Kronstadt Journal VIII
„Genossen, meine Schüler der industriellen, Roten Armee und Seefahrt & Schulen!
Beinahe dreißig Jahre lebte ich in tiefer Liebe für das Volk und brachte, soweit es in meinen Kräften lag, bis zur jetzigen Stunde Licht und Kenntnisse allen, die danach dürsteten. Die Revolution von 1917 gab meiner Arbeit größeren Spielraum, vermehrte meine Tätigkeit, und ich widmete mich mit größter Energie dem Dienste meines Ideals.
Das kommunistische Schlagwort „Alles für das Volk“ begeisterte mich mit seiner Würde und Schönheit, und im Februar 1920 trat ich in die Russische Kommunistische Partei als Kandidatin ein. Aber der „erste Schuß“, abgefeuert gegen die friedliche Bevölkerung, gegen meine innigst geliebten Kinder, von denen sich etwa siebentausend in Kronstadt befinden, erfüllt mich mit dem Schrecken, man möchte mich als Teilhaberin an der Verantwortlichkeit für das so vergossene Blut der Unschuldigen betrachten. Ich fühle, daß ich nicht länger an das, das sich selbst durch eine teuflische Tat geschändet hat, glauben und es propagieren kann. Daher habe ich mit dem ersten Schuß aufgehört, mich als Mitglied der Kommunistischen Partei zu betrachten.“ Maria Nikolajewna Schatel (Lehrerin). (Izvestia, Nr. 6, 8. März 1921.), aus Alexander Berkmans – Die Kronstadt Rebellion Weiterlesen →