Update zur Situation in der JVA Köln-Ossendorf VIII

Wie wir über Umwege erfahren haben, wird Hülya im geschlossenen Vollzug jetzt ganz offen von der Abteilungsleiterin Linnartz erpresst.

Die Vollmacht an die Anwältin wurde nicht rausgeschickt, sondern Hülya zurückgegeben. Und der Anwältin, die versucht hat, Kontakt zu Hülya aufzunehmen wurde gesagt, sie hätte ja kein Mandat.

Obwohl sie schon jetzt 23 Stunden auf Zelle („besondere“ Zellen mit Kameraüberwachung) sitzen muss und nur eine Stunde Hofgang (alleine!) am Tag hat, wurde Hülya gedroht, dass ihre Haft schlimmer werden würde, wenn sie sich eine anwaltliche Vertretung nimmt und weiterhin öffentlich macht, was in der JVA vor sich geht. Weiterlesen

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Zur Herdenimmunität

Gefunden auf und übersetzt Ausnahmezustand 2020, Original von finimondo

Es lässt sich nicht leugnen, dass das, was in der Welt geschieht, zumindest den Verdienst hatte, den Menschen verständlich zu machen, was mit Herdenimmunität gemeint ist. Es scheint uns ein entlarvendes Konzept zu sein, das uns in Lage versetzt, dessen Bedeutungsambivalenz perfekt zu verstehen. Wir beziehen uns natürlich nicht auf seine medizinische, sondern auf seine soziale Bedeutung. Im Gesundheitsbereich ist dessen Verwendung fast schon pathetisch, eine echte Mystifizierung, die Verwirrung schürt, indem sie eine Immunität verspricht, die es nicht geben kann. Die Immunität, die wirkliche, ist ein erwiesener und tatsächlich dauerhafter Zustand, der nur auf natürliche Weise erworben werden kann, indem man eine Krankheit (jedoch nicht irgendeine Krankheit) durchläuft. Mit der Impfung erhält man das genaue Gegenteil. Im besten Fall versuchen wir, die Krankheit zu vermeiden, indem wir künstlich eine biologische Abwehr aufbauen, die nur bis zum Beweis des Gegenteils unüberwindbar ist, und die oft und gerne vorübergehenden Charaker aufweist. Es ist sowohl ein Amulett gegen die Krankheit als auch ein Mittel gegen Faulheit, eine industrielle Abkürzung für den langen anstrengenden Prozess, die eigene Immunabwehr zu stärken. Man hat sicherlich eine Bild jener im Kopf, die “gesund bleiben”, indem sie ein Pille nach der anderen nehmen, anstatt sich die Mühe zu machen, über sich selbst Bescheid zu wissen und für sich selbst zu sorgen. Sie essen schlecht und nehmen Medikamente ein, schlafen schlecht und nehmen Medikamente ein, leben schlecht und nehmen Medikamente ein. Sind die Muskeln des mit Steroiden bepackten Bodybuilders vergleichbar mit den Muskeln des Turners, der täglich trainiert? Bei der Impfung passiert dasselbe. Genau deshalb schadet die Impfung, wie auch die Einnahme von Medikamenten und Steroiden, mehr als dass sie gut tut, sie vergiftet und schwächt den Körper weiter. Dies vorausgeschickt, welchem Arzt, der von einem aussergewöhnlichen Sinn für Humor versehen zu sein scheint, ist es eingefallen, die Menschheit mit einer Herde zu vergleichen? Weiterlesen

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Covid-19: Mord des Kapitals

Gefunden auf  materiales x la empanciapcion, ursprünglich von Barbaria.net

Menschen in Haft, Krankenhäuser und Intensivstationen, die nicht mehr mithalten können, Wohnhäuser, die zu Leichenschauhäusern werden; Brauereien oder Flugzeugmotorenfabriken, die offen stehen, Neubauten auf leeren Straßen, Gärtner in den Parks, öffentliche Verkehrsmittel voller Arbeiter; das Militär, das Wache hält, Guardia Civil, die anhalten und Geldstrafen verhängen, Polizei, die auf den Plätzen Razzien gegen Immigranten durchführt…

In diesen Tagen sind wir Zeugen einer Beschleunigung unserer historischen Zeit. Das Coronavirus erfindet nichts; es ist eine Pandemie, die durch die Logik des Kapitals verursacht wird und die wiederum die systemische Krise des Kapitalismus beschleunigt. Wir halten es für wichtig, eine kleine Einschätzung der Katastrophe, die wir erleben, vorzunehmen.

Was alle Regierungen besorgt, ist die Gesundheit der nationalen Wirtschaft und nicht die der Menschen. Deshalb haben am Anfang alle das Virus verharmlost, indem sie sagten, dass im April alle es vergessen hätten, und darauf bestanden, das normale Leben fortzusetzen: das der Produktion und der kommerziellen Zirkulation, das der Arbeitsplätze und des Konsums, das der Demonstrationen wie am 8.März oder der Fussballveranstaltungen. Alles läuft gut im Reich der Waren, sagte uns Ada Colau, als sie darauf bestand, den Mobile World Congress abzuhalten.

Regierungen werden nur dann aktiv, wenn sie überfordert sind, von Pedro Sánchez bis Conte, von Xi Jinping bis Boris Johnson und sogar Donald Trump. Was sie bewegt, ist nicht die Gesundheit der Menschen, sondern die Sorge, dass die Verbreitung des Virus die Produktion und den Warenverkehr stört. Was sie beunruhigt, ist, dass es ihre Welt, die Welt des Kapitals, durch den Tod von Millionen von Menschen in den unmittelbaren Zusammenbruch stürzen wird. Deshalb stoppt die spanische Regierung einige Produktionssektoren erst dann, wenn es mehr als 6.000 offizielle Todesfälle gibt (El País, der keineswegs des Antikapitalismus verdächtigt wird, räumt ein, dass die tatsächlichen Todesfälle viel höher liegen). Und natürlich muss der Arbeitstag bis zum letzten Tropfen unseres Blutes an die Unternehmen zurückgegeben werden. Weiterlesen

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[Analyse] Viren und Tests der Techno-Welt

Gefunden auf Contramadriz

von https://plagueandfire.noblogs.org/  (Original auf https://roundrobin.info/)

Die Ereignisse dieser letzten Periode sind eine Zusammenfassung dessen, was wir wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft sehen werden; kurz gesagt, die Veränderung in diesen Wochen zeigt eine Umstrukturierung, die viel tiefer und nachhaltiger ist als die Verbreitung eines Virus.

Drei Elemente sind als Rückgrat dieser neuen Gesellschaft, mit der wir konfrontiert sind, miteinander verflochten.

DEGLOBALISIERUNG

Als die Nachricht von dem Virus in Umlauf kam und China die ersten Schritte zur Schließung unternahm, geschah etwas völlig Neues: Eine der wichtigsten produzierenden Mächte, einer der Orte, der die Produktion für die multinationalen Konzerne der halben Welt sichert, wurde gestoppt. Diese Situation hat uns die Möglichkeit gegeben, aus erster Hand einen Trend zu sehen, der in jüngster Zeit zu beobachten ist, in der sich die Beziehungen zwischen den kapitalistischen Volkswirtschaften verändern.

Bis vor kurzem basierte das kapitalistische System auf dem, was man Globalisierung genannt hat, denn global war das System der Ausbeutung mit der Möglichkeit, in allen Teilen der Welt und dort zu produzieren, wo es am günstigsten war. Die Globalisierung brachte jedoch ein Problem mit sich, die gegenseitige Abhängigkeit zwischen den Mächten: Die Produktion eines bestimmten Landes, selbst eines mächtigen wie der Vereinigten Staaten, begann von einem anderen Land, zum Beispiel China, abzuhängen; seine Lieferungen von Materialien für die Herstellung von Gütern waren nicht mehr an Rohstoffe, sondern an die Beziehung zu einem anderen Staat gebunden. Die Zerbrechlichkeit dieser Beziehung entstand, als hinter dem Handel mit technologischen Gütern und Dienstleistungen die lange Hand der Kontrolle über die eigenen Daten und Informationen des Landes stand. Deshalb hat ein Land wie die Vereinigten Staaten, das den Imperialismus zu seiner Identitätsflagge gemacht hat, in den letzten Jahren darauf gedrängt, dass alle Staaten bei der Schaffung des 5G-Netzes ihre Türen für Huawei schließen, und auf der anderen Seite investiert es Milliarden von Euro in die Suche nach Rohstofflieferungen auf seinem eigenen Boden oder erhebt Zölle auf Waren aus einem Land wie China. Mit anderen Worten, eine der Großmächte aus wirtschaftlicher und politischer Sicht beginnt, sich zu deglobalisieren, die Ausbeutung wieder in ihr eigenes Haus zu holen, weil vielleicht die Ära der Globalisierung ihren Niedergang begonnen hat. Weiterlesen

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[Analyse] Von der sozialen Kontrolle zur Gedankenkontrolle

Veröffentlich am 25. März, 2020 auf Contramadriz

Dass es so etwas wie soziale Kontrolle gibt, durch die der Großteil des Körpers einer Gesellschaft überwacht, gelenkt und zu einer Reihe von Verhaltensweisen geführt wird, die für Regierungen und andere Mächte bequem sind, ist mehr als offensichtlich. Verschiedene politische Trends prangern diese Tatsache seit Jahrzehnten an, und viele Disziplinen untersuchen das Wie und Warum dieser sozialen Kontrolle. Es geht im Grunde genommen darum, dass die Bevölkerung schweigt, während sie von ihren Führern und anderen Parasiten gefickt wird, oder, wenn sie die Nase voll hat, dass ihre Genugtuung durch einen sanften und umgelenkten Protest kanalisiert wird, aus dem diese Eliten Nutzen ziehen oder ihn zumindest so wenig wie möglich ihren Interessen schaden können. Massenveranstaltungen, Moden, Gedankengänge (außerhalb der Universitäten), technologische Geräte, Drogen, alle Arten von Freizeit und sogar Gesundheit oder Arbeit und materielle Bedingungen sind die mächtigsten Elemente der sozialen Kontrolle, aber nicht die einzigen.

Der Sport macht uns bewusster, wer für welchen Verein oder das letzte Spiel unterschreibt, als unsere eigenen Probleme, so dass wir sehen können, wie Tausende von Menschen einen Kontinent durchqueren, um eine Sportveranstaltung zu sehen, oder die kommen, um Demonstrationen gegen Fußballschiedsrichter abzuhalten, während Elend oder Ungerechtigkeit (oder beides) in ihren Gesichtern explodiert. Eine Möglichkeit, sich auszutoben… wie jemand, der ins Fitnessstudio geht oder an einem Wochenende an der Tür einer Diskothek einen Kampf sucht. Durch Mode oder soziale Netzwerke werden wir uns der Diät, die wir einhalten müssen, weil sie cool oder super respektvoll gegenüber der Umwelt ist, oder die ihren Arsch in ihrem Instagramm gezeigt haben, bewusster sein, als dass wir uns bewusst sind, was mit unserem eigenen Leben los ist oder wie wir tagein, tagaus mit Füßen getreten werden. Die Technologien machen uns abhängig, unterwürfig und dumm, indem sie unser Verhalten auf das Diktat von 180 Zeichen, auf den Piepton eines Gerätes oder weil wir ohne sie immer weniger Dinge tun können, modifizieren. Außerdem können wir dank dieser Technologien sehen, wer seinen Arsch im Instagram oder im Finale der Champions League gezeigt hat. Die moderne ideologische Mode zwingt Sie dazu, mit denen zu kämpfen, die so abgefuckt sind wie Sie, bevor Sie mit denen kämpfen, die unsere Ausbeutung und Unterdrückung anführen. Und es versteht sich von selbst, wie sie uns durch die Erpressung der Arbeit kontrollieren (wenn man auf der Straße protestiert, gibt es Tausende wie Sie, die sich für den Job entscheiden) oder wie sie uns in der Frage der Gesundheit von den Ohren weg dorthin bringen, wo sie wollen, etwa indem sie uns in Panik mit dem Coronavirus töten (der übrigens wie von Zauberhand die Unruhen und Revolten in Orten wie Chile, Libanon, Iran oder Hongkong, Bolivien gelöscht und die Spannung in Katalonien sogar noch gesenkt hat). Weiterlesen

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Update zur Situation in der JVA Köln-Ossendorf VII

Wir haben heute erfahren, dass Hülya weiterhin im geschlossenen Vollzug in der JVA Köln-Ossendorf ist, jetzt in einem anderen Trakt (=Hafthaus). Als sie am 20.03 vom offenen Vollzug in den geschlossenen Vollzug strafverlegt wurde, haben die Schließer*innen sie zunächst 24 Std in die Strafzelle, den „Bunker“ gesteckt,
wo ihr alles komplett abgenommen wurde und sie nicht mal einen Stift, eigene Kleidung oder Tabak hatte, genauso wie der Knast es mit den rebellischen, kämpferischen oder nicht „anpassungsfähigen“ Gefangenen macht, um sie zu bestrafen und zu quälen… Und dass nur deshalb, weil Hülya einen Hungerstreik als Protest gegen die Verhältnisse im offenen Vollzug begonnen hatte. Diesen Hungestreik hatte sie aber auch schon
am 21.03. wieder beendet.

Am Freitag den 27.03 genehmigte die Staatsanwaltschaft Aachen die vorzeitige Entlassung Hülyas.
Wie wir heute wissen, hat sich daraufhin eine Frau Lennartz (scheinbar eine Abteilungsleiterin in der JVA) erfolgreich bemüht, diese Entlassung zu verhindern. Offensichtlich einfach nur aus sadistischen Motiven.

Hülya ist trotzdem stark, sie lässt sich nicht brechen, sie ist sehr glücklich über all die Unterstützung und Solidarität…

Und freut sich weiterhin über Post.

Hülya A.
Buchnummer 83209
Rochusstrasse 350
50827 Köln

Solidaritat mit Hülya und alle Kämpfer*innen
Freiheit für alle Gefangenen
Nieder mit allen Knästen

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Das trojanische Pferd vom Coronavirus: Ausnahmezustand und die Repression normalisieren

Aus der Webseite der anarchistischen Publikation Todo por Hacer entnommen.

2007 veröffentlichte Naomi Klein die Schock-Strategie: Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus, eine wichtige Studie, die erklärte, dass die unpopulärsten Reformen des Neoliberalismus (entworfen von Milton Friedman und der Chicagoer Schule) nach traumatischen Ereignissen, die sich auf die Sozialpsychologie auswirkten (Schocks), durchgesetzt wurden. Globale Umwälzungen wie der Falklandkrieg (1982), der Tsunami in Indonesien (2004), 9/11 (2001) oder der Hurrikan Katrina, der New Orleans verwüstete (2005), wurden genutzt, um die Klassenunterschiede durch die Verabschiedung ultraliberaler sozioökonomischer Reformen, die den Wohlfahrtsstaat untergruben, zu vertiefen.

Dreizehn Jahre später wird die Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern der Welt (insbesondere in Europa) als „die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“ betrachtet. Mit anderen Worten: der größte soziale Schock auf globaler Ebene seit siebzig Jahren.

Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels ist ein Drittel der Weltbevölkerung eingeschlossen, wobei Indien sich den von den meisten westlichen Staaten gebilligten Befehlen angeschlossen hat und China ist davor durch diese Massnahmen gegangen. Diese Massnahmen zur Eindämmung der Epidemie werden dank ausserordentlicher rechtlicher Mittel, wie z.B. Alarmzustände, umgesetzt und von anderen Entscheidungen begleitet, die sonst nie toleriert worden wären: die Geolokalisierung unserer Mobiltelefone zur Untersuchung des Verhaltens der Bevölkerung, die Schaffung einer beispiellosen biologischen Datenbank (insbesondere in Südkorea) und die Entsendung der Armee auf die Strasse, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Alarmzustand im spanischen Staat

Am 14. März verhängte die Regierung den Ausnahmezustand, in dessen Rahmen sie die Bewegungen der gesamten Bevölkerung kontrolliert. Anstatt die Bemühungen auf einen sozialen Schockplan zur Bewältigung der Folgen dieses Szenarios zu konzentrieren, besteht seine prominenteste Arbeit auf der Straße in der Verhaftung von Hunderten von Menschen, in vielen Fällen mit großer Gewalt durch die Polizei (929 Verhaftungen in der ersten Woche des Alarmzustandes) und der Verhängung von Zehntausenden von Geldstrafen (102.000 in dieser Zeit). Wir sind gezwungen, zu Hause zu bleiben, und doch sind viele Menschen angesichts der sozialen Situation, in der wir leben, gezwungen, zur Arbeit zu gehen, ohne einen entsprechenden Arbeitsplatz zu haben. Sie ziehen uns lieber tot als unproduktiv vor[1]. Weiterlesen

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Die Krise als Moment der sozialen Herrschaft

von Juanma Agulles / Ekintza Zuzena

Dieser Artikel wurde nach der „Krise“ von 2009 geschrieben, von eindrucksvoller Aktualität

1) Eine der schlimmsten Folgen der Konsolidierung des Diskurses über „die Wirtschaftskrise“ ist das Wiederauftauchen linksgerichteter Tendenzen/Ideen, die einen Refrain singen, der mehr oder weniger so klingt wie „wir hatten es schon gesagt: der Kapitalismus versinkt von selbst, und jetzt sind wir dran“.

Es ist klar, dass ihre Proklamationen und ihre Vorstellung von der Finanzkrise als einer vorrevolutionären Phase Lichtjahre von einer Realität entfernt sind, in der die sozialen Konflikte in den am stärksten von der Rezession betroffenen Ländern völlig eingedämmt sind.

Aber diese Trennung von der Realität ist nichts Neues für einige revolutionäre Grammatiken, die ihr Subjekt verloren haben und seit langem in der fantastischen Welt der Wahren Lehre leben. Deshalb wird der Diskurs über die Krise für sie als eine Gelegenheit präsentiert, ihre abgenutzte Rhetorik an der neuen Fetisch-Konzept zu verankern, und sie halten an so bedeutungslosen Parolen wie „die Krise, die von den Reichen bezahlt werden muss“ fest.

Durch Unterlassung die Idee zu festigen, dass es vor dieser angeblichen Katastrophe etwas Ähnliches wie eine Gesellschaft im vollen Aufstieg zum ewigen Glück gab. Dass die Arbeiterklasse in ihrer angeborenen Güte nicht an dem zehnjährigen Fest teilgenommen hat, das das, was uns heute erzählt wird, vorbereitet hat, ist das Ende des Kapitalismus.

Als Kulisse ihrer ideologischen Flämmchen, befindet sich der Aufruf für die Stärkung des Staates in seiner Rolle als Garant einer realen und produktiven Wirtschaft angesichts der üblen Spekulations- und Finanzwirtschaft. Daher ist jede Ähnlichkeit der Realität mit ihrer Analyse des Kapitalismus rein zufällig. Anstatt etwas zu klären, nehmen sie es auf sich, die Wahrheit der Dinge so weit wie möglich zu verschleiern und bieten ihre vereinfachenden Erklärungen an, die perfekt zu der Theologie passen, die ihre Doktrinen inspiriert.

Das Schlimmste ist, dass diese selbsternannten „antikapitalistischen“ Behauptungen dazu bestimmt sind, von denen gehört zu werden, die auf eine verstärkte staatliche Einmischung in öffentliche Angelegenheiten als Mittel zur Reaktivierung der Wirtschaft setzen. Die Tatsache, dass die größte Offenbarung der selbsternannten libertären Ökonomen – wir werden sie später zitieren – darin besteht, den Trend des sinkenden BIP umzukehren, gibt den Maßstab dafür, wo die Sozialkritik steht. Weiterlesen

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[Chile] Anarchistische Perspektive gegen die Pandemie des Coronavirus

An einem besonders chaotischen Freitagnachmittag leitet Piñera (A.d.Ü., Präsident von Chile) die landesweite Medien auf die Pandemie ein. Seit Anfang März ist die Angst vor dem Virus langsam ins Gespräch gekommen: zwischen der aufgeregten Rückkehr in die Unterrichtsklassen, die eine Replik (wie ein Erdbeben) des Oktoberaufstandes sein will, den massiven feministischen Demonstrationen, der Radikalisierung der reaktionären Sektoren und der bevorstehenden Volksabstimmung gewinnt sie immer mehr an Bedeutung.

Die internationale Situation ist nicht weniger komplex. Im vergangenen Jahr begann eine neue Weltwelle der Revolten gegen die kapitalistische Normalität, und die viel manipulierte „Institutionalität“ scheint von allen Seiten zusammenzubrechen und lässt nicht nur Raum für aufständische Kreativität, sondern auch (und nie so leicht zu unterscheiden) für Populismen und Faschismen aller Art.

Die Wirtschaft verliert seit einiger Zeit an Fahrt, aber der Handelskrieg zwischen zwei untergehenden Mächten, der produzierte Anstieg des Ölpreises und die durch das Coronavirus verursachte Lähmung bildeten den perfekten Sturm, um die Börse und ihr Gewirr spekulativer Fiktionen im freien Fall zu verlassen.

In diesem Zusammenhang kommt die Krankheit in unser Gebiet, wobei der Ausnahmezustand noch frisch in unserer Erinnerung ist. Es beginnt in den reicheren Viertel, und wir freuen uns fast, bevor wir uns daran erinnern, dass sie nicht die ersten sein werden, die unter den Folgen leiden werden. Die Regierung kündigt, immer zu spät, ihre Maßnahmen an. Sie reichen eindeutig nicht aus, und ihr einziges Ziel ist es, den freien Kapitalverkehr zu gewährleisten. Einige (die gleichen, die an jeder Ecke Inszinierungen sehen) flüstern, dass es eine Strategie sei, das scheinbar so gefährliche Plebiszit abzusagen. Aber wir sind uns darüber im Klaren, dass inteligente Faschisten die Wahlen befürworten und dass die Inkompetenz der Regierung nicht mehr als ihre eigenen Klasseninteressen gerechtfertigt werden muss. Weiterlesen

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Aktualisierung über Gabriel Pombo da Silva (27.03.2020)

Wir erinnern daran das unser anarchistische Gefährte Gabriel in Portugal am 25. Januar, nach eineinhalb Jahren Klandestinitä, festgenommen wurde.

Während seiner Inhaftierung in den Zellen der Bullen in Porto, hat die Verteidigung sich daran gemacht, damit er sofort entlassen wird, so wie es das Recht es „vorsieht“. Aber wie wir wissen ist das Recht umgekehrt proportional zu der Macht und Portugal hat es bewiesen sie unter der Macht des spanischen Staates stehen, welcher unseren Gefährten fertig machen will.

Sie haben es nicht mit 32 Jahren schwedischer Gardinen, Isolation, Folter und Schikane aller Arten geschafft. Wie können sie jetzt denken das sie es jetzt schaffen werden?

Mercedes Alcázar Navarro (Richterin des Gerichtes Nummer 2 in Girona), egal auf welcher Weise, versucht es sich hartnäckig. Dank der engen und unterwürfigen Zusammenarbeit ihrer portugiesischen Kollegen, hat sie es geschafft den Obersten Gerichtshof von Lisabon davon zu überzeugen, ihr Recht zu geben.

Heute am 27. März haben wir erfahren dass der eben genannte Gericht sich für die Auslieferung von Gabriel in den spanischen Staat ausgesprochen hat. Die Bestätigung dass dieser Urteil Früchte getragen hat, liegt auf der Zusammenarbeit von zwei Ländern die nur drei Tage gebraucht hat ( die Berufung welches von der Verteidigung am 5. März präsentiert wurde, kam am nächsten Tag an, die Richter bearbeitet diese am 23. März und legten den Urteil am 26. März fest!!!) Weiterlesen

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