Kronstadt Journal XIV

Kronstadt Journal XIV

Die Revtroika des Marinekrankenhauses informiert die Staatsbürger, dass am 14. März um 20.00 Uhr in der Krankenhauskapelle

EIN REQUIEM FÜR DIE GEFALLENEN VERTEIDIGER DER ZUFAHRTEN NACH KRONSTADT ABGEHALTEN WIRD.

(Iswestija Nr. 12, 14. März) Weiterlesen

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Kronstadt Journal XIII

Kronstadt Journal XIII

Die Lage verschlechtert sich jeden Tag mehr und mehr. Die Lebensmittelknappheit macht sich nicht nur bemerkbar, sondern unterstreicht die eh schon schwierige Lage der Aufständischen. Tag um Tag wird Kronstadt von mehreren Seiten bombardiert. Da helfen die Festungen der Stadt auch nicht viel, weil diese Richtung Westen gebaut wurden und das Artilleriefeuer kommt vor allem vom Osten und vom Süden. Nur eine Ausweitung des Aufstandes gegen die Diktatur der Partei hätte den Aufständischen geholfen. Nur wenn ihre Brüder und Schwestern sich mit der Waffe für eine wirkliche soziale Revolution erhoben hätten, hätten die Aufständischen eine Chance. Weiterlesen

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Kronstadt Journal XII

Kronstadt Journal XII

Am 12. März wurde der Luft- und Artilleriebeschuss wieder aufgenommen, der den ganzen Tag über sporadisch fortgesetzt wurde, aber nur geringe Schäden verursachte. Laut einer Emigrantenquelle wurde ein bolschewistisches Flugzeug durch Kronstädter Bodenfeuer abgeschossen und stürzte in den Finnischen Golf, 12 der einzige Verlust dieser Art während des Aufstandes. Paul Avrich, 1921 Kronstadt Weiterlesen

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Kronstadt Journal XI

Kronstadt Journal XI

Die unerbittlichen Angriffe der Bolschewisten dauern an, während die Rebellen in Kronstadt sich tapfer verteidigen. Da die vorläufig gefangen genommenen Kommunisten momentan nicht unbedingt Schuhe benötigen, wird beschlossen diese (insgesamt 280 Paar) den verteidigenden Truppen zu übergeben. Zum Tausch werden den Gefangenen Bast-Sandalen gegeben.

Die Operationen der Kronstädter werden folgendermaßen am nächsten Tag in der Izvestia zusammengefasst:

Der Tag verlief ruhig.

Dichter Nebel behinderte den Beschuss. Gegen sechs Uhr abends eröffnete Krasnaja Gorka gelegentliches und ergebnisloses Feuer auf die Stadt. Weiterlesen

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Kronstadt Journal X

Kronstadt Journal X

Der Kampf um Kronstadt nimmt weiter seinen Lauf, trotz ganztägigen Artilleriebeschusses halten die Aufständischen weiterhin stand und können die Angriffe der konterrevolutionären bolschewistischen Armee abwehren. Dazu meldet die Izvestia am folgenden Tag, neben einer Auflistung der Gefallenen auf beiden Seiten:

ZUSAMMENFASSUNG DER OPERATIONEN

Während der gesamten Nacht zum 10. März beschoss die kommunistische Artillerie die Festung und die Forts mit intensivem Artilleriefeuer vom südlichen und nördlichen Ufer aus, was von unserer Seite energisch zurückgeschlagen wurde. Gegen 4 Uhr morgens unternahm die kommunistische Infanterie den ersten Angriffsversuch vom Südufer aus, wurde aber zurückgeschlagen. Die kommunistischen Angriffsversuche wurden bis 8 Uhr morgens fortgesetzt, aber alle wurden durch Artillerie- und Handfeuerwaffenfeuer unserer Bataillone und Garnisonseinheiten zurückgeschlagen. Weiterlesen

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Kronstadt Journal IX

Kronstadt Journal IX

Trotz der Bombardierung und der Angriffe auf Kronstadt, war die Rote Armee, angeführt von Trotzki nicht auf die Verteidigungen der Insel vorbereitet. Die Aufständischen können alle Angriffe abwehren und hinterlassen viele tote Rotarmisten die die Tscheka am Nacken hat, damit keiner auf die Idee kommt, doch abzuhauen oder sich den Aufständischen anzuschließen.

Die Bevölkerung von Kronstadt wird aufgrund der militärischen Situation dazu aufgefordert, die Fenster in der Nacht zu verdunkeln. Weiterlesen

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Kronstadt Journal VIII

Kronstadt Journal VIII

„Genossen, meine Schüler der industriellen, Roten Armee und Seefahrt & Schulen!

Beinahe dreißig Jahre lebte ich in tiefer Liebe für das Volk und brachte, soweit es in meinen Kräften lag, bis zur jetzigen Stunde Licht und Kenntnisse allen, die danach dürsteten. Die Revolution von 1917 gab meiner Arbeit größeren Spielraum, vermehrte meine Tätigkeit, und ich widmete mich mit größter Energie dem Dienste meines Ideals.

Das kommunistische Schlagwort „Alles für das Volk“ begeisterte mich mit seiner Würde und Schönheit, und im Februar 1920 trat ich in die Russische Kommunistische Partei als Kandidatin ein. Aber der „erste Schuß“, abgefeuert gegen die friedliche Bevölkerung, gegen meine innigst geliebten Kinder, von denen sich etwa siebentausend in Kronstadt befinden, erfüllt mich mit dem Schrecken, man möchte mich als Teilhaberin an der Verantwortlichkeit für das so vergossene Blut der Unschuldigen betrachten. Ich fühle, daß ich nicht länger an das, das sich selbst durch eine teuflische Tat geschändet hat, glauben und es propagieren kann. Daher habe ich mit dem ersten Schuß aufgehört, mich als Mitglied der Kommunistischen Partei zu betrachten.“ Maria Nikolajewna Schatel (Lehrerin). (Izvestia, Nr. 6, 8. März 1921.), aus Alexander Berkmans – Die Kronstadt Rebellion Weiterlesen

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Kronstadt Journal VII

Kronstadt Journal VII

„Eine Macht, die soweit kommt, die Aufständischen von Kronstadt (welche einfach demokratische Forderungen stellten) im Namen eines Sozialismus zu massakrieren, den sie nicht verwirklicht und sich darüberhinaus noch mit Lüge und Verleumdung rechtfertigt, eine solche Macht bestätigt damit nur den Verlust jeglichen kommunistischen Charakters.“ Gilles Dauvé, Wenn die Aufstände sterben

Das Ultimatum der Bolschewiki ist erloschen. Der Ansturm auf Kronstadt beginnt. Um 18:45 Uhr grollt das Echo der Artilleriegeschütze in ganz Petrograd. Die Batterien von Ssestroretzk und Lissy Noß feuern die ersten Schüsse gegen Kronstadt ab. Einige beschwören diesen Moment als den dunkelsten Moment der bolschewistischen Herrschaft, dieser fing aber an dem Tag wo sie die Herrschaft an sich rissen und alle die für sie gefährlich waren, vor allem andere Revolutionäre, ins Jenseits beförderten. Weiterlesen

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Kronstadt Journal VI

Kronstadt Journal VI

Die Bolschewiki bringen mehr und mehr Artilleriegeschütze und Truppen in Stellung um Kronstadt angreifen zu können. Ihrer Nachricht, dass die Matrosen sofort die Waffen niederlegen, wird nicht gefolgt und jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit bis Kronstadt durch Waffengewalt eingenommen wird. In der jungen Sowjetunion dürfen keine weiteren Kritiken und abweichende Meinungen mehr ausgesprochen, geschweige denn in die Praxis umgesetzt werden.

Auch der Versuch von „renommierten“ Anarchisten und Anarchistinnen wie Emma Goldman und Alexander Berkman, die versuchen das unausweichliche zu verhindern, wird ignoriert. Weiterlesen

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Fragen der Organisation. 31 aufständische Thesen

Fragen der Organisation. 31 aufständische Thesen

Einleitung und ein paar Bemerkungen zu dem Text 31 aufständische Thesen

Wir veröffentlichen diesen Text im Rahmen der kritischen Textreihe zu Organisation, Militanz und Militante, aber auch nicht nur. Dieser Text erschien in den späten 1990ern im spanischen Staat und war einer der ersten bemerkenswerten Texte, nicht der erste – aber auch nicht der letzte -, der eine Diskussion, die die anarchistische Bewegung sehr notwendig hatte, stark beeinflusste, was auch später als die Geburtsstunde des sogenannten aufständischen Anarchismus, innerhalb des spanischen Staates, bezeichnet wurde. Wir wollen damit natürlich nicht meinen, dass die anarchistische Bewegung im spanischen Staat nicht aufständisch gewesen sei, Beispiele gibt es wie Sand am Meer, vor allem von 1880 bis in die 1980er, sondern wir meinen die aus Italien stammenden Ideen, die für eine Erneuerung und Überprüfung des Anarchismus unserer Zeit gedient haben. Weiterlesen

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