Camilo Berneri – Marxismus, Klassen und Staat (vier Artikel aus dem Jahr 1936 erschienen in Guerra di Classe)


Die folgenden Artikel, die zwischen dem 9. Oktober und dem 5. November 1936 geschrieben wurden, sind aus dem Buch von Camilo Berneri „Guerra de clases en España, 1936-1937” (Tusquets, 1977) übernommen und von uns übersetzt.

Camilo Berneri, wurde am 28. Mai 1897 in Lodi, Italien, geboren. Dieser anarchistische Gefährte, der im spanischen Bürgerkrieg kämpfte, wurde am 5. Mai 1937 während der „Mai-Ereignissen/Mai-Tagen”, dem letzten Aufbäumen des Proletariats und revolutionärer Organisationen (Juventudes Libertarias, Amigos de Durruti, POUM) um die soziale Revolution zu retten, zusammen mit seinem Gefährten Francisco Barbieri auf den Straßen Barcelonas ermordet.

Berneri war Herausgeber der Zeitung „Guerra di Classe” und scharfer Kritiker der Führung der CNT, ihrer Zustimmung zur Militarisierung der Milizen und ihrer Beteiligung an der Volksfrontregierung, die die spanische Revolution zerschlug.

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Die bewaffnete anarchistische Organisation, Debatten und Vorschläge während der Zweiten Spanischen Republik

Gefunden auf ser historico, die Übersetzung ist von uns. Mehr zur aufständischen Geschichte und Praxis des Anarchismus.


Die bewaffnete anarchistische Organisation, Debatten und Vorschläge während der Zweiten Spanischen Republik

Dieses Kapitel ist eine überarbeitete Version meines Artikels „La organización armada anarquista, debates y propuestas durante la II República española“ (Die bewaffnete anarchistische Organisation, Debatten und Vorschläge während der Zweiten Spanischen Republik), Germinal. Revista de Estudios Libertarios, Nr. 12, Juli-Dezember 2014.

Roberto Martínez Catalán.


„Die Revolution ist Krieg, und wer Krieg sagt, sagt Zerstörung von Menschen und Dingen. Es ist zweifellos eine Schande für die Menschheit, dass sie noch kein friedlicheres Mittel zum Fortschritt erfunden hat, aber bis jetzt ist alles Neue in der Geschichte erst verwirklicht worden, nachdem es eine blutige Taufe durchlaufen hat.“ M. A. Bakunin, Die Bären von Bern und der Bär von St. Petersburg.

Nicht alle Anarchisten haben den Einsatz von Gewalt, um die heutige Gesellschaft zu zerstören und an ihrer Stelle eine Gesellschaft zu errichten, die von den Prinzipien der freien Föderation, der Selbstverwaltung und der Gewaltlosigkeit geleitet wird, als etwas Schlimmes, Unvermeidbares angesehen. Aber es ist nicht zu leugnen, dass die große Mehrheit dies getan hat, wenn auch nur, um den endgültigen revolutionären Aufstand durchzuführen1; dies wird mit der Beobachtung gerechtfertigt, dass eine herrschende Klasse oder Klassen niemals kampflos die Macht abgegeben haben2.

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Die französisch-spanische Gruppe Los Amigos de Durruti

Gefunden auf ser historico, die Übersetzung ist von uns.


Die französisch-spanische Gruppe Los Amigos de Durruti

Agustín Guillamón, (Balance. Cuadernos de historia, Nummer 32, November 2008, Seiten 11-24)


EINLEITUNG.1

Charles Cortvrint2, Belgier, und Charles Carpentier3, aus Nordfrankreich, beide militante Anarchisten, überquerten am 29. Juli 1936 die französisch-spanische Grenze. Charles „Ridel“ war bereits im Mai 1936 in Spanien gewesen, um am CNT-Kongress in Zaragoza teilzunehmen, und verfasste einen Bericht über diesen Kongress, der in La révolution prolétarienne veröffentlicht wurde. Wenige Tage nach dem Grenzübertritt trafen sie sich in Barcelona mit Abad de Santillán, der ihnen einen Journalistenausweis anbot, den sie jedoch ablehnten, da sie an der Front in Aragon kämpfen wollten. Sie schlossen sich Louis Berthomieux an, einem ehemaligen Artilleriehauptmann, der nun mittellos war und mit den Gitanos in einem Elendsviertel lebte. Angesichts der Ankunft zahlreicher ausländischer anarchistischer Freiwilliger, die nach Spanien ziehen wollten, hatte dieses Trio die Idee, sie zusammenzubringen, um die Internationale Gruppe der Columna Durruti (Durruti-Kolonne) zu gründen. Sie nahmen an der Einnahme von Pina de Ebro und Osera sowie an einem gescheiterten Versuch teil, einen Brückenkopf auf der anderen Seite des Ebro zu errichten. Im September 1936 nahmen 60 Männer der internationalen Gruppe mit großer militärischer Erfahrung als Elitetruppe am Angriff auf Siétamo teil, bei dem sie 37 Tote und Verwundete zu beklagen hatten.

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(1903) LIBERTÄRES KRITERIUM – Anselmo Lorenzo

Von uns aus dem Spanischen übersetzt.


(1903) LIBERTÄRES KRITERIUM – Anselmo Lorenzo

Vortrag gehalten zwischen dem 4. und 26. September 1903 im Centro Fraternal de Cultura in Barcelona und bei der Eröffnung des Centro Obrero in Sabadell.

KAPITEL I

VORBEMERKUNG

Das Wort „Kriterium” gehört zu denen, die das Pech haben, oft wiederholt und nicht so präzise verwendet zu werden, und das liegt an zwei gravierenden Gründen – von sozialer Transzendenz – wichtig sind: erstens, dass unsere Sprache unvollkommen ist, anfällig und reformbedürftig, und zweitens, dass die vorherrschende Heuchelei die Leute dazu zwingt, mehr Wissen vorzutäuschen, als sie wirklich haben, und eine moralische Überlegenheit, von der sie weit entfernt sind.

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(2008) Die Lohnsklaverei II

Geschrieben und veröffentlicht von Grupo Ruptura, die Übersetzung ist von uns.


(2008) Die Lohnsklaverei II

Der folgende Text ist ausdrücklich dazu gedacht, alle vermittelnden Institutionen zu kritisieren, die nicht nur die Natur der sozialen Ordnung nicht hinterfragen, sondern manchmal sogar eine integrierende Funktion in dieser Ordnung ausüben und manchmal die Arbeiterklasse unterdrücken. Die Gewerkschaften/Syndikate als Ausdruck dieser Vermittlung im Klassenkampf verdienen eine gründliche Analyse, und mit dieser Analyse wollen wir einen weiteren kleinen Beitrag zum Kampf ohne Vermittler leisten. Als Erben der revolutionären Arbeiterbewegung greifen wir die Kritik auf, die seit mehr als 30 Jahren vom kritischsten und radikalsten Teil des Proletariats an den sogenannten „Bürokraten”, „Arbeiterverrätern” oder „Streikbrechern”, den „Liquidatoren” der Arbeiterkämpfe, geübt wird. Heute, aufgrund der geringen sozialen Konflikte und des langen Schweigens, das nach der Transition verhängt wurde, werden diese Begriffe kaum noch verwendet, um die Prozesse und Instrumente zu beschreiben, die zur Beseitigung des Arbeiterwiderstands und seiner Assimilation in das derzeitige Disziplinarsystem beigetragen haben, wie beispielsweise die autonomen Kämpfe, die seit den 1970er Jahren entstanden sind. Für eine faire Analyse, die uns für den aktuellen Kampf nützlich ist, müssen wir aber eine Verherrlichung der Arbeiterklasse und ihrer angeblichen historischen Mission vermeiden, einen offenen Dialog mit der Vergangenheit führen und gleichzeitig alte Arbeiterklischees hinter uns lassen. Wie wir in der ersten Ausgabe der Publikation gesagt haben, schadet es nie, mit kritischem Blick zurückzuschauen, um aus den Fehlern und Erfolgen zu lernen. Ausgehend von der Realität, in der wir leben, werden wir verschiedene Themen behandeln, die natürlich zur Diskussion stehen.

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(2007) Die Lohnsklaverei (Teil 1)

Geschrieben und veröffentlicht von Grupo Ruptura, die Übersetzung ist von uns.


(2007) Die Lohnsklaverei (Teil 1)

Dieser Text soll eine Diskussion und kritische Reflexion über die aktuellen Arbeitsbedingungen, ihre Folgen und ihren Einfluss auf die Kämpfe am Arbeitsplatz anstoßen, wobei wir uns immer der Gesamtsituation bewusst sind, dass die prekären Lebensbedingungen weit über eine Hypothek oder einen Lohnjob hinausgehen. Außerdem soll er noch weiter gehen und die Notwendigkeit der Abschaffung der Lohnarbeit und der bourgeoisen Ordnung, die sie stützt, thematisieren. Dazu wollen wir mit einer Reflexion über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Anti-(Lohn)Arbeit-Theorien und -Positionen beginnen.

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Ein paar kritische Gedanken zu „Die nihilistische Phase”

Gefunden auf la nemesi, die Übersetzung ist von uns.


Ein paar kritische Gedanken zu „Die nihilistische Phase”

„Das Kapital, das zum Menschen wird, macht jeden Menschen zum Kapital, jedes Leben zum Wertunternehmen, jeden Menschen zu einem Unternehmen, das ständig in der Schuld seines Sinns steht, ständig Gläubiger des allgemeinen Unsinns.”

Im Laufe des letzten Jahres habe ich im Gespräch mit einigen libertär gesinnten Gefährtinnen und Gefährten oft die Klage gehört, es mangele an theoretischen Beiträgen, die eine organische Sichtweise der Kritik der kapitalistischen Produktionsweise zum Ausdruck bringen, also eine globale Analyse der aktuellen Phänomene und Prozesse wie: der Stand des lokalen und internationalen Klassenkampfs1, die Schulden- und Akkumulationskrise, die weltweit weiter tobt und sich verschärft, die sich ständig weiterentwickelnden Kriegsszenarien, die Migrationsströme, die Transformation des Arbeitsmarktes und der Produktions-/Warenverteilungsprozesse angesichts der bedeutenden Veränderungen in der organischen Zusammensetzung des Kapitals (massive Robotisierung der Anlagen, Einführung der KI) usw.

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(Vetriolo) DIE NIHILISTISCHE PHASE

Gefunden auf la nemesi, die Übersetzung ist von uns. Hier ein Text der in der anarchistischen Zeitung Vetriolo Nr. 7 erschien und sich zwei Fragen widmet. Die Klassenfrage und die Technologie/Wissenschaft. Ein Beitrag der, wie die Antwort die darauffolgend auch publiziert, eine sehr interessante und wichtige Debatte eröffnet. Unsererseits haben wir nur einen wichtigen Einwand, nämlich die abgedroschene Verwendung des Begriffes/Idee/Konzepts, ohne wirklich darauf einzugehen was dieser überhaupt bedeutet, nämlich dass der Kultur (aber auch dass des Volkes, oder in seiner abgeschwächten Form – was nicht wirklich der Fall ist – das Populistische).

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Anarchismus, Antiimperialismus, Kuba und Venezuela: Ein brüderlicher (aber kompromissloser) Dialog mit Pablo Moras

Gefunden auf la haine, die Übersetzung ist von uns. Dieser Text ist nicht wirklich was besonderes und wir haben schon an mehreren Momenten darüber nachgedacht ob wir diesen auch wirklich publizieren sollen. Der Grund warum wir dies dennoch machen, ist sein Beitrag in der selten gestellten Frage – und noch selteneren Auseinandersetzung – aus einer anarchistischen Sicht, an der Kritik am Anti-Imperialismus/Antiimperialismus, anhand der Beispiele Kuba und Venezuela. Diese beiden Beispiele könnten auf viele andere genau so angewendet werden, sie daher auf diese beiden kapitalistischen Bastionen zu reduzieren wäre daher falsch.

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Stoppt den Krieg! Antiimperialismus oder Klassenkampf?

Gefunden auf panfletos subversivos, die Übersetzung ist von uns. Ein paar Bemerkungen zum Text, erstens der Ausbruch der Russischen Revolution von 1917 ging nicht von den Bolschewiki aus, genauso wenig 1918 im Deutschen Reich von den Spartakisten, und die sogenannten Antikolonialkämpfe waren nie ein von den Proleten geführter Kampf, sondern einer lokaler aufstrebenden bourgeoisen Fraktionen die das Proletariat als Masse mit Versprechen in die Irre führten um sie genauso wie von den „fremden“ Herren ausbeuten zu können. Aber all dies wurde ja auch schon vor 60 Jahren kritisiert.


Stoppt den Krieg! Antiimperialismus oder Klassenkampf?

von Instituto de Balística

Wieder ein neuer Krieg…

1. Die israelische Militäraktion in Palästina ist nicht nur brutal, sondern hat auch rassistische und ethnisch-reinigende Züge, sodass es nicht übertrieben ist, sie als Genozid zu bezeichnen, ohne dass man sich dabei in statistische Debatten verstricken muss. Ihre Natur ist jedoch nichts Außergewöhnliches, sondern ein soziales Unterfangen der Zerstörung1 wie alle anderen modernen Kriege, dessen letztendliches Ziel die Eroberung des Gazastreifens und anschließend des Westjordanlandes ist.

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