Gefunden auf libcom, die Übersetzung ist von uns.
Die Nation-Staat und der Nationalismus – Oiseau-tempête (André Dréan)
Alle Staaten werden heute als Nationen anerkannt, auch wenn sie, wie sich zeigt, nicht dem Modell der Nation-Staat entsprechen, den sie angeblich verkörpern. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass das Wachstum der Nationalismen und Staaten in absehbarer Zeit enden wird. Das ist für unsere Zeit keineswegs paradox: Mehr denn je neigt der Kapitalismus dazu, sich von den ihn behindernden Grenzen zu befreien, insbesondere von den durch nationale Grenzen gebildeten Grenzen. Aber die Krise des Modells der Nation-Staat, die mit der Durchsetzung des supranationalen Charakters des Kapitals einhergeht, scheint die Grundlagen des Nationalismus nicht zu erschüttern, sondern im Gegenteil zu festigen. Gleichzeitig ist der heutige Nationalismus in vielerlei Hinsicht nicht einfach eine Neuauflage des Nationalismus von gestern. Um uns dem vergifteten Ruf der Nationalisten zu widersetzen, egal in welchem Kostüm sie auftreten, können wir uns nur mit den allgemeinen Grundlagen der Kritik begnügen. Wir müssen selbst über diese beispiellose Situation nachdenken, mit der wir konfrontiert sind. In diesem Sinne ist Hobsbawms Studie „Nationen und Nationalismus seit 1780”1 eines der wenigen Bücher, das uns Anhaltspunkte liefern kann.
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