(Chile) Interview mit Francisco Solar

Gefunden auf informativo anarquista, die Übersetzung ist von uns. Im folgenden Interview setzt sich Francisco kurz mit Fragen auseinander (gegenwärtige, historische, strategische und inhaltliche) die weite Teile der realen anarchistischen Bewegung betreffen. Wir denken dass es immer wichtig ist – ja sogar verpflichtend –, Anarchistinnen und Anarchisten im Knast an Debatten einzubinden und sie zu Wort kommen zu lassen. Der Knast ist kein von der Realität getrennter Ort, es ist wie alle Bereiche der kapitalistischen Herrschaft ein Ort des Kampfes gegen die Herrschaft des Kapitals und des Staates.

Die Reflexionen von Francisco mögen vor allem auf die Realität in Chile ausgerichtet sein, aber sie sind nicht nur auf dort beschränkt und sollten daher auch nicht so verstanden werden. Mögen einige, wie wir selbst, nicht mit allem einverstanden sein, dennoch öffnet der Gefährte viele Themen auf die in anarchistischen Kreisen diskutiert werden können und sollten. Allein dafür ist dieser Beitrag von enormen Wert. Der Rest ist eine Frage der Debatte, der Inhalte und der Kohärenz.

Weitere Texte von und zu Francisco findet ihr auf unseren Blog hier, erwähnenswert ist auch der Text Komplizenschaft und Aufwiegelung.


(Chile) Interview mit Francisco Solar

2. März 2026

In diesem vierten Interview haben wir einen Dialog mit dem anarchistischen Gefährten Francisco Solar geführt, um seine Worte zu verbreiten und verschiedene Themen und Kontexte von Interesse zu vertiefen. Seine Perspektive und seine Beteiligung an Projekten, die von der Straße aus entstehen, sind von entscheidender Bedeutung, da sie mit der Untätigkeit brechen, die das Gefängnis auferlegen will. Im Laufe dieses Gesprächs sprechen wir nicht nur über Aspekte, die mit seinen persönlichen Erfahrungen im Gefängnis zusammenhängen, sondern auch über umfassendere politische Überlegungen zu den aktuellen Kämpfen und den Herausforderungen, denen sich anarchistische Kreise gegenübersehen.

1.- Wie geht es dir derzeit? Kannst du uns ein wenig von deinen Erfahrungen im Knast La Gonzalina erzählen? Welche Unterschiede siehst du im Knastsystem von Europa und Chile?

Vor fast einem Jahr kam ich aus den Hochsicherheitstrakten raus, in denen ich fast 5 Jahre gesessen hatte, und wurde in einen Hochsicherheitstrakt mit normalem Tagesablauf verlegt, was im Grunde genommen 8 Stunden Hofgang und die Möglichkeit zu Ehebesuchen bedeutet.

Aufgrund dessen ist meine Situation natürlich günstiger, da ich nicht mehr den Einschränkungen eines Hochsicherheitsregimes unterliege. Die Tatsache, dass ich meinen Alltag mit den anarchistischen und subversiven Gefährten teile, die bereits in diesem Trakt waren, macht das Leben im Knast jedoch deutlich erträglicher. Sich zeitweise den verhängnisvollen autoritären Dynamiken unter den Gefangenen zu entziehen und zu versuchen, Beziehungen zu pflegen, die diesen entgegenstehen, ist eine Herausforderung und ein ständiger Kampf, der ein permanentes Hinterfragen erfordert. Klar, wir sind keine Insel in diesem Trakt, wir haben mit Widersprüchen zu kämpfen und reproduzieren natürlich manchmal Verhaltensweisen, die wir eigentlich ablehnen. Dennoch unterscheiden sich unsere Dynamiken – die der anarchistischen und subversiven Häftlinge – von denen der übrigen Häftlinge. Unsere Beziehungen basieren nicht auf jenem unverhüllten Autoritarismus der anderen Häftlinge, und das ist offensichtlich.

Mein Tagesablauf ist geprägt von Sport im Hof, Gesprächen und Spaziergängen mit den Gefährten sowie vom Lesen. Es ist wichtig, wie ich bereits in anderen Texten erwähnt habe, eine tägliche Routine zu haben, die es mir – zumindest in meinem Fall – ermöglicht, eine gewisse geistige Klarheit zu bewahren und nicht in die bedrückende Atmosphäre des Gefängnisses zu verfallen.

Die Unterschiede zwischen dem chilenischen und dem spanischen Strafvollzugssystem liegen hauptsächlich in der Kontrolle. Die spanische Strafvollzugsbehörde hat es durch eine ständige und langwierige Anpassung ihrer Kontrollstrategien geschafft, das Leben im Gefängnis zu disziplinieren. Mithilfe des FIES1 und der Zerstreuung2 hat die Strafvollzugsbehörde die Gefängnisse im spanischen Staat befriedet und es sogar geschafft, die Gefangenen zu ihren eigenen Schließern zu machen, wie man an den immer zahlreicheren Respektmodulen3 sehen kann.

Auch wenn das chilenische Gefängnissystem darauf hinarbeitet, eine Kontrolle nach „spanischer“ (oder europäischer) Art auszuüben, ist es davon noch weit entfernt. Die Kontrollmechanismen sind deutlich prekärer und ineffizienter, was unter anderem dazu führt, dass bestimmte „Regeln“ innerhalb des Gefängnisalltags von den Gefangenen selbst auferlegt werden. Diese Regeln basieren auf einem extremen Autoritarismus, der regelrechte Sklavenverhältnisse unter den Gefangenen selbst erzeugt und reproduziert. Gab es früher vielleicht noch Solidarität in diesen Dynamiken, so sind solche Beziehungen heute praktisch in den Hintergrund gedrängt worden, um Platz für Prahlerei und den erwähnten Autoritarismus zu machen, der das Gefängnisleben zu einem feindseligen Ort macht.

2.- Welche Bedeutung hatten und haben die Gegeninformationsprojekte? Glaubst du, dass sie weiterhin ein Mittel für den Dialog und die anarchistische Propaganda sind? Haben sie gegenüber den sozialen Netzwerken an Bedeutung verloren?

Die Bedeutung der Gegeninformationsmedien für die Stärkung anarchistischer Kreise ist unbestreitbar. Es ist kein Zufall, dass in Zeiten, in denen sich anarchistische Räume vermehrten, antiautoritäre Initiativen florierten und Angriffe ohne Unterlass folgten, Gegeninformationsmedien wie „Publicación Refractario“, „Contrainfo“, „Liberación Total“, „Material Anarquista“ und andere zusammen mit verschiedenen anarchistischen Printzeitungen einen wichtigen Teil der anarchistischen Galaxie bildeten, die die rege Tätigkeit jener Jahre ergänzte.

Zusammen mit den bereitgestellten Informationen, die es ermöglichten, über das Geschehen in unserem Umfeld auf dem Laufenden zu bleiben, bildeten und bilden diese Medien Räume, um Debatten anzustoßen und zu entwickeln, die unserer Bewegung Leben einhauchten. Ausführliche Debatten, die Überlegungen und Standpunkte prägten, die auf den flüchtigen Plattformen von Instagram unmöglich zu entwickeln wären.

In diesem Sinne haben meiner Meinung nach die sozialen Netzwerke und ihre Unmittelbarkeit die Qualität der Argumente und damit die Stärke unserer Standpunkte geschwächt. Es ist offensichtlich, dass die Gegeninformationsmedien gegenüber den sozialen Netzwerken an Boden verloren haben, die sich heute als der Ort präsentieren, an dem der Kampf geführt wird. Von den ausgefeilten und sorgfältigen Überlegungen ist wenig bis gar nichts übrig geblieben, stattdessen machen leere Parolen und der Kult um die Ästhetik Platz, die die sozialen Netzwerke prägen.

Der Rückgang der Gegeninformationsmedien ist ein weiteres Zeichen für den Verlust an Kraft und die Stagnation unserer Bewegung. Die Bedeutung und Dominanz der sozialen Netzwerke spiegelt unseren wachsenden Mangel an Reflexion und die geringe Ideenfindung wider.

3.- Im Text „Un necesario diálogo cómplice“ (Ein notwendiger komplizenhafter Dialog) spielst du auf das Konzept der „groß angelegten anarchistischen Aktionen“ an, während du in „Los riesgos de la multiformidad“ (Die Risiken der Vielgestaltigkeit) fragst und behauptest: „Sind groß angelegte Aktionen und ‚einfache‘ Aktionen dasselbe?“ Ist es dasselbe, einen Sprengsatz in einer Polizeistation zu platzieren, wie eine Wand zu besprühen oder eine Leinwand zu bemalen? Ganz klar nein. Sie sind nicht dasselbe, was ihre Planung, ihren Einsatz und das betrifft, was auf dem Spiel steht. Sie sind nicht dasselbe, was ihre Wirkung und die Auswirkungen betrifft, die sie hervorrufen.“ Beim Lesen dieser Texte fällt uns auf, dass du den Begriff „großangelegt“ verwendest, um destruktive direkte Aktionen zu definieren, während du mit „einfach“ Propagandaaktionen meinst. Beide Definitionen werden jedoch als „Aktionen“ kategorisiert. Wäre es also angebracht, den Begriff „Aktion“ neu zu definieren, oder reicht das Adjektiv, das ihm folgt?

Ich denke, das Wichtige an der Sprache, ob schriftlich oder mündlich, ist, dass man versteht, was man vermitteln will. Anhand deiner Frage merke ich, dass ich mich in diesen Texten vollkommen klar ausgedrückt habe, sodass die Sprache in diesem Fall ihren Zweck erfüllt hat. Es ist also egal, wie man das benennt, was man ausdrücken will, solange der Sinn letztendlich verstanden wird.

Nun impliziert jede Aktion Energie, die die Realität auf die eine oder andere Weise verändert, weshalb das Anfertigen einer Leinwand und deren Anbringen offensichtlich eine Aktion ist, ebenso wie das Anfertigen eines Wandgemäldes oder das Plakatieren der Straßen der Stadt. Klarerweise gehören auch das Anbringen eines Sprengkörpers, das Schießen auf die Polizei oder jeder andere komplexe Angriff zu den Aktionen, und zwar aus dem zuvor genannten Grund. Wie ich jedoch in meinen Texten darlege, weisen sie Unterschiede auf, die es unmöglich machen, sie auf dieselbe Weise zu bewerten. Es ist daher wichtig, bei der Auseinandersetzung mit ihnen sprachlich zu unterscheiden, da es offensichtlich ist, dass wir nicht von derselben Art von Aktionen sprechen.

Komplexe Aktionen, groß angelegte Aktionen, gewalttätige revolutionäre Angriffe – das sind Bezeichnungen, die ich verwende, um mich auf dieselbe Art auf Aktion zu beziehen. Es handelt sich um Taten, die aufgrund ihrer Merkmale unter anderem größere Risiken und eine andere Entscheidungsebene mit sich bringen, was sie von anderen Arten von Aktionen unterscheidet. Da es sich bei letzteren ebenfalls um Aktionen handelt, halte ich es für am besten, die ersteren mit einem Adjektiv zu kennzeichnen, damit ihr Unterschied und ihre Besonderheiten gegenüber den anderen deutlich werden.

4.- „Cómplices Sediciosos / Fracción por la Venganza“ (Aufständische Komplizen / Fraktion für Rache) bekennt sich zum Versand von zwei Paketbomben gegen die 54. Polizeistation in Huechuraba und das Büro des ehemaligen Innenministers Rodrigo Hinzpeter, ein Anschlag, für den ihr später die Verantwortung übernommen habt. In der Erklärung heißt es: „Wir haben alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, damit die Sprengkörper ausschließlich in den Händen der Personen explodieren, die das Ziel unserer Aktion sind. Unsere Feinde sind klar, wir haben kein Interesse daran und wollen auch niemanden verletzen oder Schaden zufügen (…)“. Kann man das als Unterscheidung zwischen gezielter und wahlloser Gewalt interpretieren? Wenn ja, wie würdest du die Unterschiede zwischen gezielter und wahlloser Gewalt erklären?

Wie ich in meinen Schlussworten beim Prozess gesagt habe, waren anarchistische Aktionen noch nie wahllos. Historisch gesehen richteten sie sich immer gegen Personen, Personengruppen oder Symbole, die Macht innehaben oder repräsentieren. Es sind die Faschisten, die wahllos zugeschlagen haben, wie zum Beispiel beim Massaker am Bahnhof von Bologna, Italien, im Jahr 1981.

Und auch vor einigen Jahren tauchte diese menschenfeindliche Strömung auf, die – ohne großen Erfolg – versuchte, wahllose Anschläge zu verüben. Ihre Haltung, die aufgrund ihrer eindeutig sakralen Züge einer religiösen Position am nächsten kam, war voller Widersprüche, wodurch sie so schnell wieder verschwanden, wie sie aufgetaucht waren. Sie verdient keine weitere Analyse.

Um auf die Frage zurückzukommen: Willkürliche Anschläge sind solche, deren Ziele beliebige Personen sind, weshalb die Orte für Anschläge in der Regel offene Räume sind, die umso besser geeignet sind, je mehr Menschen sich dort aufhalten. Haltestellen voller Menschen, Märkte und ähnliche Orte sind aufgrund der großen Menschenansammlungen ideale Ziele. Selektive Angriffe hingegen sind, wie ich bereits sagte, solche, die sich gegen Vertreter, Inhaber oder Symbole der Macht richten. Es sind Angriffe gegen unsere Feinde. Es sind komplexe Aktionen, die in den meisten Fällen für sich selbst sprechen.

Nun, ich verstehe, dass wir alle mehr oder weniger für die Aufrechterhaltung und Reproduktion der Unterdrückung verantwortlich sind, doch das ist kein Grund, jeden Menschen als Ziel zu identifizieren. Unsere Aktionen müssen zwangsläufig hoch hinauszielen, immer höher, um unter anderem den Mächtigen zu signalisieren, dass ihre Entscheidungen irgendwann eine entschlossene Antwort nach sich ziehen werden.

5.- Es gibt einen allgemeinen Rückgang an Aktionen, von Brandstiftungen an Universitäten und Gymnasien über nächtliche Aktionen wie Straßenblockaden bis hin zu Barrikaden überall in der Stadt und Brand- und/oder Sprengstoffaktionen. Könntest du das mal analysieren? Liegt es an den ständigen Polizeieinsätzen und den verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt? Oder ist es eine Folge dessen, was du im Text „Consideraciones sobre la libertad“ („Überlegungen zur Freiheit“4) ansprichst, wenn du den Satz kritisierst: „‚Ich habe die Freiheit, das zu tun, was ich für richtig halte, einschließlich, wenn es soweit ist, eingegangene Verpflichtungen zu missachten‘“; denn „das ist das Argument (oder der Satz), das unter dieser verhängnisvollen Vorstellung von individueller Freiheit vorgebracht wird, die nichts anderes ist als die Suche nach einer kindischen Rechtfertigung für Verantwortungslosigkeit. Das macht nicht nur jede gemeinsame Initiative unmöglich, da es Misstrauen schürt, sondern wirft auch jene Kohärenz über Bord, die das Ergebnis der historischen Arbeit von Gefährt*innen ist, die uns vorausgegangen sind, und die als Teil unseres theoretisch-praktischen Arsenals geschätzt wird, das uns von anderen revolutionären Strömungen unterscheidet.“

Wie ihr ganz richtig anmerkt, ist der Rückgang groß angelegter Aktionen in diesem Bereich offensichtlich und unbestreitbar. Und ich glaube, das betrifft nicht nur diese Ebene, sondern zeigt sich praktisch in allen Bereichen unserer Praxis. Ich denke, wir erleben gerade einen Zykluswechsel, der das Ende eines Prozesses und zwangsläufig den Beginn eines neuen bedeutet. Die Ansätze und die Praxis des aufständischen Anarchismus, des nihilistisch-anarchistischen oder des revolutionären Anarchismus haben an Kraft verloren und wecken nicht mehr das Interesse, das sie noch vor einigen Jahren hervorgerufen haben. In diesem Sinne halte ich es für wichtig, diesen erwähnten Zykluswechsel zu erkennen, diesen Rückgang zu erkennen, um auf der Grundlage dieser Feststellung Maßnahmen zu ergreifen und diese Phase der Untätigkeit zu überwinden.

Übrigens sind der Rückgang der Gegeninformationsmedien sowie die geringe Präsenz und Beständigkeit physischer Räume, in denen wir uns treffen können, um Ideen auszutauschen und Aktivitäten durchzuführen, Teil dieses allgemeinen Niedergangs, der unsere Bewegung betrifft.

Was nun den Rückgang der groß angelegten Aktionen angeht, denke ich, dass die repressiven Schläge und vor allem die hohen Strafen ihr Ziel erreicht haben: einen Großteil des kämpferischen anarchistischen Sektors einzuschüchtern und zu demobilisieren, der – von Ausnahmen abgesehen – nicht in der Lage war, auf diese Schläge zu reagieren. Andererseits ist es der Staatsanwaltschaft Süd unter Staatsanwalt Orellana zusammen mit einem kleinen Team von Polizisten gelungen, praktisch jede Aktionsgruppe, die ständig zuschlug, effektiv zu zerschlagen. Daher hat die Repression diesen erwähnten Niedergang tatsächlich beeinflusst.

Der Mangel an echtem Engagement, der mit dieser seltsamen Art, individuelle Freiheit zu verstehen, einhergeht, stellt meiner Ansicht nach ein übergreifendes Element dar, das nicht nur die derzeitige Untätigkeit beeinflusst, sondern auch eine der Grundlagen für unseren allgemeinen Niedergang bildet. Nicht zu tun, was man sagt, oder aufzuhören, das zu tun, wozu man sich frei verpflichtet hat, zeugt von der mangelnden Strenge und Ernsthaftigkeit, die in unseren Kreisen immer häufiger anzutreffen ist. Ich glaube, dass dies sowohl Ursache als auch Folge der erwähnten aktuellen Lage ist. Eine Lage, die zusammen mit dem bereits Gesagten auf umfassendere Ursachen zurückzuführen ist – die über das Anarchistische hinausgehen –, die uns beeinflussen und betreffen.

Es herrscht eine Art allgemeine Enttäuschung über das revolutionäre Gefühl, ausgelöst durch den Ausgang der Oktober-Revolte. Ein Ereignis dieser Größenordnung, mit einer klar antiautoritären Ausrichtung, das viele von uns sehnlichst erleben wollten, dessen Ausgang jedoch von den Institutionen und anschließend vom Vormarsch des Postfaschismus geprägt war, hat in weiten Teilen der subversiven und sogar rebellischen Welt ein Gefühl der Niederlage hervorgerufen. Und das hat sich offensichtlich auch auf unser Umfeld ausgewirkt.

Hätte all die Wut, die seit Oktober 2019 zum Ausdruck kam, zur Entstehung autonomer Kampfgruppen führen können (wie es in Italien in den 70er Jahren der Fall war), so hat sich die Stimmung schnell in Richtung Demobilisierung gewandelt, die im Laufe der Jahre immer stärker geworden ist.

Ich wiederhole: Es ist grundlegend wichtig, diesen Niedergang zu erkennen, ihn zu benennen und zu analysieren, um gemeinsam Wege aus dieser Sackgasse zu finden und der Anarchie neuen Schwung zu verleihen.

6.- Die Gefährt*innen von Nueva Subversión reflektieren in der Broschüre „Somos un antiguo viento, que persiste en su soplo“ (Wir sind ein alter Wind, der weiterweht) über Aktionsgruppen und Milieus und stellen fest: „Wir stellen uns der Herausforderung, wie wir illegale Praktiken entwickeln und gleichzeitig den Rhythmus der Milieus aufrechterhalten können, um uns nicht zu isolieren und die Reflexionen nicht zu verlieren, die im Zuge wachsender Spannungen entstehen. Die Herausforderung, das Gefühl der Interaktion aufrechtzuerhalten, nährt die Gesundheit unserer Negationen exponentiell und macht die Verstärkung der subversiven Atmosphäre zu einer Gefahr für die Feinde der Freiheit“. Was kannst du uns über die Verbindung zwischen öffentlichen und illegalen Aktivitäten sagen, über die Teilnahme an Veranstaltungen und/oder Projekten, während parallel dazu Aktionen stattfinden? Ist es möglich, das Zusammenleben beider Initiativen aufrechtzuerhalten?

Zunächst einmal möchte ich dem Projekt „Nueva Subversión“ und allen Zellen und Gruppen, aus denen es besteht, meine volle Anerkennung aussprechen. In den schwierigen Zeiten, die wir gerade durchleben (wie in den vorherigen Fragen beschrieben), ist es angesichts der Komplexität der Angelegenheit bewundernswert, ein offensives Projekt auf die Beine zu stellen und sich in den Angriff zu wagen. Wenn alles zur Passivität aufruft, wenn die Einschüchterung einen Großteil unserer Räume durchdrungen hat und das Eingehen von Risiken der Vergangenheit anzugehören scheint, greift diese interessante Initiative an und trotzt jedem Gefühl der Resignation. Trotz ihrer immer sporadischeren Auftritte zeigen sie, dass diese aufständische Haltung, die durch Taten spricht, nach wie vor besteht.

Nun, ich halte es für grundlegend, diese Verbindung zwischen illegaler Aktion und der Teilnahme am öffentlichen Raum aufrechtzuerhalten. Sich in der Aktionsgruppe zu isolieren, führt zu apparatistischen Praktiken, die den notwendigen Weitblick erschweren. Auch wenn es möglich ist, über virtuelle Gegeninformation über Debatten und die Entstehung von Ideen auf dem Laufenden zu bleiben, glaube ich, dass eine reale Präsenz im öffentlichen Raum es ermöglicht, die Feinheiten der kollektiven Reflexion zu steuern. Sie ermöglicht es, diese direkte Verbindung zu unseren Gefährt*innen aufrechtzuerhalten, die unsere Perspektiven und Standpunkte bereichern.

Angesichts der technologischen Fortschritte im Bereich Sicherheit und Kontrolle halte ich es jedoch für unerlässlich, diese Haltung zu überdenken.

Wie ich im Text „La cuerda floja“ (Der Drahtseilakt) dargelegt habe, ist es für den Kampf notwendig, Erfahrungen aus dem Untergrund zu kennen, um daraus zu lernen. Die Kontrolle wird immer erdrückender und das Netz aus Überwachungskameras in der Stadt ist jeden Tag schwerer zu umgehen, weshalb wir den Untergrund zwangsläufig als Option haben müssen. Einen echten Untergrund, der es uns ermöglicht, uns beim Handeln freier zu bewegen.

Dieses Umdenken stellt einen Vorteil der Informalität dar, da ihre implizite Dynamik es ermöglicht, die konkrete Realität zu analysieren, um unsere stets auf den Kampf ausgerichteten Praktiken anzupassen. In diesem Sinne erfordert diese erdrückende Realität ein Umdenken und die Bereitschaft, die Illegalität als Möglichkeit zu betrachten, wenn man dauerhaft zuschlagen will.

7.- Im Text „Frente a la cadena perpetua encubierta, la Aktion lohnt sich immer“ (Angesichts der verdeckten lebenslangen Haft lohnt sich die Aktion immer) schreibst du, dass die Stagnation anarchistischer Aktionen auf „einen Nach-Revolte-Effekt zurückzuführen sein könnte, der offenbar in verschiedenen Kreisen und bei Individualitäten zu einer Demobilisierung geführt hat“. Wir glauben, dass die Auswirkungen der Revolte noch immer in den anarchistischen Kreisen zu spüren sind, angefangen bei der geringen Kritik und/oder Selbstkritik gegenüber Personen, die an Wahlen teilgenommen haben und weiterhin Teil anarchistischer Projekte sind, bis hin zu dem Hybrid, der zwischen Anarchist*innen entstanden ist, die die Wahlunterwerfung zur Verteidigung sozialer und menschlicher Rechte verstehen, und der veralteten Rhetorik, dass eine rechte Regierung den Polizeistaat stärker durchsetzen wird, während die Linke diese Kontrollposition stark verstärkt hat. Glaubst du, dass anarchistische Individuen ihr antistaatliches Wesen verloren haben, indem sie sich für Dinge wie Sozial- und Menschenrechte einsetzen? Wie glaubst du, kann die Reflexion die Positionen wiederfinden, für die wir eingetreten sind?

Zweifellos hat es in unseren Kreisen an Selbstkritik gefehlt, was unsere Rolle in der Revolte und das betrifft, was man hätte tun können. Die Begeisterung für die neue Verfassung, die viele Menschen aus unserem Umfeld dazu brachte, für das „Ja“ zu stimmen und dann, als ob das noch nicht genug wäre, Boric zu wählen und in einigen Fällen sogar für ihn zu werben, zeigt definitiv, dass wir nicht alle dasselbe unter Freiheit verstehen und dass wir auch nicht alle am gleichen Strang ziehen.

Zusammen mit unseren Gefährt*innen der Zeitschrift „Kalinov Most“ haben wir mehrere Artikel verfasst, in denen wir darauf hingewiesen haben, wie überraschend es ist, dass wir uns erneut mit dem Thema Wahlbeteiligung auseinandersetzen müssen – ein Thema, das schon vor Jahren geklärt schien. Der Anarchismus hat sich historisch gesehen immer von Wahlen distanziert und sich gegen sie gestellt, und es ist wichtig, diese Haltung beizubehalten und sogar noch zu verstärken. Deshalb erscheint es uns mühsam und langweilig, dieses Thema erneut zu diskutieren. Die Tatsache, dass Individualitäten und einige Kreise am Wahlzirkus teilgenommen haben, zeigt, dass es in entscheidenden Momenten „Gefährt*innen“ gibt, die die Grundprinzipien des Anarchismus beiseite lassen. Es zeigt auch, dass unsere Bewegung nicht so gefestigt ist, wie wir dachten, da es Sektoren gibt, die frei demokratische Optionen wählen, die nichts mit unseren zu tun haben.

Im Laufe dieses Interviews habe ich von der „Bewegung“ gesprochen und darunter die breite anarchistische Welt mit ihren verschiedenen Strömungen verstanden, die bestimmte Grundprinzipien teilen, die sich in konkreten Praktiken niederschlagen. Ich verstehe aber auch, dass es innerhalb dieser Strömungen solche gibt, die auf die Bildung von Affinitätsgruppen setzen, um die Anarchie voranzubringen. Ich persönlich schließe mich diesen an, da ich der Ansicht bin, dass Affinitätsgruppen die geeignetste Form des Zusammenlebens unter Anarchist*innen darstellen, wegen der Freiheit und Dynamik, die sie uns bieten. Auf dieser Grundlage entsteht Affinität zu Gefährt*innen, mit denen ich Ideen und Praktiken teile und mit denen ich offensichtlich keine unüberbrückbaren Differenzen habe.

Daher könnte ich niemals in einer Affinitätsgruppe mit Leuten zusammenarbeiten, die sich dafür entscheiden, an Wahlen teilzunehmen, und schon gar nicht mit denen, die sich entschlossen haben, für irgendeinen Kandidaten zu werben. Es ist jedoch eine individuelle Entscheidung und die Entscheidung jeder Affinitätsgruppe, eigene Kriterien festzulegen und mit wem auch immer sie wollen, in Kontakt zu treten.

8.- In einer im Juli 2021 veröffentlichten Erklärung bekräftigen sie gemeinsam mit Mónica Caballero: „Die Annahme, dass wir Anarchist*innen nur mit Anarchist*innen in Kontakt treten sollten, spiegelt einen absurden Purismus und einen Sektierertum wider, der zweifellos Ausdruck von Autoritarismus ist. Koordinierungen und gemeinsame Kampfinitiativen nur unter denen zu etablieren, die sich selbst als „Anarchist*innen“ bezeichnen, bedeutet, unsere Beziehungen und damit unsere Wachstumsmöglichkeiten enorm einzuschränken und zu begrenzen. Es bedeutet, uns dummerweise in Dogmatismen einzuschließen, die uns einschränken und daran hindern, uns frei zu assoziieren. So sehen wir, wie im Namen der Freiheit manche genau das Gegenteil vertreten und Sekten auf der Grundlage von Etiketten gründen. Damit wollen wir nicht sagen, dass wir wahllos Beziehungen eingehen oder gar keinen Filter haben.“ Wenn wir diese Worte lesen, bleibt uns ein Slogan im Kopf, der seit Jahren die Runde macht und mit der „Einheit in der Aktion“ zu tun hat. Wir sind der Ansicht, dass das öffentliche Bekenntnis zu diesen Elementen in Zeiten von Wahnsinn und Passivität eine echte Gefahr für unsere wert- und theorietheoretischen Ansprüche darstellt. Ist es etwa ein Grund für das Zusammenleben, gemeinsam mit Kadern, einfachen Leuten und sogar Gruppen zu handeln, die im Namen der Illegalität wahllose Angriffe rechtfertigen könnten?

Wir kommen zurück auf das Thema der informellen Kriterien, die von jeder Affinitätsgruppe frei festgelegt werden. Ich bleibe dabei, dass es unrealistisch und eine Illusion ist, zu versuchen, politische Beziehungen und Verbindungen nur mit anarchistischen Gefährt*innen aufzubauen. Die Erfahrungen während der Revolte im Oktober haben das gezeigt, ebenso wie der Alltag und die verschiedenen Kämpfe, die innerhalb des Gefängnisses stattgefunden haben. Diese Verbindungen müssen jedoch auf der Grundlage horizontaler Kriterien entstehen, das heißt, es muss darauf geachtet werden, dass sich keine der Seiten (seien es Gruppen oder Individuen) über die andere stellt. Sobald eine Gruppe oder ein Individuum versucht, eine Koordination zu kontrollieren, zu leiten und die Zügel in die Hand zu nehmen, muss man zwangsläufig Maßnahmen ergreifen. Entweder muss man denjenigen, der die Kontrolle an sich reißen will, ausschließen oder schlichtweg einen Schritt zur Seite treten und andere Wege suchen, die auf Beziehungen basieren, die uns zusagen.

So wie das oben Genannte eine unüberwindbare Grenze darstellt, gilt das Gleiche für das Vertreten oder Unterstützen von wahllosen und menschenverachtenden Positionen sowie für die Teilnahme am Wahlzirkus, und zwar aus den in der vorherigen Frage genannten Gründen. Ich möchte klarstellen, dass sich das Gesagte auf die individuelle Ebene bezieht, das heißt, es sind ausreichende Gründe, aus denen ich keinerlei politische Verbindung oder Beziehung eingehen würde, sei es innerhalb von Affinitätsgruppen oder in einer breiteren Koordination. Ich kann und darf mich nicht zu den Beziehungen äußern, die andere Affinitätsgruppen eingehen oder eingehen könnten.

Nun, anarchistische Affinitätsgruppen müssen natürlich aus anarchistischen Individuen bestehen, da man eine gemeinsame Sprache teilt, was für mehr Leichtigkeit sorgt. Die Herstellung weitergehender Beziehungen, nicht unbedingt mit anarchistischen Gefährt*innen, halte ich (und so war es auch meine Erfahrung) für den Fall politischer Koordinierungen und für Initiativen für sinnvoll, die in besonderen Kontexten, wie zum Beispiel im Gefängnis, entstehen und sich entwickeln. Das Teilen bestimmter subversiver Codes innerhalb des Gefängnisses mit Gefangenen anderer politischer Richtungen hat es ermöglicht, interessante Kampfinitiativen auf die Beine zu stellen, was in der Praxis die Möglichkeit und sogar die Chance zeigt, den Blick in Bezug auf politische Beziehungen zu erweitern.

Andererseits: Auch wenn es während des Aufstands Erfahrungen mit breiter, horizontaler Koordination gab, hätte die Schaffung einer starken, aktionsorientierten Koordination in gewisser Weise eine Vertiefung des Konflikts durch intensivere Angriffe ermöglicht, was unsere Perspektiven erweitert hätte.

9.- In letzter Zeit sind mehrere anarchistische Gefährt*innen aus verschiedenen Territorien während Aktionen, durch Unfälle, Selbstmorde, Krankheiten usw. ums Leben gekommen. Kyriakos, Belén, Tortuga, Risue, Snizana und Lupi sind einige von ihnen. Parallel dazu hat sich ein Diskurs verbreitet, der voller Purismus und Dogmatismus ist und an militarisierte linke Gruppen erinnert, in denen Grenzen gezogen werden zwischen Gefährt*innen, die im Kampf gestorben sind, und anderen, die das nicht haben. Glaubst du, dass der Selbstmord oder der natürliche Tod eines/einer Gefährt*in ein endgültiger Fall in die Vergessenheit ist? Was sollte der Sinn, der Wert und die Aktion der Erinnerung angesichts des Todes unserer Gefährt*innen sein?

Um mit dem Ende der Frage zu beginnen: Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Sinn und die Aktion der Erinnerung notwendigerweise in einer Haltung bestehen müssen, die sich von jeder Opferrolle distanziert und ihr entgegensteht. Erinnerung, die sich in Aktionen niederschlägt, ist die angemessenste Art, unseren gefallenen Gefährt*innen zu gedenken. Diese Auffassung von Erinnerung stärkt die kampforientierte anarchistische Welt. Sie stärkt zweifellos unsere offensiven Praktiken, indem sie versucht, den permanenten Angriff zu reproduzieren und zu vervielfachen.

Ich glaube jedoch, dass in diesem speziellen Punkt ein Konzept ins Spiel kommt, das in unseren Kreisen oft wiederholt, aber kaum praktiziert wird. Ich meine die Entwicklung einer ikonoklastischen Haltung, verstanden als Ablehnung der Sakralisierung von Figuren, seien sie nun menschlich oder nicht. Die Verherrlichung verstorbener Gefährt*innen, auch aus anderen politischen Strömungen, ist ein Brauch, der sich durch die gesamte subversive Kultur dieses Territoriums zieht, natürlich auch durch die anarchistische Welt. Man spricht und schreibt über Ikonoklasmus und die Notwendigkeit, unsere Verstorbenen nicht zu Helden oder Märtyrern zu machen, doch gleichzeitig werden sie zu unhinterfragbaren Figuren erhoben, womit man in der einen oder anderen Form die linke Tradition in dieser Frage fortsetzt. Denn ich denke, es steht außer Frage, dass die Verherrlichung der verstorbenen Gefährt*innen in unseren Kreisen, sowohl in Form als auch Inhalt, einem Erbe der militaristischen Linken entspricht. Es ist ein Element, das wir übernommen und vielleicht mit ein paar Nuancen reproduziert haben. Ich glaube, wir müssen diese Kontinuität hinterfragen.

Es ist grundlegend wichtig, darüber nachzudenken und gemeinsam Schlussfolgerungen zu ziehen, was die notwendige ikonoklastische Haltung und das Gedenken an unsere Verstorbenen angeht, um eine eigene Position zu entwickeln, die frei von jeglicher Art von Sakralisierung ist. Daneben scheint es dringend notwendig zu sein, unsere Arbeit auf die Würdigung unserer Verstorbenen zu konzentrieren, und ich denke, dass aus dieser Notwendigkeit heraus in den letzten Jahren – da keine Gefährt*innen im Kampf gefallen sind – damit begonnen wurde, Gefährt*innen zu würdigen, die uns aus Gründen und unter Umständen verlassen haben, die nichts mit Krieg zu tun haben.

Ich will damit nicht sagen, dass diese Gefährt*innen in Vergessenheit geraten sollten. Es ist unerlässlich, eine aktive Erinnerung zu fördern, die sie durch Aktionen präsent hält. Ihre Erinnerung muss jedoch auf das Wesentliche abzielen, auf die Aktionen, die der/die Gefährt*in durchgeführt hat und für die er/sie uns physisch verlassen hat. Im Grunde muss der Inhalt Vorrang vor der Person haben, sonst schaffen wir nur Helden und Märtyrer.

10.- Schlussworte, als Aufruf, Einladung, Gruß an Gefährt*innen, Gruppen, Projekte usw.

Ich danke den Gefährt*innen von Informativo Anarquista für die Gelegenheit, wichtige Themen in unseren Räumen anzusprechen, die jene unverzichtbare Dynamik verleihen, die es uns ermöglicht, aktiv zu bleiben und weiter zu wachsen. Danke für die Möglichkeit, weiterhin an den Diskussionen und Debatten teilzunehmen, auch wenn ich eingesperrt bin. Mit dieser Initiative zeigt ihr, dass die Macht scheitert, wenn sie versucht, uns nur auf die Rolle des „Häftlings“ zu reduzieren, denn wir bleiben anarchistische Gefährten, die ihre Sichtweise und Meinung zu Themen einbringen können, die über das Gefängnis und das Geschehen darin hinausgehen.

Einen Gruß an die anarchistischen und subversiven Gefährt*innen, die in verschiedenen chilenischen Gefängnissen Widerstand leisten. An die anarchistischen Gefangenen in Italien und Griechenland, die immer aktiv sind. An jeden Raum, jeden Verlag, jede Zeitschrift, jedes Medium der Gegeninformation, das weiterbesteht und sich auch in schwierigen Zeiten hartnäckig für die Anarchie einsetzt. Eine besondere Umarmung an die Gefährt*innen des Projekts „Nueva Subversión“: Eure Aktionen sind die Freude der anarchistischen Gefangenen.


1A.d:Ü., brutale Isolationshaft im Spanischen Staat. Hier einige Artikel dazu: Kritische Annäherung an den Kampf gegen das FIES Regime 1999 bis 2002; Die Vergessenen der Gefängnisse: Frau sein und Gefangene sein in FIES; F.I.E.S. – FICHERO DE INTERNOS DE ESPECIAL SEGUIMIENTO (Kartei für Insassen mit Sonderbehandlung); Juventudes Libertarias: Dossier gegen Knäste; Kritische Notizen über den Kampf gegen das FIES; BEITRAG ZUM KAMPF GEGEN DEN KNAST – Constantino Cavalleri.

2A.d.Ü., nach wie vor verlegt die Regierung des Spanischen Staates Gefangene (problematische, revolutionäre, aufsässige,…) soweit wie möglich von ihrem Zuhause. Damit soll jede Form der Solidarität erschwert werden, was sowohl für die Angehörigen wie für die Gefangenen eine enorme Last wird, abgesehen von den ökonomischen Kosten der langen Reisen.

3A.d.Ü., die sogenannten Módulos de Respeto sind Trackte im Knast wo Knackis zwar mehr „Vorteile“ haben (Zugang zu Maloche, Sport, usw.), unterlegen zugleich sehr strickten und repressiven Bedingungen.

4A.d.Ü., auf unseren Blog hier.

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