(2026) Anmerkungen zu Venezuela

Gefunden auf proletarios revolucionarios, die Übersetzung ist von uns.


Anmerkungen zu Venezuela

Was heute in Venezuela passiert, haben wir schon 2015 vorhergesehen, analysiert und dazu Stellung genommen: https://proletariosrevolucionarios.blogspot.com/2015/05/notas-sobre-venezuela-2015.html1

Angesichts all des Unsinns, der in den Medien und sozialen Netzwerken dazu verbreitet wird, halten wir es für wichtig, drei Punkte dieses Artikels hervorzuheben und zu aktualisieren:

1. Die kommunistische Theorie legt mehr Wert auf Klassenanalyse als auf geopolitische Analyse und sogar auf ökonomische und politische Analyse:

Die USA marschieren in Venezuela vor allem ein, um einen unkontrollierbaren Aufstand der Arbeiterklasse sowohl in Venezuela als auch in den USA selbst zu verhindern, weil die Lebensbedingungen immer schlechter werden und es in den letzten Jahren in beiden Ländern schon Aufstände gab. Präventive Konterrevolution auf globaler Ebene durch denjenigen, der immer noch der oberste Führer, Verwalter und Polizist des weltweiten Kapital-Staates ist. Dialektik zwischen Klassenkrieg und imperialistischem Krieg in Aktion. Der kapitalistische Krieg ist immer ein Krieg gegen das Proletariat. Das ist die eigentliche Grundlage dieses Klassenkonflikts, nicht der Konflikt zwischen Nationen.

Danach kommen noch andere Gründe hinzu, nämlich: die Kriegsindustrie zu nutzen und sich das venezolanische Öl anzueignen, um die krisengeschüttelte US-Ökonomie wieder anzukurbeln und den Rückgang der Profitrate und die Entwertung auszugleichen (ökonomische Analyse); die linke Regierung oder den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts” zu stürzen, weil sie bei ihrer historischen Aufgabe, die aktuelle kapitalistische Krise von diesem strategisch wichtigen Gebiet aus effektiv zu bewältigen, versagt hat, und stattdessen eine rechte, vielleicht „neofaschistische” Regierung einzusetzen, die das macht (politische Analyse); und natürlich mehr Ressourcen und eine bessere strategische Position im interimperialistischen Wettbewerb mit China, Russland und dem Iran zu bekommen (geopolitische Analyse).

Zusammengefasst: Die kommunistische Theorie gibt der Klassenanalyse Vorrang vor der geopolitischen, ökonomischen und politischen Analyse.

2. Die unveränderliche Position des proletarischen Internationalismus und des revolutionären Defätismus:

Die Klassenanalyse in dieser Art von Situation begründet die internationalistische kommunistische Position, dass nur der revolutionäre Kampf des internationalen Proletariats die internationale Bourgeoisie im Krieg besiegen kann.

Das heißt in diesem Fall, dass das Proletariat in der Region der USA gegen die US-amerikanische Bourgeoisie und den US-amerikanischen Staat kämpfen muss und dass das Proletariat in der Region Venezuelas gegen die venezolanische Bourgeoisie und den venezolanischen Staat kämpfen muss. Das Gleiche gilt für Palästina, die Ukraine usw. Die beiden bourgeoisen und staatlichen Lager müssen besiegt werden, indem der imperialistische Krieg in einen revolutionären Klassenkrieg auf weltweiter Ebene verwandelt wird.

Das bedeutet wiederum, jede „antiimperialistische”, souveränistische, patriotische oder nationalistische Position abzulehnen – typisch für die veraltete lateinamerikanischen Linken des Kapitals –, die immer eine der beiden bourgeois- und staatlichen Seiten im Krieg verteidigt, die immer gemeinsam gegen das internationale Proletariat sind.

Kurz gesagt: Dies ist ein Klassenkampf, kein Kampf der Nationen. Deshalb kann nur die weltweite proletarische Revolution den imperialistischen Krieg, oder besser gesagt, den Kapitalismus und seine Kriege besiegen.

3. Der vorausschauende und vorbereitende Charakter der kommunistischen Theorie:

Wenn unser Artikel von 2015 schon vorausgesehen hat, was heute, im Jahr 2026, zwischen Venezuela und den USA passiert, dann deshalb, weil Vorausschau Teil der Natur der kommunistischen Theorie ist. Natürlich haben sich seitdem die Fakten und die Akteure auf der Bühne usw. verändert, aber die Strukturen, Dynamiken und Tendenzen des Kapitalismus und des Klassenkampfs sind gleich geblieben.

Das ist aber nur die Hälfte der Geschichte. Die andere Hälfte ist die Vorbereitung. Neben der Erklärung und der radikalen und gnadenlosen Kritik an allem, was es gibt, sieht die kommunistische Theorie vor, das internationale Proletariat auf den Klassenkampf und die weltweite soziale Revolution vorzubereiten.

Historisch gesehen ist heute wieder das Proletariat der lateinamerikanischen Region an der Reihe, denn in dieser Region steht der Krieg buchstäblich vor der Tür (die USA marschieren nicht nur in Venezuela ein, sondern haben auch schon gedroht, in Kuba, Kolumbien und Brasilien einzumarschieren). Deshalb müssen wir uns hier eher früher als später positionieren, organisieren, bewaffnen und handeln. Nicht um „die Souveränität des großen Vaterlandes gegen den Yankee-Imperialismus zu verteidigen”, sondern um die internationale Bourgeoisie und alle ihre nationalen Fraktionen zu bekämpfen und zu besiegen. Mit Klassenanalyse, proletarischem Internationalismus und revolutionärem Defätismus als Waffen. Indem wir von dieser Region aus zur globalen kommunistischen Revolution beitragen.

Zusammengefasst: Die kommunistische Theorie sieht vor, das internationale Proletariat auf den Klassenkampf und die weltweite soziale Revolution vorzubereiten.

Proletarios Hartos de Serlo (Proletarier, die es satt haben, Proletarier zu sein)

Quito, Januar 2026


1A.d.Ü., auch auf unseren Blog zu finden.

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