Kronstadt Journal V

Kronstadt Journal V

5. März

Trotzki, der in der Nacht vom 04. auf den 05. März in Petrograd ankommt, erlässt Befehle, die gewaltsame Niederschlagung des Aufstandes vorzubereiten und sendet das folgende Ultimatum an Kronstadt:

Die Arbeiter- und Bauernregierung hat verfügt, dass Kronstadt und die Rebellenschiffe sich sofort der Autorität der Sowjetrepublik unterwerfen müssen. Ich befehle daher allen, welche ihre Hand gegen das Sozialistische Vaterland erhoben haben, sofort ihre Waffen niederzulegen. Die Halsstarrigen sind zu entwaffnen und den Sowjetbehörden zu übergeben. Die verhafteten Kommissäre und anderen Regierungsvertreter sind sofort freizulassen. Nur diejenigen, welche sich ohne Bedingung ergeben, können auf die Gnade der Sowjetrepublik rechnen. Weiterlesen

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Kronstadt Journal IV

Kronstadt Journal IV

04. März

Im Petrograder Sowjet findet eine Versammlung statt in der die Resolution verabschiedet wird, dass es sich beim Kronstädter Aufstand, um eine gegenrevolutionäre Erhebung gegen die Sowjetregierung handeln würde. So wurden die Aufständischen in Kronstadt für Vogelfrei erklärt.

„Das Verteidigungskomitee übernahm die systematische „Reinigung der Stadt“. Zahlreiche der Sympathie mit Kronstadt verdächtige Arbeiter, Soldaten und Matrosen wurden verhaftet. Alle Petersburger Matrosen und mehrere Regimenter der Armee, die als „politisch unzuverlässig“ angesehen wurden, wurden an entfernte Orte geschickt, während die in Petersburg lebenden Familien von Kronstädter Matrosen als Geiseln eingesperrt wurden. Das Verteidigungskomitee teilte sein Vorgehen Kronstadt mit durch eine über der Stadt am 4. März von einem Aeroplan ausgestreute Proklamation, welche erklärte: „Das Verteidigungskomitee erklärt, daß die Verhafteten als Geiseln gehalten werden für den Kommissär der Ostseeflotte, N. N. Kusmin, den Vorsitzenden des Kronstädter Sowjet, T. Wassiljew und andere Kommunisten. Wenn unsere festgehaltenen Genossen den geringsten Schaden leiden, werden -die Geiseln dies mit ihrem Leben bezahlen.“
„Wir wollen kein Blutvergießen. Kein einziger Kommunist wurde von uns erschossen“, war die Antwort Kronstadts.“ Alexander Berkman, die Kronstadt Rebellion Weiterlesen

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Zu den jüngsten Ausschreitungen im spanischen Staat, die Repression (Teil II)!

Zu den jüngsten Ausschreitungen im spanischen Staat, die Repression (Teil II)!

Die Medien im spanischen Staat verkündeten am 03.03.21 die Inhaftierung von acht Anarchisten und Anarchistinnen in der Untersuchungshaft. Sie werden beschuldigt an den Ausschreitungen am Samstag, den 27.02.21, beteiligt gewesen zu sein, Teil einer kriminellen Organisation zu sein, des schweren Landfriedensbruchs und außerdem werden sie beschuldigt ein Fahrzeug der Guardia Urbana (lokale Bullen) in Brand gesetzt zu haben, wo sich ein Bulle drin befand, deswegen werden sie zusätzlich des versuchten Mordes beschuldigt.

Diese Info bestätigte sich heute, obwohl die Nachricht über die Verhaftung mehrerer vermeintlicher Anarchisten und Anarchistinnen schon seit dem Wochenende kursiert. Aber jetzt von Anfang an, weil diese Verhaftungen stehen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen, die im spanischen Staat seit der Inhaftierung von Pablo Hasél stattfinden. Weiterlesen

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Kronstadt Journal III

Kronstadt Journal III

3. März

Das Provisorische Revolutionäre Komitee von Kronstadt, das sein Hauptquartier auf dem Schiff Petropawlowsk hat, wird auf 15 Personen erweitert. Es setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

1.Pefritschenko, Oberbeamter, Flaggschiff Petropawlowsk.
2.Jakowenko, Telephonist, Distrikt Kronstadt.
3.Ossossow, Maschinist, Sewastopol.
4.Archipow, Ingenieur.
5.Perepelkin, Mechaniker, Sewastopol.
6.Patruschew, Chefmechaniker, Petropawlowsk.
7.Kupolow, ärztlicher Oberassistent.
8.Werschinin, Matrose, Sewastopol.
9.Tukin, Elektromechaniker.
10.Romanenko, Aufseher im Dock für Awiatik.
11.Oreschin, Vorsteher der Dritten Industrieschule.
12.Walk, Holzfabrikarbeiter.
13.Pawlow, Seeminenarbeiter.
14.Baikow, Fuhrmann.
15.Kilgast, Hochseematrose.

Von den Matrosen wird beschlossen die eigenen Rationen zu Gunsten des Durchschnittsarbeiters zu kürzen. In Kronstadt treten zahlreiche Kommunisten aufgrund des Despotismus und der bürokratischen Korruption aus der Partei aus. Es erscheint die erste Ausgabe der Izvestia, der Zeitung des Provisorischen Revolutionären Komitees der Matrosen, Soldaten und Arbeiter von Kronstadt. Weiterlesen

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Kronstadt Journal II

Kronstadt Journal II

2. März

Im Erziehungshaus in Kronstadt wird eine Delegiertenkonferenz, bestehend aus Vertretern und Vertreterinnen der Schiffe, der Garnison, der verschiedenen Sowjetinstitutionen, der Arbeitergesellschaften und Fabriken, mit etwa 300 Teilnehmern und Teilnehmerinnen abgehalten. Hauptzweck der Konferenz ist die Art der anstehenden Neuwahl des Kronstädter Sowjets zu diskutieren, sie soll aber auch für die Resolution des 1. März tätig sein sowie Wege finden dem Hunger und dem Mangel an Brennmaterial ein Ende zu setzen. Weiterlesen

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(Kronstadt Journal I) Hundert Jahre Aufstand von Kronstadt

(Kronstadt Journal I) Hundert Jahre Aufstand von Kronstadt

Heute vor 100 Jahren, also am 01.03.1921, begann der Aufstand der Kronstädter Matrosen in der noch jungen Sowjetunion, dieser dauerte bis zum 18.03.1921 (was für ein Zufall, der Tag der politischen Gefangenen, oder der Pariser Kommune) und wir versuchen jeden Tag einen Artikel zu dem jeweiligen Tag zu veröffentlichen. Am 18.03.2021, falls es klappt, beenden wir diese Reihe mit der Veröffentlichung eines Berichtes, lasst euch überraschen.

Kronstadt Journal I

Im November 1920 war die wirtschaftliche Lage in Russland nach sieben Jahren Krieg katastrophal. Nachdem die kommunistische Partei mit Unterstützung der Kronstädter Matrosen die Weiße Armee niedergeschlagen hatte, gerieten die Bolschewisten aufgrund der im Namen des Kriegskommunismus durchgeführten Nahrungsmittelrequisitionen auf dem Land und der brutalen Unterdrückung der Opposition zunehmend in Erklärungsnot. Die meisten Matrosen erfuhren erst nach ihrer Rückkehr im Zuge der Demobilisierung von den schlechten Bedingungen. In zahlreichen Aufständen, die vor allem von Bauern getragen wurden, entlud sich die Unzufriedenheit mit der bolschewistischen Zentralregierung. So kam es nach einem Bericht der Tscheka (sowjetische Geheimpolizei) allein im Februar 1921 zu 118 Bauernaufständen in verschiedenen Teilen des Landes. Massenaustritte aus der Partei folgten. Allein in dem als Hochburg der Revolution geltenden Kronstadt, aufgrund seiner Rolle in den Juli-Tagen 1917 und bei der Bekämpfung der Weißen Armee, traten im Januar 1921 5000 Matrosen der Baltischen Flotte aus der Partei aus. Weiterlesen

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(Chile) Einige kurze Überlegungen vom Kampf um die Gefangenen des Aufstandes

Gefunden auf Publicación Refrectario, die Übersetzung ist von uns. Dieser Text beschreibt nicht nur die jetzige Lage der Gefangenen der Revolte von 2019 bis heutzutage in Chile, sondern eröffnet, wieder mal, die historische Debatte um „Amnestie“, „Begnadigung“ und die revolutionäre Option dazu. Dieses mal innerhalb des gegenwärtigen chilenischen Kontext.

Einige kurze Überlegungen vom Kampf um die Gefangenen des Aufstandes


Zwischen dem Aufstand und der Solidarität mit den Gefangenen des Aufstandes

Wie wir wissen, hat uns die Revolte, die im Oktober 2019 begann, nicht nur schöne und bereichernde Erfahrungen im Kampf gegen den Staat und das Aufbrechen der Autoritätsverhältnisse gebracht, sondern auch eine lange Liste von Toten, Gefolterten, Vergewaltigten, Verstümmelten und Inhaftierten. Weiterlesen

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(Chile) Über die notwendige Übereinstimmung zwischen der Straße und dem Gefängnis. Kommuniqué von Mónica und Francisco aus dem Knast.

Gefunden auf contramadriz, ursprünglich aber von Publicación Refrectario, die Übersetzung ist von uns.

(Chile) Über die notwendige Übereinstimmung zwischen der Straße und dem Gefängnis. Kommuniqué von Mónica und Francisco aus dem Knast.

Die antiautoritäre Solidarität als eine Beziehung zu verstehen, die als Hauptakteure die Gefangenen und das aktive Umfeld auf der Straße einbezieht, bedeutet zu verstehen, dass es unabdingbar ist, innerhalb des Gefängnisses zu kämpfen, andernfalls wird die Praxis der Solidarität in Assistenz und Wohltätigkeit umgewandelt, wobei die Gefangenen zu bloßen passiven Empfänger*innen der Unterstützung werden, die von draußen kommen kann, ohne die Initiativen der Konfrontation einzubeziehen oder dazu beizutragen. Es ist notwendig, dass der Slogan „Nichts endet mit dem Gefängnis“ mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, die zwar knapp, aber äußerst effektiv sein können, in die Praxis umgesetzt wird. Das haben die verschiedenen Kämpfe in der langen und reichen Geschichte der politischen Gefangenschaft gezeigt, die von der Bereitschaft und Entschlossenheit der Gefangenen geprägt waren, bis zu den äußersten Konsequenzen zu gehen, um ihre Ziele zu erreichen. Innerhalb des Gefängnisses ist jede Minute im Hof, jedes Buch, das hereinkommt, jeder Gegenstand, der in die Zelle darf, oder jeder noch so kleine Raum der Autonomie und der individuellen Entfaltung durch Kampf errungen worden, nichts ist frei; es genügt, sich daran zu erinnern oder nachzuforschen, wie die Gendarmerie (A.d.Ü., chilenische Bullen) z.B. mehr Stunden des Aufschließens im Hochsicherheitsknast oder das Nichtvorhandensein von Gesprächsräumen (A.d.Ü., aber auch fürs telefonieren) in den Hochsicherheitsknästen vereinbart hat, um das zu erkennen. Weiterlesen

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Zu den jüngsten Ausschreitungen im spanischen Staat, Aufstände mit Unterbrechungen?

Zu den jüngsten Ausschreitungen im spanischen Staat,
Aufstände mit Unterbrechungen?

Denn manche Male, um nicht zu sagen viele Male, ist es geschehen, dass objektiv aufständische Situationen uns de facto präsent sahen, aber als Fremdkörper. Fasziniert vom äusseren Aspekt der laufenden aufständischen Bewegung, beteiligen wir uns manchmal, weil wir spontan Rebellen sind. Nun, uns auf diese Weise an Situationen zu beteiligen, die uns objektiv als Aussenstehende sehen, weil nicht Teilhabende an den Spannungen, nicht Interne dieser Situation von Entwicklung der aufständischen Spannungen, bedeutet im Grunde, bloss Fremdkörper, und auch sehr suspekte Körper zu sein.“ Alfredo M. Bonanno, Insurrektionalistische Antiautoritäre Internationale

Am 15. Februar 2021 wurde in der Universität von Lleida (Katalonien) der Rapper Pau Rivadulla Duró (Alias Pablo Hasél), festgenommen. Seit seiner Inhaftierung finden in diversen Städten des spanischen Staates Ausschreitungen statt (letzter Stand war bis jetzt die Nacht des 24.02.2021), dies ist aus vielen Gründen ein außerordentliches Phänomen, aber wie jede Erzählung hat auch diese einen Anfang. Diese Ausschreitungen werden mit der Inhaftierung von Pablo in Verbindung gebracht, dennoch sind wir der Meinung, dass es um wesentlich mehr geht. Weiterlesen

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Die subversive Propaganda und die „-ismen“

Gefunden auf der Seite von Círculo Internacional de Comunistas Antibolcheviques (Internationaler Zirkel von Antibolschewistischen Kommunisten), die Übersetzung ist von uns.

Wie weit geht man individuell und kollektiv, bis zu seiner letzten Konsequenz und Kohärenz, undogmatisch, gegen Avantgarden und gegen Autorität, vor? Da bleiben einen, im individuellen und kollektiven Sinne, mehr Fragen offen als wie diese zu beantworten sind. Denn was für einen Sinn macht es alle Fragen nicht bis zu ihrer letzten Konsequenz und Kohärenz zu analysieren, kritisieren und anzugreifen? Weiterlesen

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