Jederzeit – Einige Überlegungen zu den letzten Monaten der Mobilisierung in Italien

Per Mail erhalten, ein Text aus Italien der die allgemeine Lage/Situation um den Hungerstreik von Alfredo Cospito analysiert.


Jederzeit

Einige Überlegungen zu den letzten Monaten der Mobilisierung in Italien

Ich glaube fest, wenn sonst nichts, wird die Noth es uns lehren. Ihr seht die ganze Stadt voll Unmuth und voll Haß gegen uns: die Bürger halten fortwährend Ratssitzungen ab, die Signorie unterhandelt beständig mit den Magistraten. Glaubt mir, es werden für uns Fesseln geschmiedet, neue Streitkräfte gegen unsere Häupter aufgeboten. Deshalb müssen wir nach zweierlei streben und bei unseren Berathungen doppelten Zweck haben: einmal, daß uns für die Vorgänge der jüngsten Tage keine Strafe treffe; sodann, daß wir in Zukunft in größerer Freiheit und Zufriedenheit als bisher leben können.“

Niccoló Macchiavelli, Geschichte von Florenz

Wir schreiben diese Überlegungen fast neunzig Tage nach Beginn des Hungerstreiks von Alfredo. Es sind Tage des Kampfes, aber auch der Wut. Wir glauben, dass es wichtig ist, zu schreiben und sich während der laufenden Mobilisierung gegenseitig zu konfrontieren, um mit mehr Klarheit und Bestimmung weiter kämpfen zu können. Aus diesem Grund werden wir mit Interesse alles lesen, was zur Debatte beigetragen wird. Weiterlesen

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„Der kommende Aufstand“ Identitäres Konstrukt und existenzielle Alternative

„Der kommende Aufstand“
Identitäres Konstrukt und existenzielle Alternative

Dieser Text ist nicht eine kritische Studie der Thesen, die im Buch Der kommende Aufstand dargelegt werden, ebensowenig ist er ein Versuch, es „theoretisch auseinanderzunehmen“. Zuerst kam mir die Idee, es so anzugehen, und zweifelsohne bin ich nicht der Einzige. In der Tat könnten viele der in diesem Buch vorangetragenen Dinge diskutiert werden. Doch bald bekam ich das Gefühl der Sinnlosigkeit eines solchen Vorgehens. Dieses Gefühl, diese Intuition viel eher, war jene der Unmöglichkeit eines Dialogs mit diesem Buch, oder eines stets an einem bestimmten Punkt unterbrochenen Dialogs. Mir kam das entmutigende Gefühl, dieser Text könne nicht kritisiert werden: es schien mir, dass hier etwas anderes im Spiel war, etwas, worüber man nicht diskutieren kann, keine blossen Meinungsverschiedenheiten, es schien mir, dass das, was in diesem Text zentral war, nicht das war, was behauptet wurde, sondern die Behauptung selbst. Weiterlesen

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Cajo Brendel – Kritik des Leninschen Bolschewismus

Cajo Brendel – Kritik des Leninschen Bolschewismus

Kritik der Leninschen Revolutionstheorie

I.

Im August-September 1917, nur wenige Wochen bevor die Bolschewiki in Rußland am Ruder standen, verfaßte Lenin in Helsingfors anhand ausführlicher Aufzeichnungen, die er während seines Aufenthalts in der Schweiz gemacht hatte, seine berühmte Schrift „Staat und Revolution“. Im Untertitel war von „Aufgaben des Proletariats in der Revolution“ die Rede, was, mehr als irgend etwas anderes, den eigentlichen Gegenstand bildete, da von einer wirklichen systematischen, insbesondere auch methodischen Darlegung der Marxschen Staatstheorie doch wohl kaum gesprochen werden konnte. Gleich am Anfang, auf der ersten Seite des ersten Kapitels, liest man: „… angesichts der unerhörten Verbreitung, die die Entstellungen des Marxismus gefunden haben, besteht unsere Aufgabe in erster Linie in der Wiederherstellung und der wahren Marxschen Lehre vom Staat“1. Und gleich hier schon – die Auseinandersetzungen des Autors haben noch nicht einmal angefangen – gibt es von marxistischer Sicht aus einiges zu bemerken. Weiterlesen

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In offener Feindschaft mit dem Bestehenden seinen Verteidigern und seinen falschen Kritikern

Vor langer Zeit veröffentlicht, ist nach wie vor „Ai ferri corti con l‘Esistente, i suoi difensori e i suoi falsi critici“, so der Titel im Original, ein wichtiger Beitrag für die Debatte unter anarchistischen Gruppen und Individuen. Wir graben den Text wieder aus, da der Anarchismus so viele Feinde innerhalb wie außerhalb seiner Reihen hat und wir diesen bald auch brauchen werden.


In offener Feindschaft mit dem Bestehenden seinen Verteidigern und seinen falschen Kritikern

I

« Jeder kann dem Umherirren in der Sklaverei dessen, was er nicht kennt, ein Ende setzen – und, das Angebot leerer Worte zurückweisend, in offener Feindschaft dem Leben entgegentreten. »
C. Michelstaedter

Das Leben ist nichts anderes, als eine beständige Suche nach etwas, woran man sich festhalten kann. Man steht morgens auf, um sich ein paar Stunden später wieder ins Bett zu legen, wie traurige Pendler zwischen Lustlosigkeit und Müdigkeit. Die Zeit vergeht und treibt uns mit Sporen an, die immer weniger lästig scheinen. Auch die Last der sozialen Pflichten scheint uns nicht mehr den Rücken zu brechen, so dass wir sie überall mit uns tragen. Wir gehorchen, ohne uns noch die Mühe zu machen, ‘Ja‘ zu sagen. Der Tod wird durch das Leben gesühnt, schrieb der Dichter aus einem anderen Schützengraben. Weiterlesen

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Anarchismus, nationale Kämpfe und Klassenkämpfe (1956), André Prudhommeaux

Gefunden auf Kates Sharpley Library, die Übersetzung ist von uns. Hier ein weiterer Text für die Reihe Textreihe Kritik an den Nationalismus/Vaterland/Nation/Patriotismus. Bei diesem Text handelt es sich um einen, wir geben es zu, der definitiv diskutiert werden kann und sollte, nicht nur um seine Aktualität zu prüfen, sondern um überhaupt seine historische Richtigkeit zu prüfen. Es ist die Frage also, ob dieser Text überhaupt richtig ist und auch richtig war als dieser veröffentlicht wurde. Wir teilen die Grundaussage von André Prudhommeaux, was seine Kritik an der Nation und an den Staat angeht. Wir sind aber nicht damit einverstanden, die Klassenzugehörigkeit, die Klassenfrage im selben Sack zu stecken. Wir sind keine Proletarier weil wir welche sein wollen, denn wir wollen durch die Zerstörung der Klassengesellschaft alle Klassen, somit auch die proletarische, abschaffen. Der kapitalistische Staat und die Konstituierung der Nation, alles moderne Phänomene, sind die Folge einer Gesellschaft die in Klassen aufgeteilt ist, wo der Staat und die Nation der herrschenden Klasse dienen um mit Gewalt die ausgebeutete Klasse zu beherrschen. Die Zerstörung des Kapitalismus und des Staates kann nur in der Errichtung einer freien menschlichen Gesellschaft verstanden werden, in der es keine Klassen gibt.


Anarchismus, nationale Kämpfe und Klassenkämpfe (1956), André Prudhommeaux

Der Anarchismus strebt die Befreiung aller Menschen an, unabhängig davon, welcher Klasse oder Nation sie angehören; eine solche Befreiung wäre weder auf der Grundlage einer Klasse noch einer Nation möglich. Weiterlesen

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(Subversion) Die Bedrohung durch den Antifaschismus

Gefunden auf Libcom, der Text, wenn auch etwas veraltet, aus dem Jahr 1992, ist von der Gruppe Subversion, der den Antifaschismus kritisiert. Auch wenn sehr prägend die Zeit ist indem der Text verfasst wurde, hält dieser noch wichtige inne die nicht ablaufen oder aus der Zeit gekommen sind.


Die Bedrohung durch den Antifaschismus

Eine kommunistische Kritik des Antifaschismus, die argumentiert, dass die wahren Feinde der Arbeiterklasse in der Regel nicht kleine faschistische Gruppen sind, sondern die etablierten „demokratischen“ Parteien. Weiterlesen

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(Grupo Barbaria) Weder diese Welt reformieren noch aus ihr fliehen: für die proletarische Weltrevolution

Hier ein weiterer Text von Grupo Barbaria, der sich mit der Thematik und der Kritik am Reformismus auseinandersetzt, die Übersetzung ist von uns.


Weder diese Welt reformieren noch aus ihr fliehen: für die proletarische Weltrevolution

Hier kannst du dir die Veranstaltung-Debatte anhören, die in Alicante in der Buchhandlung Fahrenheit451 stattfand, um darüber zu diskutieren, was Reformismus heute und in der Vergangenheit ist. Hier ist die Abschrift. Weiterlesen

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(Agustín Guillamón) Kein Staat, keine Nation, kein Recht auf Selbstbestimmung

Hier ein weiterer Text von Agustín Guillamón, ein Teil seiner Kritik ist allgemeiner Natur, im Sinne einer Kritik gegen den kapitalistischen Staat-Nation, am Ende des Textes richtet sich diese an der nationalen Befreiungsbewegung der katalanischen Länder. Die Übersetzung ist von uns.


Kein Staat, keine Nation, kein Recht auf Selbstbestimmung

Agustín Guillamón
18. Oktober 2017

Grau, theurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldner Baum. Goethe

1. Die Theorie

1.1. Der Staat ist die ORGANISATION der politischen Herrschaft, des permanenten Zwanges und der ökonomischen Ausbeutung des Proletariats durch das Kapital.

Das moderne und aktuelle Konzept des Staates ist mit der historischen Entstehung des kapitalistischen Produktionssystems entstanden. Es ist die für den Kapitalismus geeignete politische Organisation. Die Projektion dieses Konzepts auf antike Zivilisationen ist ein fruchtloser und wirrer Anachronismus.

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Antimilitaristischer Poster

Gefunden auf der Seite von antimilitarismus, dort findet man die Poster auch auf verschiedenen Sprachen wie tschechisch, englisch, italienisch, ukrainisch, russisch, polnisch, spanisch und deutsch.

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(Agustín Guillamón) Nation oder Klasse?

Hier ein weiterer Artikel von Agustín Guillamón bei dem er sich in der Kritik beim Nationalismus ausübt, konkreter noch am Beispiel des katalanischen Nationalismus, der so viel Sympathien in der radikalen Linken des Kapitals genießt. Hiermit ein weiterer Text der sich mit der Thematik des Nationalismus befasst, eine wichtige Auseinandersetzung.


Nation oder Klasse?
Reflexionen über den Nationalismus als schädliche Ideologie

Agustín Guillamón
Dezember 2013

1.- Was ist Nationalismus? Klasse oder Nation?

In den politikwissenschaftlichen Fakultäten wird beispielhaft das separatistische Abdriften von Convergència i Unió (CiU) im Zeitraum 2012-2013 untersucht werden. Artur Mas, der Präsident der Generalitat von Katalonien, hat alle Grenzen der Vorsicht, der Manipulation und des „guten Regierens“ überschritten, falls es so etwas gibt. Weiterlesen

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