Bourgeoisie; und in geringerem Maße im Kampf des Proletariats in Uniform, das aus dem Krieg an der russisch-ukrainischen Grenze desertiert, und in den Solidaritätsnetzwerken mit den Deserteuren dort und in ganz Europa) als auch in der Theorie (unterschiedliche und kontroverse Positionen dazu unter den radikalen Minderheiten des internationalen Proletariats).

Trotz aller Widersprüche, Komplexitäten und aktuellen Einschränkungen inmitten des systemischen Chaos gibt es den Klassenkampf, gibt es den Klassenkrieg, gibt es Aufstände, und es gibt die Notwendigkeit und Möglichkeit einer sozialen Revolution.

Mehr noch: Angesichts der globalen kapitalistischen Katastrophe als aktuellem Kontext wird auch die soziale Revolution der Zukunft eine katastrophale Form annehmen. Mit Schlägen und tastenden Schritten wird die kommunistische Gesellschaft aus dem Untergrund und aus den Trümmern der kapitalistischen Gesellschaft hervorgehen.

Der Kommunismus ist keine Utopie, keine Ideologie und schon gar nicht der rot-gelbe Kapitalismus, den die UdSSR und ihre Satellitenstaaten verkörperten. Der Kommunismus ist die reale und anonyme Bewegung der Ausgebeuteten und Unterdrückten, die die kapitalistischen Existenzbedingungen untergräbt, sich vor unseren Augen entwickelt und die Geschichte der Klassengesellschaft gewaltsam, aber tastend unterbricht. Sein klar-dunkler Nährboden ist der Antagonismus, der Klassenkieg. Deshalb ist der Kommunismus eine widersprüchliche Bewegung, aber er ist.

Der Iran 2026 ist ein konkretes Beispiel dafür. Ja, mit all seinen Widersprüchen ist die aktuelle Revolte in der iranischen Region ein Klassenkampf, kein „geopolitischer Konflikt“ – auch wenn er geopolitische Auswirkungen hat – und kein „religiöser Kampf“ – auch wenn er religiöse Züge zu haben scheint –, wie einige Linke des Kapitals behaupten.

Mehr noch: Aufgrund seiner strategischen Position im kapitalistischen Weltsystem – Öl, Industrie, Märkte, internationale Beziehungen usw. – und aufgrund seiner anhaltenden Massenaufstände – nämlich fünf Aufstände seit 2017 bis heute – wird der Iran, selbst wenn dieser Aufstand niedergeschlagen wird, eines der Epizentren der zukünftigen weltweiten sozialen Revolution sein.

6. Wir behaupten nicht, dass der Klassenkampf „unvermeidlich” zur kommunistischen Revolution führt und dass die Sozialdemokratie „schuld” daran ist, dass diese bisher nicht gesiegt hat. Das Proletariat ist seine Kämpfe, sowohl gegen die Bourgeoisie als auch in seinem eigenen Inneren. Dazu gehören die Kämpfe des revolutionären Proletariats gegen die Sozialdemokratie und vor allem gegen seine eigene Klassenbedingung. Ob die kapitalistischen Klassenverhältnisse weiterbestehen oder aufgebrochen werden, hängt vom Kontext, dem Inhalt, der Intensität und dem Ausmaß dieser Kämpfe ab.

Dieses Dilemma wird in Situationen mit offenem Klassenantagonismus, wie zum Beispiel bei Aufständen, sichtbar. Aufstände sind von Natur aus widersprüchlich, weil sie aus den Widersprüchen und Klassenantagonismen der kapitalistischen Gesellschaft entstehen. Daher hängt das Ergebnis oder der Ausgang einer Revolte, wie der aktuellen Revolte im Iran, davon ab, wie diese Klassenwidersprüche und insbesondere die inneren Widersprüche oder die Widersprüche innerhalb des Proletariats und seiner Kämpfe gelöst werden.

Das meinen wir, wenn wir vom Inhalt der Kämpfe sprechen. Und wenn wir den Inhalt und nicht die Form der Kämpfe betonen, dann deshalb, weil es bei der Revolution um Inhalte und reale Kräfte geht – die kommunistischen sozialen Beziehungen und Kräfte gegenüber den kapitalistischen sozialen Beziehungen und Kräften – und nicht um Organisationsformen – autonom oder heteronym, horizontal oder vertikal usw. Tatsächlich gibt es in den aktuellen Aufständen Selbstorganisation, aber keine Revolution. Dabei ist die kommunistische Revolution die einzige Lösung oder Überwindung des lebendigen Widerspruchs, der das Proletariat durch seine Abschaffung als Klasse und damit aller Klassen darstellt. Das und nichts anderes ist der Inhalt der kommunistischen Revolution in der aktuellen historischen Periode, in der das Kapital die Arbeit und damit das Proletariat real oder in seiner Totalität subsumiert hat. Das und nichts anderes ist die Revolution, verstanden als Kommunisierung.

Die Selbstabschaffung des Proletariats, die wiederum nur durch die Produktion des Kommunismus und die kommunistische soziale Reproduktion möglich ist, d. h. durch die Produktion kommunistischer sozialer Beziehungen zwischen den Proletariern, die sich assoziieren und dafür kämpfen, keine Proletarier mehr zu sein und alle Aspekte ihres Lebens – von der Ernährung über die Geschlechterverhältnisse bis hin zu den Grundversorgungsleistungen und der Nutzung der Freizeit – anders zu gestalten: in einer echten menschlichen Gemeinschaft oder freien Assoziation von Individuen, die alle ihre materiellen Existenzbedingungen unter ihre gemeinsame Macht und Nutzung stellen, um ihre kollektiven Bedürfnisse zu befriedigen und ihre Potenziale und menschlichen Beziehungen sowie ihre Beziehungen zur Natur frei zu entfalten.

Allerdings muss klar sein, dass die kommunistische Revolution, obwohl sie notwendig und möglich ist, nicht „unvermeidlich” ist. Aus historisch-materialistischer und revolutionärer Sicht ist die Parole „Kommunismus oder Auslöschung” heute realistisch, aber nicht zwangsläufig: Es kann das eine oder das andere passieren. Es hängt davon ab, wie sich der Antagonismus oder der Klassekrieg im Kontext der aktuellen kapitalistischen Katastrophe entwickelt.

7. Wir verwechseln kein „Projekt mit Slogan”, keine Erwartung mit Realität und keine Parole mit einer echten Bewegung. Die kommunistische Kritik oder die revolutionären Positionen, die wir als Minderheit mit Unnachgiebigkeit und gegen den Strom sowohl der vorherrschenden Ideologie als auch der Linken des Kapitals vertreten, entwickeln und präzisieren, sind das bittersüße Ergebnis des konkreten und mühsamen Kampfes des revolutionären Proletariats gegen die Klassengesellschaft auf der weltgeschichtlichen Ebene. Sie sind ihr Produkt und in einem bestimmten Kontext ihr Faktor.

Tatsächlich sind die revolutionären Positionen des Proletariats im aktuellen konterrevolutionären Kontext zwar minoritär, fragmentarisch und defensiv, aber notwendig gegen die Konterrevolution außerhalb und innerhalb seiner Reihen, um Widerstand zu leisten, aus Niederlagen zu lernen und zukünftige Kämpfe vorauszusehen und vorzubereiten.

In einem revolutionären Kontext hingegen werden unsere Positionen massiv, einheitlich, offensiv und ebenso notwendig, aber um zur „Umkehrung der Praxis” (Bordiga) und zum Sieg der sozialen Revolution beizutragen. Sie werden vom Produkt zum Faktor der Geschichte; das heißt, nur in der Revolution wird die revolutionäre Theorie zu einer materiellen Kraft und schreibt Geschichte.

Zusammen mit der Beschleunigung der Katastrophe der kapitalistischen Zivilisation ist die Entwicklung des Klassenantagonismus das Einzige, was das Erste in das Zweite verwandeln kann. Genauer gesagt, die Entwicklung von einer Periode der Konterrevolution zu einer Periode der revolutionären Wiederbelebung, in der die Aneignung und Anwendung der kommunistischen Theorie durch die proletarischen Massen zu einer materiellen Notwendigkeit oder, besser gesagt, zu einer Forderung ihrer revolutionären Praxis wird.

Auf jeden Fall ist die kommunistische Kritik oder die revolutionäre Theorie notwendig: Sie ist nicht „nur Theorie” oder „nur Worte”, sondern sowohl eine Form der kritischen – wenn auch abstrakten – Beziehung des Proletariats zum Kapital als auch und vor allem „die Waffen der Kritik” (Marx) oder eine theoretisch-praktische Waffe, die wir Proletarier auf der ganzen Welt uns aneignen, schärfen und gemeinsam nutzen müssen, bis sie durch „die Kritik der Waffen” (Marx) ersetzt wird, um die Klassengesellschaft zu begraben und die klassenlose Gesellschaft zu erhellen.

Mit anderen Worten: Die revolutionäre Theorie oder die kommunistische Kritik ist eine (abstrakte) Form und ein Moment der revolutionären Praxis des Proletariats bis zur möglichen revolutionären Abschaffung/Überwindung seiner selbst als Klasse der Arbeit/des Kapitals und damit der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Deshalb sind revolutionäre Theorie und Praxis, obwohl sie nicht identisch sind, untrennbar miteinander verbunden. Die revolutionäre Theorie ist eine bewusste Praxis der Kritik und des revolutionären Bruchs, die je nach Kontext oder Periode des Klassenkampfs ein historisches Produkt und eine Verteidigungswaffe oder eine Offensivwaffe und ein historischer Faktor ist.

Es sei klargestellt, dass wir zwar das, was wir in einem früheren Text als „kommunistische theoretische Praxis” gegen und jenseits des reformistischen Aktivismus in Zeiten der kapitalistischen Konterrevolution bezeichnet haben, verteidigen, aber die Idee, dass „die Praxis des Proletariats die Theorie ist” (Théorie Communiste), zwar verstehen, aber nicht teilen, da wir sie für einseitig und sogar theoretisierend halten. Wir betonen: Sowohl in einer Phase der revolutionären Wiederbelebung als auch und vor allem in einer Phase der Konterrevolution ist die revolutionäre Theorie eine Form und ein Moment der revolutionären Praxis, nicht mehr und nicht weniger. Aber „die Waffen der Kritik können die Kritik der Waffen nicht ersetzen” und „jeder Schritt der realen Bewegung ist mehr wert als ein Dutzend Programme” (Marx).

Deshalb fügen wir hinzu: Damit die revolutionäre Theorie zu einer materiellen Waffe wird, muss sie mit der revolutionären Strategie und der revolutionären Organisation in der Hitze eines Zyklus konkreter Klassenkämpfe und damit implizit mit deren Dynamik und Entwicklung verbunden werden. Dies ist jedoch schon ein Thema für andere Texte, Debatten, Experimente und Lernerfahrungen als Revolutionäre.

Proletarios Hartos de Serlo

Quito, Februar 2026


1A.d.Ü., auch in unserer Reihe Kritik Imperialismus/Anti-imperialismus finden sich Texte die die Ideologie des „Dritte-Weltismus“ (Third-Worldism) kritisieren, ansonsten lassen sie sich leicht auf unseren Blog via Sucheingabe finden.

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