Roi Ferreiro, Gegen den politischen Fetischismus (Kritik des „plattformistischen“ Anarchismus oder Anarchobolschewismus.)

Von uns übersetzt, der Hauptgrund für diese Übersetzung liegt auf seiner, am Ende erscheinende, Kritik am Plattformismus. Ansonsten beschäftigt sich der Text mit der historischen Frage um die Organisation(-sfrage) und woraus sie resultiert. Sprich auch der Spannungsfeld von vermeintlichen revolutionären Minderheiten. Eine Sache die uns an den Text missfällt ist der mythologische und fetischisierte Bezug auf die Demokratie als ein Konzept welches uns als Revolutionäre überhaupt dienlich sein könnte, was es nicht ist. Einerseits lehnt der Autor diesen Begriff ab, weil dieser nur ein Instrument der herrschenden Klasse ist, anderseits verteidigt er diesen sporadisch als ein Werkzeug damit revolutionäre Minderheiten die Oberhand in sozialen Spannungen (als Form der Selbstorganisierung die nicht rekuperiert werden kann) gewinnen könnten. Es gibt nicht verschiedene Arten der Demokratie die antagonistisch zu einander stehen (Direkte Demokratie, Arbeiterdemokratie, bourgeoise Demokratie, Rätedemokratie, usw.), sie alle entspringen derselben Logik, sowohl das Subjekt wie das Kollektiv, nämlich die Theorie von der Praxis, zu trennen. Eine Trennung zwischen dem Handeln (Aktion) und dem Denken. Für Roi Ferrero ist in diesem Text Demokratie eine quasi Metapher für die historische Kampfpraxis und Kampfselbstorganisation des Proletariats was als Räte/Sowjets bezeichnet wird. Aber es sind auch gewisse rätekommunistische Tendenzen und Denker die gerne über Rätedemokratie reden, also ob die Demokratie Ausdruck von Selbstorganisation wäre. Demokratie von der jetzigen Herrschaft zu trennen, die sich ja zu Recht Demokratie nennt, ist ein Fehler des Autoren, den wir hier so nicht stehen lassen können. Hier wird wieder einmal Demokratie mit Befreiung verwechselt. Wir lehnen solche Jongliertricks ab. Als Anarchistinnen und Anarchisten müssen wir immer und überall unser Maximalprogramm verteidigen, die Zerstörung des Staates und des Kapitals.

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Roi Ferreiro, Die Frage des Neoplatformismus

Wir haben diesen Text ausgegraben und übersetzt, weil es sich mit elementaren Frage in der Auseinandersetzung/Kritik um den Plattformismus auseinandersetzt. Was einige der Schlussfolgerungen angeht, sind wir zwar mit dem Aufbau der Gedanken einverstanden, weil es sich immer um die Überprüfung der Theorie durch die Praxis handelt, aber nicht mit diesen Schussfolgerungen einverstanden. Der Autor begeht eigentlich denselben Fehler den er am Ende anderen Kritikern des Plattformismus vorwirft, einer der bei allen plattformistischen Gruppen selbst zu finden ist, sie (plattformistische Sekten – jene die diese Idee noch für aktuell und relevant halten – und Roi Ferrero) verwechseln ein Organisationsvorschlag der fast hundert Jahre alt ist, mit der gegenwärtigen Auslegung. Genauso wie die CNT, egal wie viele anarchistische Lieder sie besingen in denen es nur um heroischen Tod, Aufständen und sozialem Klassenkrieg geht, egal wie oft sie Durruti, Ascaso, Matteo Morral, Francisco Sabater usw. als Märtyrer glorifizieren, hat dies weder mit ihren Theorie und Praxis zu tun. Aber ob diese Organisationsvorschläge überhaupt damals wie heute richtig gewesen sei, kommt nicht vor.

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Ein paar Gedanken zum theoretischen Irrweg im heutigen anarchistischen Denken

Ein weiterer Text aus Lateinamerika der sich in der Kritik am Plattformismus übt, die Übersetzung ist von uns.


Ein paar Gedanken zum theoretischen Irrweg im heutigen anarchistischen Denken

Vertrauen wir also auf den ewigen Geist, der nur zerstört und vernichtet, weil er der Ursprung der ewigen Schöpfung und allen Lebens ist. Die Lust der Zerstörung ist gleichzeitig eine schöpferische Lust.“M. Bakunin

Reißt alle Gebäude nieder, die in irgendeiner Weise ein Symbol der Unterdrückung darstellen. Keine Spur der Vergangenheit darf respektiert werden. Es ist notwendig, ein für alle Mal mit allen staatlichen, rechtlichen, religiösen, administrativen Institutionen usw. abzurechnen. Alle Denkmäler, die als Versammlungsort für irgendeine Autorität dienen könnten, müssen gnadenlos und ohne Reue zerstört werden…L´Indicatore anarchico

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Anmerkungen zu einer Kritik des Maoismus

Auf libcom gefunden, die Übersetzung ist mit uns. Wir werden in Zukunft uns mehr mit der Kritik an dem Maoismus beschäftigen, dies ist der erste explizite Text dieser Reihe.


Anmerkungen zu einer Kritik des Maoismus

Hinweis für den Leser: Der folgende Text wurde auf Wunsch eines Gefährten von der Westküste geschrieben, nachdem sie im August 2012 an der Konferenz „Everything for Everyone“ in Seattle teilgenommen hatten, bei der viele Mitglieder der „sanften maoistischen“ Kasama-Strömung anwesend waren. Es handelt sich um eine sehr knappe Darstellung der Geschichte des Maoismus, die keine vollständige „linkskommunistische“ Sichtweise vermittelt und beispielsweise die heftigen Debatten über mögliche Bündnisse mit der „nationalistischen Bourgeoisie“ in der kolonialen und halbkolonialen Welt auf den ersten drei Kongressen der Kommunistischen Internationale auslässt. Sie wurde in erster Linie geschrieben, um einer jungen Generation von Militanten, die den Maoismus vielleicht gerade erst entdecken, einen kritisch-historischen Hintergrund zu vermitteln. – LG.

Der Maoismus war Teil einer breiteren Bewegung im 20. Jahrhundert, die man als „bourgeoise Revolutionen mit roten Fahnen“ bezeichnen könnte, wie in Vietnam oder Nordkorea.

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Die Mythologie der großen proletarischen Kulturrevolution und die chinesische Ultralinken – Donald Parkinson

Gefunden auf libcom, die Übersetzung ist von uns.


Die Mythologie der großen proletarischen Kulturrevolution und die chinesische Ultralinken – Donald Parkinson

Die Große Proletarische Kulturrevolution wird von vielen Maoisten als der Höhepunkt des Kommunismus in der Geschichte der Menschheit angesehen. Maoisten wie die RCP und Kasama und noch mehr anarchistische Linke wie Michael Albert sehen in diesem Ereignis einen Beweis für das befreiende Potenzial des maoistischen Gedankenguts. Die Neue Linke war im Allgemeinen von den Ereignissen in China begeistert, und radikale Zeitungen aus dieser Zeit sind voll von Mao-Porträts und Zitaten aus dem Kleinen Roten Buch. Der Slogan „Es ist richtig zu rebellieren” ließ die Maoisten anarchistischer erscheinen als die Anarchistinnen und Anarchisten, die „Härtesten” der Revolutionäre.

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(Situationistische Internationale) Der Explosionspunkt der Ideologie in China

Le point d’explosion de l’idéologie en Chine” ursprünglich als ein Flugblatt rausgebracht, wurde dann in der Ausgabe Nummer 11 derInternationale Situationniste #11 (Paris, Oktober 1967), neu gedruckt. Erster Text der Textreihe Kritik am Leninismus (Schwerpunkt Maoismus).


(Situationistische Internationale) Der Explosionspunkt der Ideologie in China

Heute ist die Auflösung der internationalen Assoziation der totalitären Bürokratien eine vollendete Tatsache. Um noch einmal die Worte der im Juli 1965 in Algerien von den Situationisten veröffentlichten ‘Adresse’ zu gebrauchen, sind der unabänderliche ‘Zusammenbruch und das Zerbröckeln des Bildes der Revolution’, das die ‘bürokratische Lüge’ der gesamten Kapitalistischen Gesellschaft als deren Pseudonegation und tatsächliche Unterstützung entgegengesetzt hat, offenkundig geworden. Das gilt zuerst auf dem Gebiet, auf dem der offizielle Kapitalismus das größte Interesse daran hatte, den Betrug seines Gegners zu unterstützen – und zwar bei dem globalen Zusammenstoß der Bourgeoisie mit dem angeblichen ’sozialistischen Lager’. Trotz Versuchen jeder Art, es wieder zusammenzubringen, ist das, was schon nicht einmal sozialistisch war, nun auch kein Lager mehr.

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Israel/Palästina/Iran und sonstwo: Feinde des Vaterlands! Immer für den Verrat am Vaterland!

Israel/Palästina/Iran und sonstwo: Feinde des Vaterlands! Immer für den Verrat am Vaterland!


Die Diktaturen verschleiern stets den ökonomischen Charakter der Gewalt und die Demokratien stets den Gewaltcharakter der Ökonomie.“ Bertolt Brecht

In der kapitalistischen Gesellschaft, wo nicht nur alle Menschen untereinander in Konkurrenz stehen, sondern genauso auch alle Nationen-Staaten, leben wir alle in einem ständigen Zustandes des Krieges. Auf militärischer Ebene gibt es zwei Formen, entweder man ist mitten drin, oder man befindet sich in einem Zustand der Vorbereitung. Warum bekleiden, ernähren, trainieren, rüsten, verpflegen (fast) alle Nationen-Staaten1, ein stehendes Heer? Die meisten falschen Kritikerinnen und Kritiker der herrschenden Ordnung haben wohl am Ende gedacht diese Heere seien als bloßes Ornament nur zu dekorativen Zwecken gedacht, würden nicht die Interessen und Souveränität einer jeden Nation-Staat mit der Waffen schützen und durchsetzen. Dann gibt es auch noch den ökonomischen Krieg um das nackte Überleben in welchem unzählige Proleten täglich sterben.

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SOLANGE ES EINEN STAAT GIBT, WIRD ES KEINEN FRIEDEN GEBEN

Gefunden auf la nemesi, die Übersetzung ist von uns. Ein begrüßenswerter Text aus Italien, der zwar alle Nägel auf den Kopf trifft, aber am Ende im Krieg in Gaza es nicht schafft seine Kritik gegen alle Kriege des Kapitals kohärent zu formulieren, weil er den sogenannten „bewaffnete(n) Widerstand des palästinensischen Volkes“ eine quasi revolutionäre Stellung gibt, seine interklassistische Funktion (palästinensische Volk) als falsche monolithische Einheit darstellt. In Gaza gibt es eine Klassengesellschaft und konsequenterweise kann eine falsche Formulierung (Volk) es nicht schaffen auf die realen Feinde zu deuten, nämlich die herrschenden Klassen aller Länder, und eben auch jener in Israel und Palästina. Denn in Israel, sowie in Gaza-Westjordanland (Palästina) gibt es antagonistische Interessen, diametral entgegengesetzte Realitäten und alleine durch die Klassenfrage, werden diese Kriege anders erlebt, sowie überlebt. Während das Proletariat nur als Kanonenfutter dienen wird, gehen die Bonzen nicht nur nicht an die Front, sondern verlassen auch das Land. Die Bourgeoisie kann sich in Sicherheit wiegen (Bunker, Flucht), die Proleten, falls sie noch welche haben, zusammengekauert in ihren Wohnungen, Kellern, Zellten in Flüchtlingslagern oder unter Ruinen, warten ab, bis die nächste Bombe einschlägt.

Dennoch, wir grüßen jede anarchistische Initiative oder Gruppe die genauso vehement gegen Staat-Kapital-Nation kämpft wie Sabotiamo la guerra tun. Salud


SOLANGE ES EINEN STAAT GIBT, WIRD ES KEINEN FRIEDEN GEBEN

Stellungnahme der Versammlung „Sabotiamo la guerra“ zum Krieg zwischen Israel und Iran

Der Angriff Israels auf den Iran in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni ist ein dramatischer Schritt in Richtung einer Globalisierung des Krieges. Nach über drei Jahren Krieg zwischen der NATO und der Russischen Föderation in der Ukraine und nach zwei Jahren Genozid in Gaza eskalieren die starken Spannungen in Westasien zu einem neuen Krieg zwischen regionalen Mächten, die beide über hochtechnologische Waffen und eine Atomindustrie verfügen und der sofort mit einem ebenso skrupellosen wie kriminellen Angriff auf iranische Atomanlagen begonnen hat.

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(Alfredo Maria Bonanno) Nein zum palästinensischen Staat

Veröffentlicht in „Provocazione”, Nr. 18, Dezember 1988, die Übersetzung ist von uns.


(Alfredo Maria Bonanno) Nein zum palästinensischen Staat

Im Zuge des Volksaufstands in den besetzten Gebieten des Gazastreifens und des Westjordanlands hat die PLO den palästinensischen Staat gegründet.

Was viele sicher als etwas Positives sehen, können wir nur als Rückschritt betrachten, als Abkehr von dem richtigen und produktiven Weg, den die palästinensischen Kämpfe in den letzten Monaten eingeschlagen hatten.

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Von Gaza zum globalen Konflikt: Kapitalistischer Krieg und internationalistische Solidarität


Gefunden auf materiales x la emancipación, die Übersetzung ist von uns.


Von Gaza zum globalen Konflikt: Kapitalistischer Krieg und internationalistische Solidarität

Seit mehr als 20 Monaten führt Israel einen beispiellosen Angriff auf die palästinensische Bevölkerung in Gaza. Der Krieg Israels richtet sich bewusst gegen zivile Ziele, nimmt genozidale Ausmaße an und zerstört fast vollständig Infrastruktur, Häuser, Krankenhäuser, Schulen und Menschenleben. Er hat zur massiven Vertreibung von Palästinenser aus ihren Häusern geführt, mit dem Ziel, eine ethnische Säuberung durchzuführen, die die Ausweitung der Siedlungen im Rahmen der Vision eines „Großisraels” erleichtern soll. Gleichzeitig dienen die Militäroperationen Israels in Gaza und in der gesamten Region (Libanon, Syrien, Iran) als Speerspitze für den imperialistischen „westlichen“ Block, um die Machtverhältnisse zu verändern und eine neue Ordnung im Nahen Osten durchzusetzen, die direkt mit dem größeren Konflikt zwischen den imperialistischen Blöcken verbunden ist. Offensichtlich haben diese Militäroperationen Früchte getragen, indem sie die Hisbollah im Libanon geschwächt, zum Sturz Assads beigetragen, den Einfluss Russlands in Syrien verringert und dem Iran schwere Schläge versetzt haben.

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